DAUN, 24.02.2012 - 11:57 Uhr
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Media Broadcast gegen Digitale Dividende II – „WRC-12 setzt DVB-T aufs Spiel“

Der Sendernetzbetreiber Media Broadcast hat am 24. Februar mit Nachdruck für eine Bestandssicherung der digitalen Terrestrik plädiert. Hierzu gehöre zwingend die langfristige, planbare Verfügbarkeit der heute genutzten Rundfunkfrequenzen zur digitalterrestrischen Rundfunkübertragung, teilte das Unternehmen mit. Diese seien nach einem Entschluss der am 17. Februar in Genf zu Ende gegangene Weltfunkkonferenz WRC in Teilen gefährdet. So könnte ab 2015 knapp ein Drittel des heute für das terrestrische Fernsehen DVB-T genutzten Spektrums (694-790 MHz) parallel auch dem Mobilfunk zugewiesen werden. Damit drohe die Digitale Dividende II Realität zu werden. Sie gefährde nach Einschätzung vieler Marktteilnehmer die Entwicklungsperspektive von DVB-T deutlich. Zudem sei damit der störungsfreie Empfang des digitalen Antennenfernsehens weiter bedroht, hieß es in Bonn.

Media Broadcast-Chef Kraus: „Verantwortliche legen Axt an die Wurzel der Digitalterrestrik“

„Innovation braucht Planungssicherheit. Belastbare Aussagen zur langfristigen Nutzung der heutigen Rundfunkfrequenzen sind daher zwingend notwendig“, erklärte Bernd Kraus, CEO der Media Broadcast. „Wir appellieren an die europäischen Institutionen, die Bundesregierung und die Länder, die WRC-12-Ergebnisse mit Blick auf die Rundfunkfrequenzen nicht umzusetzen. Mit den in Genf getroffenen Vereinbarungen legen die Verantwortlichen die Axt an die Wurzel der Digitalterrestrik“, machte Kraus deutlich. Bereits 2009 wurde das verfügbare Frequenzspektrum zu Lasten des Rundfunks beschnitten. So wurden in Deutschland mit der Digitalen Dividende I circa 20 Prozent der Rundfunkfrequenzen zugunsten des Mobilfunks umgewidmet. Damit habe der Rundfunk bereits seinen signifikanten Beitrag zur Breitbandstrategie der Bundesregierung geleistet. Gleichwohl erfolge der aktuelle LTE-Ausbau – ermöglicht durch die Digitale Dividende I – erheblich schleppender als ursprünglich festgelegt. Zudem sorge die nach wie vor offene Störproblematik von LTE in Kabelnetzen, bei DVB-T-Empfängern oder Funkmikrofonen für Verunsicherung, hieß es bei dem Sendernetzbetreiber.

DVB-T wichtiger Bestandteil der digitalen Fernseh-Programmverbreitung

Eine weitere Beschneidung des Frequenzspektrums zu Lasten des Rundfunks wäre daher in jeder Hinsicht einseitig und unsachgemäß: DVB-T sei ein wichtiger Bestandteil in der digitalen Fernseh-Programmverbreitung, wie regelmäßige Programmaufschaltungen und Vertragsverlängerungen belegen. DVB-T ermöglicht dem Fernsehzuschauer den kostengünstigsten Empfang der reichweitenstärksten TV-Programme, auch portabel oder mobil. Ein zusätzlicher Frequenzverlust gemäß WRC-12 wäre nicht nur aus Verbrauchersicht inakzeptabel. Es würde auch dem ordnungspolitisch gewünschten Infrastrukturwettbewerb widersprechen.

Weiterentwicklung der Terrestrik: DVB-T2 und hybride Angebote

Als Pionier der Digitalterrestrik will der DVB-T-Sendernetzbetreiber Media Broadcast auch künftig einen wichtigen Beitrag leisten, um dem Antennenfernsehen neue Perspektiven zu geben. Gemeinsam mit allen Marktbeteiligten evaluiert Media Broadcast die Weiterentwicklung der Terrestrik. So bietet der neue terrestrische Übertragungsstandard DVB-T2 die Chance, die Programmanzahl und -qualität spürbar zu erhöhen. Darüber hinaus werden hybride Angebote möglich, die Internet-Inhalte auf den Fernsehbildschirm bringen und zusätzliche TV-Dienste ermöglichen.

www.media-broadcast.com

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