DAUN, 06.09.2011 - 12:39 Uhr
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Mehr als zwei Drittel der deutschen Haushalte empfangen digitales Fernsehen – Digitalisierungsbericht 2011

Mehr als zwei Drittel der deutschen TV-Haushalte empfangen digitales Fernsehen, das entspricht 25,5 Millionen von insgesamt 37,7 Millionen Haushalten. Der Zuwachs von 2,4 Millionen gegenüber dem Vorjahr ist auf einen Anstieg auf allen vier Übertragungswegen Kabel, Satellit, Terrestrik (DVB-T) und Internet zurückzuführen, teilten die Medienanstalten am 6. September mit.

Diese Trends aus dem Digitalisierungsbericht 2011 wurden seitens der Medienanstalten am 6. September in Berlin im Rahmen der medienwoche@IFA präsentiert. Regina Deck von TNS Infratest, die die Studie im Juni dieses Jahres betreut hat, erläuterte Hintergründe und Details. Den größten absoluten Zuwachs gab es beim Kabel: Von den 18,9 Millionen Haushalten, die Fernsehen via Kabel empfangen, haben aktuell 42,5 Prozent einen digitalen Anschluss (gegenüber 37,8 Prozent im Vorjahr). Das entspricht einer Zuwachsrate von etwa zwölf Prozent. Den Übertragungsweg DVB-T nutzen 11,8 Prozent der Fernsehhaushalte (Vorjahr: 11,1 Prozent), hier betrug die Steigerungsrate rund sechs Prozent. Am größten sind die anteiligen Zuwächse bei DSL-TV mit rund 30 Prozent, allerdings nutzen diesen Übertragungsweg insgesamt nur drei Prozent der Haushalte (Vorjahr: 2,3 Prozent).

Digitalisierungszuwachsrate beim Satellit nur rund neun Prozent

Der Übertragungsweg Satellit verlangt aktuell besondere Aufmerksamkeit, denn das analoge Signal ist ein Auslaufmodell: Es wird am 30. April 2012 abgeschaltet. Zwar empfangen bereits 86,4 Prozent der Satelliten-Haushalte digitales Fernsehen gegenüber 79,1 Prozent im Vorjahr (Zuwachsrate rund neun Prozent). Dennoch bleibt es eine wichtige Aufgabe, die verbleibenden 2,3 Millionen Satellitenhaushalte auf den Umstieg vorzubereiten.

Täglich müssen 6.886 Haushalte auf digitalen Satempfang umstellen

Hochgerechnet müssen sich bis Ende April des kommenden Jahres täglich 6.886 Haushalte umstellen. Zur Information von Zuschauern, Wohnungswirtschaft und Handwerk haben die Medienanstalten in Kooperation mit ARD, RTL, Pro Sieben Sat 1, ZDF und dem Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) das Projektbüro Klardigital eingerichtet.

Entwicklung im offenen Internet bei Rundfunkübertragungswegen einbeziehen

Hans Hege, Beauftragter für Plattformregulierung und Digitalen Zugang der Kommission für Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten (ZAK), sagte im Rahmen der Präsentation: „Die Zukunft der Rundfunkübertragungswege kann nicht mehr betrachtet werden, ohne die Entwicklung im offenen Internet einzubeziehen. Mit den hybriden Smart-TV-Geräten kommt das Internet auf den großen Bildschirm im Wohnzimmer. Es wird darauf ankommen, die Zugangsoffenheit von Netzen nunmehr auch auf der Geräteebene abzusichern, um den Verbrauchern einen gleichberechtigten Zugang zu den Inhalten zu ermöglichen.“

Befragung von 8.000 Personen

Seit 2005 veröffentlichen die Medienanstalten jährlich einen Digitalisierungsbericht mit Daten zum Stand der Digitalisierung auf den verschiedenen Rundfunkübertragungswegen sowie mit einem Analyseteil. 2011 liegt der Schwerpunkt der Analysen auf den Themen Onlinevideomarkt und Digitalradio. Die Daten zum Stand der Digitalisierung werden von TNS Infratest jeweils im Frühsommer anhand computergestützter telefonischer Interviews (CATI) erhoben. Die Grundgesamtheit dieser Erhebung bilden alle deutschsprachigen Privathaushalte in Deutschland, das sind rund 39 Millionen Haushalte. Die 37,7 Millionen Haushalte, in denen mindestens ein Fernseher vorhanden ist, bilden die Basis für Ergebnisse des Digitalisierungsberichts 2011. Befragt wurden 8.000 Personen.

Für alle TV-Geräte im Haushalt wurden die Übertragungswege erfasst. Empfängt ein TV-Haushalt mit einem Gerät sowohl terrestrisch als auch via Satellit, wurden beide Wege aufgenommen. Damit ergibt sich in einigen Auswertungen des Berichts eine Gesamtsumme von mehr als 100 Prozent, hieß es.

www.die-medienanstalten.de

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