DAUN, 13.07.2012 - 16:38 Uhr
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Abrufplattform „Germany’s Gold“ macht Perlen der deutschen TV-Geschichte verfügbar – Start noch in diesem Jahr

Digitalmagazin im Gespräch mit Michael Loeb, Geschäftsführer WDR Mediagroup

Der Aufbau der neuen Abrufplattform von ARD, ZDF und privaten Produktionsfirmen (Arbeitstitel „Germany’s Gold“) geht in die heiße Phase: Ende des Jahres soll die neue Plattform starten, grünes Licht des Kartellamts vorausgesetzt. „Der Nutzer darf sich vor allem auf eines freuen: Qualität. Unser Ziel ist es, hochwertige TV-Inhalte über alle Genres hinweg zugänglich zu machen. Da wird sicherlich auch die ein oder andere Perle der deutschen TV-Geschichte dabei sein“, verspricht Michael Loeb, Chef der WDR Mediagroup, im Gespräch mit Digitalmagazin.

Digitalmagazin: Herr Loeb, Sie sind einer der Initiatoren von Germany’s Gold. Wie kam es zu der Idee, eine unabhängige Video-on-Demand-Plattform zu gründen?

Loeb: Wir haben bei der WDR Mediagroup im Rahmen einer Zukunftsstrategie auf Basis unserer digitalen Wertschöpfungskette am Markt die Fühler nach potenziellen Partnern für ein VoD-Portal ausgestreckt. Denn um ein solches Projekt zu stemmen, muss man Inhalte mit Partnern aggregieren, mit denselben Partnern die hohen Kosten für die Infrastruktur teilen und dann herausfinden, für welchen Inhalt welches Geschäftsmodell ideal ist. Mit ZDF Enterprises sind wir auf einen Partner gestoßen, der zur gleichen Zeit ähnliche Modelle gedacht hat. Rasch sind wir gemeinsam mit den anderen Partnern, vor allem Beta Film, an einen Tisch gekommen und haben Germany’s Gold mit viel Mut, Entschlossenheit und Kraft auf den Weg gebracht.

Digitalmagazin: Derzeit sind 17 Partner der deutschen Medien- und Produktionsbranche mit im Boot. Ist das Projekt damit komplett oder stehen Sie mit weiteren potenziellen Teilnehmern in Verhandlung?

Loeb: Wir haben am 25. April die Germany’s Gold GmbH gegründet. Grundsätzlich sind wir für weitere Partner offen. Aktuell gibt es jedoch noch ein laufendes Kartellverfahren, das es zunächst einmal zu bestehen gilt.

Digitalmagazin: Das Videoportal soll archivierte 60 Jahre deutsche Filmgeschichte und nationale wie internationale Kinoerfolge verfügbar machen. Darf sich der Zuschauer dabei auch auf rare und seltene Filmperlen freuen?

Loeb: Der Nutzer darf sich vor allem auf eines freuen: Qualität. Unser Ziel ist es, hochwertige TV-Inhalte über alle Genres hinweg zugänglich zu machen. Da wird sicherlich auch die ein oder andere Perle der deutschen TV-Geschichte dabei sein. Das wird das Portal von anderen Angeboten unterscheiden.

Digitalmagazin: Mit welchen weiteren Formaten und Rubriken wird Germany’s Gold das Publikum vor den Bildschirm locken?

Loeb: Das erste Grobkonzept sieht verschiedene Genres wie Filme, Serien, Dokumentationen, Ratgeber, Kinder, Wissen etc. vor, unter denen die Inhalte zusammengefasst und auffindbar gemacht werden sollen. Die detaillierte Ausarbeitung und das Feintuning liegen nun in Händen der neuen Geschäftsführer.

Digitalmagazin: Wie kommentieren Sie die Kritik der Privaten, die durch das Projekt eine Wettbewerbsverzerrung befürchten?

Loeb: Wir bedauern sehr, dass die privaten Mitbewerber mit ihrem Projekt vorerst gescheitert sind. Unserer Ansicht nach geht es im VoD-Bereich vor allem darum, den großen internationalen Playern, die mittlerweile auch mit Macht auf den europäischen Markt drängen, mit eigenen und hochwertigen Inhalten etwas entgegenzusetzen. Unsere Aktivitäten sind die Konsequenz des 12. Rundfunkänderungstaatsvertrags und der VPRT-Beschwerde, wonach wir uns kommerziell im Markt bewegen sollen. Das tun wir im Fall von Germany’s Gold zu 100 Prozent. Dafür gilt im Gegenzug für die gebührenfinanzierten Inhalte im Netz das Werbeverbot.

Digitalmagazin: Welche Hürden sind noch zu nehmen, bevor das VoD-Portal Ende des Jahres an den Start gehen wird?

Loeb: Neben der kartellrechtlichen Prüfung sind es zum einen die praktischen Dinge, die nun geregelt werden müssen. So suchen die Geschäftsführer entsprechende Räume in Berlin und Personal. Die Infrastruktur ist auf technischer Seite sicherlich die größte Herausforderung, die es zu stemmen gilt. Geschäftsmodelle und Vermarktung sind weitere Konzepte, die nun aufgesetzt werden müssen. Und der endgültige Name des Portals wird mit Hochdruck gesucht.

Digitalmagazin: Herr Loeb, vielen Dank für das Gespräch.

www.wdr-mediagroup.com

Hinweis: Lesen Sie ein ausführliches Interview mit Herrn Loeb in der Juli-Ausgabe von INFOSAT. Das Heft 7/2012 ist im Handel erhältlich.

Dies ist eine Meldung aus unserem digitalen Nachrichtendienst „Digitalmagazin“.

Alle Informationen zu Abonnements und Preisen finden Sie unter www.digitalmagazin.info.


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