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DAUN, 18.09.2015 - 11:33 Uhr
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ZDF-Intendant Thomas Bellut – Reformierer und Sparer

(dpa) - Thomas Bellut wurde am 18. September in Mainz vom ZDF-Fernsehrat für weitere fünf Jahre als ZDF-Intendant wiedergewählt (InfoDigital berichtete). Bellut kennt das ZDF seit über 30 Jahren von innen. Er ist so etwas wie ein echter „Mainzelmann“. Als er 2012 neuer ZDF-Intendant wurde, machte Bellut gleich deutlich, wohin er will: „Die Zielgruppe des ZDF ist die ganze Gesellschaft.“ Er muss aber gleichzeitig Sparauflagen erfüllen. Der Osnabrücker, der als ruhig und sachlich gilt, zeigt sich als Reformer und Sanierer.

Noch vor seinem Antritt als Intendant präsentierte Bellut den Talker Markus Lanz als Nachfolger von Thomas Gottschalk bei „Wetten, dass..?“. Nach dem Aus des früheren Show-Flaggschiffs, das er mit sinkenden Quoten und steigendem Aufwand begründete, sagte er: „Nur wenn man etwas abschafft, hat man die Kraft und die Chance, etwas Neues zu schaffen.“

Bellut nahm altgediente Serien wie „Forsthaus Falkenau“ aus dem Programm, dafür kamen neue wie etwa „Herzensbrecher“ oder „Kripo Holstein“ hinzu. Er verkündete auch das geplante Aus für den Digitalkanal ZDFkultur - aus Spargründen.

Der Intendant versucht, Baustellen offensiv anzugehen. Als es Vorwürfe von Schleichwerbung gegen „Wetten, dass..?“ gab, wies er sie zurück und führte schärfere Regeln für Gewinnspiele ein. Als ZDF-Redakteure beim Show-Zweiteiler „Deutschlands Beste!“ dem Sender zufolge ein Umfrage-Ranking fälschten und eingeladene Gäste hochstuften, sprach Bellut von einem großen Imageschaden. Unterhaltungschef Oliver Fuchs trat zurück, zwei Redakteurinnen wurden abgemahnt.

Seine journalistische Laufbahn begann Bellut nicht beim Fernsehen. Nach dem Studium der Politik, Geschichte und Publizistik - mit Promotion - in Münster schrieb er zunächst für die „Westfälischen Nachrichten“, bis er 1984 als Volontär zum ZDF kam. Nach der ersten Redakteursstelle beim „Länderspiegel“ ging er als Korrespondent nach Berlin und kehrte als Referent des Programmdirektors nach Mainz zurück. Ab 1990 baute Bellut die Sendungen „Familienmagazin“ und „Reiselust“ auf, dann leitete er die „blickpunkt“-Redaktion.

Für mehr als fünf Jahre stand er ab 1997 an der Spitze der ZDF-Hauptredaktion Innenpolitik. Den Zuschauern wurde Bellut unter anderem mit dem „ZDF-Politbarometer“ und „Was nun...?“ bekannt. Dann stieg er zum Programmdirektor auf. Damit hatte er bereits eine Schlüsselstelle über zehn Jahre inne. Im Juni 2011 wurde der als eher konservativ geltende Journalist mit großer Mehrheit zum Intendanten gewählt. Er war als einziger Kandidat angetreten. Bellut ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Eine große Herausforderung für den Intendanten ist der verordnete Personalabbau des öffentlich-rechtlichen Senders. Im vergangenen Jahr informierte Bellut darüber, dass das ZDF 560 Arbeitsplätze bis 2020 abbauen wird - fast zehn Prozent der Mitarbeiter. Als ARD und ZDF in diesem Jahr für die nächsten Jahre einen Mehrbedarf an Geld bei der Finanzkommission KEF anmeldeten, obwohl der neue Rundfunkbeitrag wohl Mehreinnahmen in Milliardenhöhe bringen wird, gab es Kritik. Bellut betonte jedoch: „Unsere Anmeldung ist von den Rücklagen komplett gedeckt.“ Trotz des Sparens hat er auch immer wieder mal gut lachen: Seit 2012 ist das ZDF Quotenkönig.

Von Oliver von Riegen, dpa

Thomas Bellut - Biografie


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