DAUN, 27.12.2013 - 15:23 Uhr
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Großes senderseitiges Interesse an Lokalradio und DAB+ in Baden-Württemberg – Kabel-TV verliert Nutzer, IPTV und Sat-TV verzeichnen Zuwächse

In Baden-Württemberg ist ein Run auf die UKW-Sendegebiete festzustellen. Es gebe auch zahlreiche Interessensbekundungen potenzieller Bewerber für laufende Digitalradio-Ausschreibungen, teilte die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) am 27. Dezember mit. Während die privaten Radios Umsatzzuwächse verbuchen konnten, stehen Regional- und Lokal-TV durch die Digitalisierung vor immensen Herausforderungen. In Baden-Württemberg ist Kabel zwar immer noch meist genutzter TV-Übertragungsweg, aber mit einem Nutzerrückgang von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr haben noch nie so wenig Haushalte Fernsehprogramme über ihren Kabelanschluss gesehen wie in diesem Jahr. Hingegen wachse im Südwesten DSL-TV über dem Bundestrend und auch die Zahl der Haushalte mit Satellitenempfang konnte 2013 zulegen.

Große Resonanz auf die UKW-Neuausschreibung

Nach Ablauf der Bewerbungsfrist sind für die insgesamt 16 lokalen und regionalen Sendegebiete sowie für das landesweite Jugendradio insgesamt 29 Bewerbungen eingegangen, teilte die Landesanstalt für Kommunikation am 27. Dezember nach einer ersten Auswertung mit. Vor allem für das lokale Radio gebe es großes Interesse, so liegen für das neue Sendegebiet mit den Großräumen Ludwigsburg und Böblingen (L13) sowie für das Sendegebiet Tübingen und Reutlingen (L7) jeweils vier Bewerbungen vor. Privates Radio in Baden-Württemberg genieße nach wie vor eine hohe Akzeptanz und wird auch in Zukunft als Erfolgsmodell gesehen. Das zeigten die vielen eingegangenen Bewerbungen, freut sich LFK-Präsident Thomas Langheinrich. Der weitere Zeitplan sieht nach der Prüfung der Unterlagen bis zum Sommer 2014 die Auswahlentscheidungen des fünfköpfigen Vorstandes und der 36 Medienräte der Landesanstalt für Kommunikation vor. Entscheidungskriterien sind das wirtschaftliches Konzept, aber auch der Beitrag zur Vielfalt und lokaler Identität oder die digitale Perspektive und -Konzeption des Senders. Die neu lizenzierten Veranstalter können dann am 1. Januar 2016 auf Sendung gehen.

Zahlreiche potenzielle Bewerber für DAB+-Ausschreibungen

Auch die bis 31. Januar laufende Digitalradio-Ausschreibung (DAB+) für drei weitere landesweite private Sender verspricht spannend zu werden. Es gäbe bereits zahlreiche Interessensbekundungen potenzieller Bewerber, so der LFK-Präsident. Die positiven Signale unterstreicht auch eine aktuelle Umfrage zum Thema Digitalradio: 57 Prozent der befragten Radiomacher im Südwesten sehen in Zukunft in DAB+ im Vergleich zum Onlineradio eine gleiche oder bessere Akzeptanz bei den Hörern und Werbekunden (bundesweit: 45 Prozent).

Umsatzplus der privaten Radios

Insgesamt haben sich die Erträge der privaten Radios in Baden-Württemberg mit 72,2 Millionen Euro (plus 1,6 Millionen Euro) überdurchschnittlich entwickelt. Die landesweiten und regionalen Sender stehen 2012 mit einem positiven Ergebnis und einem Kostendeckungsgrad von 124 Prozent auf finanziell solider Basis (bundesweit: 115 Prozent). Für 2013 prognostizieren die privaten Veranstalter laut aktueller regionalisierter Daten zur wirtschaftlichen Lage des Rundfunks in Deutschland einen weiteren Zuwachs auf 127 Prozent. Auch die lokalen Sender konnten ihre Einnahmesituation verbessern und mit 22,2 Millionen Euro 2,8 Prozent mehr erlösen als noch 2011.

Gleichzeitig haben die Sender überdurchschnittlich in ihr Personal investiert und mehr Mitarbeiter zu höheren Löhnen eingestellt. Investitionen in qualifiziertes Personal bei entsprechender Entlohnung kann sich direkt im Programm bezahlt machen. Zuwächse bei den Hörerzahlen bedeuten ein attraktiveres Werbeumfeld. Insofern haben die baden-württembergischen Sender vieles richtig gemacht, bilanziert LFK-Präsident Thomas Langheinrich.

Regional- und Lokal-TV mit Umsatzrückgang

Mit einem Kostendeckungsgrad von 90 Prozent im Jahr 2012 ist die wirtschaftliche Entwicklung der privaten Regional- und Lokalsender in Baden-Württemberg ähnlich wie im bundesweiten Vergleich nach wie vor nicht befriedigend (bundesweit: 95 Prozent), auch wenn die Veranstalter für 2013 eine leichte Erhöhung prognostizieren. Insgesamt haben die 20 Sender in Baden-Württemberg im Jahr 2012 16,5 Millionen Euro erwirtschaftet, ein Umsatzrückgang von 7,3 Prozent zum Vorjahr. Die Beschäftigungszahl blieb mit 348 Mitarbeitern konstant.

Neujustage der Infrastrukturförderung

Die lokalen und regionalen Sender stehen durch die Digitalisierung vor immensen Herausforderungen. Sie müssen ihre Angebote ähnlich wie die großen Medienkonzerne auf alle Geräte und Plattformen bringen, um auch in Zukunft von den Zuschauern gefunden zu werden. Doch die Sender haben nur einen Bruchteil der finanziellen Mittel der bundesweiten Player zur Verfügung. Wenn regionale und lokale Inhalte auch in Zukunft erhalten werden sollen, müsste die LFK überlegen, ob und wie die Infrastrukturförderung vor dem Hintergrund der neuen technischen Herausforderungen neu justiert werden kann, so Langheinrich.

Nutzerzahlen von Kabel-TV sinken um drei Prozent

Auch 2013 lag Baden-Württemberg bei der Digitalisierung der Übertragungswege über dem Bundestrend. Vor allem bei der Nutzung von Internet-Fernsehen etwa mit dem T-Home-Angebot der Deutschen Telekom legt der Südwesten überdurchschnittlich zu und verdoppelt mit 5,4 Prozent nahezu seine Haushalte (2012: 2,8 Prozent). Das geht aus den regionalisierten Daten des Digitalisierungsberichtes der Medienanstalten hervor. Auch der Satellit konnte um einen Prozentpunkt auf 41,1 Prozent zulegen (bundesweit: 46,2).

Internet-Fernsehen und Sat-TV weiter auf Vormarsch

Die Stärke des DSL-TV und der Zuwachs des Satelliten spiegeln sich im Rückgang bei der Kabelnutzung wider. Mit 53,4 Prozent der Haushalte sei das Kabel zwar nach wie vor wichtigste TV-Empfangsart im Südwesten und klar über dem Bundesdurchschnitt (46,3 Prozent), verzeichne aber 2013 mit einem Minus von drei Prozent zum Vorjahr den schlechtesten Wert überhaupt. Das heißt, noch nie haben so wenige Haushalte in Baden-Württemberg Fernsehprogramme über ihren Kabelanschluss gesehen wie in diesem Jahr. Nach wie vor positiv ist allerdings der Digitalisierungstrend im Kabel: 58,7 Prozent der Haushalte im Land nutzen Digitalprogramme, fast vier Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. DVB-T, also digitales Antennenfernsehen, hat in Baden-Württemberg nach wie vor aufgrund des begrenzten TV-Angebots kaum Relevanz und liegt mit 6,2 Prozent der Haushalte mittlerweile fast schon im Bereich von DSL-TV, teilte die LFK mit.

www.lfk.de

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