DAUN, 06.09.2011 - 07:58 Uhr
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Kabel Eins startet HbbTV-Angebot – Bedeutung für Werbemarkt wächst

Digitalmagazin im Gespräch mit Lars Friedrichs, Leiter Hybrid-TV und Teletext bei Pro Sieben Sat 1 Digital

Kabel Eins ist seit 1. September mit einem eigenen Zusatzangebot auf Basis von Hybrid Broadcast Broadband TV (HbbTV) on air. Konkret werden damit ein elektronischer Programmführer (EPG), eine Voting-Applikation sowie ein Video-Center mit 1.200 Clips über das HbbTV-taugliche Endgerät verfügbar. Lars Friedrichs, Leiter Hybrid-TV und Teletext bei Pro Sieben Sat 1 Digital, ist fest davon überzeugt, dass die Bedeutung von HbbTV im Werbemarkt weiter wachsen wird. „Es ist mit Red-Button-Funktion – dem direkten Link vom TV auf spezielle Internetseiten per Knopfdruck – erstmals möglich, echte konvergente Werbekampagnen umzusetzen“, betont Friedrichs im Gespräch mit Digitalmagazin.

Digitalmagazin: Herr Friedrichs, seit Beginn der IFA verbreitet Kabel Eins ein eigenes HbbTV-Angebot. Was umfasst der Dienst?

Friedrichs: Das HbbTV-Angebot von Kabel Eins wird aus den gleichen Bausteinen wie bei Sat 1 und Pro Sieben bestehen: also unter anderem ein elektronischer Programmführer (EPG), eine Voting-Applikation sowie ein Video-Center, in dem Videoclips abrufbar sind, die sich auf Kabel Eins-Formate beziehen und natürlich Wetter und eine Verlinkung zum Video-on-Demand-Portal Maxdome. Zum Start am 1. September wurde die Gestaltung des HD-Texts komplett überarbeitet, was auch von den HbbTV-Angeboten von Sat 1 und Pro Sieben in absehbarer Zeit übernommen wird.

Digitalmagazin: Für welche TV-Formate bietet sich die Voting-Applikation an?

Friedrichs: Ähnlich wie bei der Teletext-TED-Frage muss das Voting nicht unbedingt Bezug zu einem Format haben. So können auch aktuelle politische Themen Grundlage für die Fragestellung sein. Aber grundsätzlich bieten sich alle Formate an, um sich eine Meinungstendenz bei den Zuschauern abzuholen. Wir können beispielsweise nach einer Kochsendung darüber abstimmen lassen, welches Gericht den Zuschauern am besten schmecken würde. Oder einfach ein Voting über den Lieblingsstar einer Serie initiieren. Vorstellbar ist aber auch eine Abstimmung um den beliebtesten Teilnehmer bei Kabel Eins-Formaten wie „The Biggest Loser“.

Digitalmagazin: Das Video-Center stellt aktuell über 1.200 formatbezogene Clips zur Verfügung. Worum handelt es sich dabei konkret? Sind auch komplette Kabel Eins-Formate abrufbar?

Friedrichs: Im Augenblick stellen wir Shortclips aber auch ganze Beiträge unserer zehn Top-Formate zum Abruf bereit. Das sind gerade „K1 Magazin“, „Die strengsten Eltern der Welt“, „The Biggest Loser“, „Abenteuer Leben“, „Abenteuer Tuning“, „Abenteuer Auto“, „Stellungswechsel“, „Täglich Wissen“, „Schluss mit Hotel Mama“ und „Top Gear“.

Natürlich bauen wir unser Angebot auch kontinuierlich weiter aus. Allerdings nur bis zu einem gewissen Umfang, weil es auch noch anwenderfreundlich bleiben soll. Denn bei dem ganzen Hybrid-Hightech darf man eins nicht vergessen; die Navigation findet meistens noch über die Fernbedienung, also überwiegend über vier Pfeiltasten statt. Wir wechseln aber laufend die Inhalte, so dass die Zuschauer immer neue Clips angeboten bekommen.

Digitalmagazin: Wie werden Sie dieses On Demand-Angebot künftig ausbauen?

Friedrichs: Wir bieten ja bereits eine Verlinkung auf der Startseite über unser HbbTV-Angebot auf Maxdome. Maxdome ist mit mehr als 35.000 Titeln Deutschlands größte Online-Videothek. Wir können uns für HbbTV aber auch aus dem klassischen Netz gängige Bewegtbildangebote wie „7-day catch-up“ vorstellen.

Digitalmagazin: Die Kabel Eins-Schwestersender Pro Sieben und Sat 1 haben bereits vor einem Jahr HbbTV-Angebote gestartet. Wie haben sich die Nutzerzahlen seither entwickelt?

Friedrichs: Wir sind mit der Entwicklung wirklich sehr zufrieden. Mittlerweile bewegen wir uns im sechsstelligen Bereich. Wir erwarten zum Weihnachtsgeschäft einen hohen Absatz von hybriden TV-Geräten. Ich denke, in den nächsten Jahren wird sich HbbTV in den deutschen Wohnzimmern etablieren.

Digitalmagazin: Eine Einschätzung: Welche Rolle spielt HbbTV künftig innerhalb des Geschäftsmodells werbefinanzierter Sender?

Friedrichs: Mit der zunehmenden Verbreitung von hybriden TV-Geräten und der entsprechenden Aufklärung der Verbraucher wird auch die Bedeutung von HbbTV im Werbemarkt weiter deutlich wachsen. Es ist mit Red-Button-Funktion – dem direkten Link vom TV auf spezielle Internetseiten per Knopfdruck – erstmals möglich, echte konvergente Werbekampagnen umzusetzen. HbbTV ist eine ideale Werbeplattform für komplexe und innovative Produkte, da sich umfangreiche Online-Inhalte als Ergänzung zum TV-Spot nun auf dem Fernseher darstellen lassen. Wir bieten auch jetzt schon in Form eine HbbTV-Pilot-Paketes umfangreiche Werbemöglichkeiten im HbbTV-Angebot aller drei Sender, also Sat 1, Pro Sieben und Kabel Eins, an. Dieses Paket umfasst eine mindestens vierwöchige Kampagne mit verschiedenen Werbeformen (Display-Ads, Supercorner, Video-Ads) und individueller bildschirmfüllender HbbTV-Microsite, die in die HbbTV-Angebote eingebunden werden. Wir zeigen gerade auf der IFA in Halle 11.1/8 noch bis zum 7. September in einem Showcase gemeinsam mit den Fraunhofer-Forschern und Volkswagen, wie mit HbbTV die Werbung der Zukunft aussehen kann.

Digitalmagazin: Herr Friedrichs, vielen Dank für das Gespräch.

www.kabeleins.de

www.prosiebensat1digital.de

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