DAUN, 09.09.2011 - 15:30 Uhr
News-Archiv

Consumer Electronics schwächelt im ersten Halbjahr 2011 in Österreich

Die Umsätze bei Consumer Electronics und Sat-Receivern fielen im ersten Halbjahr 2011 in Österreich um neun Prozent bzw. 16 Prozent. „Vor allem bei Fernsehern und Receivern beeinflussten die Fußball-WM 2010 und die RTR-Förderaktion die Umsätze im ersten Halbjahr 2010 außertourlich. Diese Märkte mussten sich daher 2011 wieder etwas einpendeln“, erklärt Manfred Müllner, Geschäftsführer-Stv. im Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI), die Rückgänge anlässlich des Pressegesprächs im Vorfeld der Futura 2011.

Der FEEI-Geschäftsführer-Stv. ist für die zukünftige Entwicklung trotzdem sehr zuversichtlich: „In allen Bereichen kommen neue Produktgenerationen auf den Markt. Von Smart Grid-Konzepten für Haushaltsgeräte über Smart TV und HbbTV bis zu neuen Elektrokleingeräten sorgen Innovationen dafür, dass die Branchen auch in Zukunft weiter wachsen werden“.

Starker Absatzrückgang bei SD-DVB-Receivern

Das erste Halbjahr 2011 war für die Hersteller und Importeure von DVB-Receivern (Sat, DVB-T, Kabel-Receiver) nicht zufriedenstellend. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Stückzahlen der verkauften Geräte um neun Prozent, der Umsatz um knapp 16 Prozent niedriger. Ausschlaggebend für diesen Trend waren die schwachen Absatzzahlen bei SD-SatT-Receivern (Standard-Receiver ohne HDTV). Die rückläufigen Stückzahlen in diesem Segment konnten vom Wachstum (plus 22 Prozent) bei HDTV-Receivern nicht kompensiert werden. „Ein gutes Ergebnis sieht anders aus, aber das Niveau von 2010 war für uns auch schwer zu halten. Im Vergleichszeitraum 2010 führte die RTR (Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH) eine Förderaktion für DVB-C-Receiver (digitale Kabel-TV-Receiver) durch und natürlich bescherte auch uns die Fußball-WM 2010 ein deutliches Absatzplus“, fasst Branchensprecher des DVB-Forums Christian Koller die Entwicklungen in den letzten Monaten zusammen. Insgesamt ist der österreichische Markt mit 214.000 verkauften DVB-Receivern im ersten Halbjahr 2011 aber immer noch sehr stark, bis Ende 2011 rechnet Koller mit mehr als 500.000 verkauften Geräten.

HD Austria verbreitet Optimismus für das zweite Halbjahr

Grund für den Optimismus ist der Start von HD Austria im September 2011. Ab diesem Zeitpunkt sind nahezu alle marktrelevanten TV-Programme in High Definition-Qualität über Satellit verfügbar. Im Programmpaket von HD Austria finden sich die wichtigsten TV-Programme wie jene der Sat 1-Gruppe in 1080i-HDTV-Qualität. Da die Programme verschlüsselt sind, wird für den Empfang eine ORF-Karte sowie ein TÜV-geprüfter HDTV-Sat-Receiver mit dem neuen Irdeto-Secure-Entschlüsselungssystem oder ein Gerät mit CI+-Schnittstelle und Irdeto-Secure-CI+-Entschlüsselungsmodul benötigt. Geeignete Receiver sind bereits im Fachhandel verfügbar. „Nachdem das HD+-Angebot in Deutschland fulminant gestartet ist, erwarten wir auch in Österreich einen Boom von HD-Receivern im zweiten Halbjahr 2011“, freut sich Koller auf die neue Technologie. Als besonderes Asset wird das HD Austria-Programmpaket bei den mit HD Austria-Aufklebern gekennzeichneten Geräten für drei Monate gratis empfangbar sein.

Weitere Markttrends sind HbbTV-HD-Receiver. Diese Geräte werden derzeit zwar nur in kleinen Stückzahlen verkauft, internationale Marktstudien prognostizieren bei diesen Geräten aber ein rasantes Wachstum.

TV-Markt leidet unter Preisrückgängen und Umsatzverlusten

Wichtigstes Segment im Bereich der Consumer Electronics ist der TV-Markt mit 67 Prozent Anteil. Nach der Fußball-WM, die einen wahren Verkaufsboom bei Flat-TVs im ersten Halbjahr 2010 auslöste, galt es 2011 die Performance zu halten. „Dank innovativer Technologien und neuen Features wie Smart-TV, lagen wir per Ende Juli 2011 mit minus zwei Prozent verkauften Stück nur wenig unter dem Top-Niveau von 2010“, ist Christian Blumberger, Sprecher des „forum consumer electronics“, zufrieden. Der Absatz von LCD- und LED-Fernsehern stieg in diesem Zeitraum sogar um vier Prozent. Die Umsätze in dieser Produktgruppe gingen dabei um minus drei Prozent zurück, im gesamten Flat-Segment um minus sieben Prozent. Der durchschnittliche Wert eines Fernsehers ist deutlich gesunken, ein 46 Zoll-Bildschirm kostet 2011 um 26 Prozent weniger als vor einem Jahr. „Die Technologie hat sich fest am Markt etabliert. TV-Panels werden in großen Mengen kostengünstig erzeugt, das wirkt sich letztendlich auch auf den Produktpreis positiv aus“, erklärt Blumberger den durchschnittlichen Preisrückgang bei Flat-TV um fünf Prozent.

Bei den Technologien haben mittlerweile LED die LCD-Fernseher überholt. „Der große Vorteil der LED-Fernseher ist ihre hervorragende Energiebilanz, da sie einen kompletten Schwarzwert erzeugen können. Ein 55 Zoll LED-Gerät (ca.150 cm Bildschirmdiagonale) hat mittlerweile den gleichen Energieverbrauch wie ein Röhrenfernseher mit 82 cm Bildschirmdiagonale“, erklärt Blumberger.

Smart-TV und Multimedia als Zugpferde des Verkaufs

War im vergangenen Jahr 3D der Verkaufsschlager, sind nun zusätzlich Smart-TV und Multimedia die Zugpferde. „Schlaue Fernseher“ werden das Wohnzimmer in den nächsten Monaten erobern. HbbTV-Technologie ermöglicht auch am Fernseher die gleichzeitige Darstellung von Fernseh- und Internetinhalten, integrierte Browser gestalten das Handling kinderleicht. Das Prinzip ist das gleiche wie beim Smartphone: Internet, Email, Social Media und Apps, die inzwischen von allen führenden Hersteller angeboten werden, geben dem Fernseher nicht nur die gleichen Funktionalitäten wie den beliebten Mobiltelefonen, sondern erweitern ihn zum smarten Entertainment-Center. In der Werbepause schnell eine Runde skypen oder Wettercheck für den nächsten Tag – mit der neuen Technologie kein Problem. „Über WLAN lassen sich nicht nur TV und Internet, sondern auch alle Zuspielgeräte miteinander vernetzen“, ergänzt der Branchensprecher. Camcorder, Blu-ray-Geräte und Co. verbinden sich automatisch mit dem Netzwerk. Digicams überspielen bei Anschluss die Fotos auf den Fernseher und über 3D-Player können auch noch Zusatzinformationen zu den Spielfilmen aus dem Internet abgerufen werden. Die technischen Möglichkeiten, das Wohnzimmer zur Multimedia-Erlebniswelt zu gestalten, sind noch lange nicht ausgereizt, dementsprechend zuversichtlich ist Blumberger auch für die zukünftige Entwicklung der Branche.

www.hbaustria.at

www.feei.at

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