DAUN, 05.09.2011 - 07:53 Uhr
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HD-Flatscreens sind Standard in deutschen Wohnzimmern – Verbraucher bei 3D-TV noch unsicher

Digitalmagazin im Gespräch mit Wolfgang Werres, Geschäftsführer TNS Infratest Media Research

HD-fähige Flatscreen-Fernseher haben sich innerhalb von wenigen Jahren fest in den deutschen Wohnzimmern etabliert. 59 Prozent der Haushalte sind derzeit mit einem solchen Gerät ausgestattet. „HDTV hat dazu beigetragen, dass Fernsehen wieder als eine moderne, zukunftsfähige Technologie wahrgenommen wird“, sagt Wolfgang Werres, Geschäftsführer TNS Infratest Media Research und Mitglied der TNS Convergence Group, im Digitalmagazin-Interview. Die neue Trendtechnologie 3D-TV hingegen ist der Studie „TNS Convergence Monitor“ zufolge zwar 78 Prozent der Befragten bekannt, wird aber kaum genutzt. „Bei 3D-TV schreckt insbesondere die Vorstellung ab, beim gemütlichen Fernsehabend eine 3D-Brille tragen zu müssen“, erläutert Werres.

Digitalmagazin: Herr Werres, HD-fähige Fernseher sind inzwischen Standard in deutschen Wohnzimmern. Wie verhalten sich die tatsächlichen Verkaufszahlen für HD-Flatscreens im Vergleich zur im Vorjahr geäußerten Kaufbereitschaft?

Werres: Der tatsächliche Kauf von HD-fähigen Fernsehern übersteigt seit Jahren die im jeweiligen Vorjahr geäußerte Kaufbereitschaft. Im Vergleich zu 2008 hat sich damit die Verbreitung der LCD- und Plasma-TVs fast verdreifacht: Stand 2008 in 21 Prozent der Wohnzimmer ein Flatscreen, sind 2011 bereits 59 Prozent der Haushalte mit einem solchen Gerät ausgestattet.

Digitalmagazin: Worin sehen Sie die Ursachen für diese Entwicklung?

Werres: Dass der tatsächliche Kauf die in einer Befragung angegebene Kaubereitschaft übersteigt, sehen wir vergleichsweise selten. Eine Ursache sind sicherlich Ersatzkäufe – der bisherige Fernseher wurde unerwartet defekt und die Modelle, die aktuell auf dem Markt sind, sind fast ausnahmslos HD-fähig. Zum anderen hat die Werbung Bedürfnisse geschaffen: Der optisch ansprechende Flatscreen wird besonders häufig erworben, um die bessere Bildqualität des hochauflösenden Fernsehens genießen zu können (60 Prozent). Wichtige weitere Gründe für die Neuanschaffung sind ein größerer Bildschirm (43 Prozent) und der Wunsch nach einer optisch ansprechenden Alternative zur Röhre (30 Prozent).

Digitalmagazin: Inwiefern hat HDTV die Wahrnehmung von Fernsehen als Technologie verändert?

Werres: HDTV hat dazu beigetragen, dass Fernsehen wieder als eine moderne, zukunftsfähige Technologie wahrgenommen wird. Mit den großen, schicken Flatscreens im Zentrum der Wohnung hat das Fernsehen ein Stück weit seine „Lagerfeuer“-Funktion zurückerobert und ist wieder vorzeigbar geworden.

Digitalmagazin: Aktuelle Trendtechnologien wie beispielsweise dreidimensionales Fernsehen spielen in Deutschland der Studie zufolge bislang eine eher untergeordnete Rolle. Warum nehmen die Verbraucher die neuen Trends nur zögerlich an?

Werres: 3D-TV wird – trotz eines hohen Bekanntheitsgrades (78 Prozent) und der zunehmenden Anzahl von Kinofilmen in 3D – auf der heimischen Couch noch so gut wie gar nicht genutzt, denn die Konsumenten sind unsicher, wie benutzerfreundlich diese Dienste sind. Bei 3D-TV schreckt insbesondere die Vorstellung ab, beim gemütlichen Fernsehabend eine 3D-Brille tragen zu müssen. Außerdem ist das 3D-Angebot im Fernsehen derzeit praktisch auf Pay-TV beschränkt und Pay-TV hat es in Deutschland traditionell schwer.

Digitalmagazin: Auch im Internet werden TV-Inhalte immer beliebter: 25 Prozent der Befragten rufen Sendungen in den Mediatheken der Sender (ARD, ZDF, RTL…) ab. Inwiefern könnte es durch die steigende Internetnutzung zu einem Verdrängungswettbewerb zu Lasten des Fernsehens kommen?

Werres: Für die TV-Sender ist das Internet ein zusätzlicher Vertriebskanal für Videoinhalte, den sie – wie man am Beispiel der Mediatheken sieht – erfolgreich nutzen. Einen Verdrängungswettbewerb sehen wir derzeit nicht, vielmehr ein Miteinander von Fernsehen und Internet. Denn die Fernsehnutzung ist in den vergangenen Jahren in allen Altersgruppen konstant geblieben oder hat sogar noch zugenommen. Auch Jüngere sehen – entgegen früher geäußerter Hypothesen – nicht weniger fern.

Digitalmagazin: Herr Werres, vielen Dank für das Gespräch.

www.tns-infratest.com

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