DAUN, 02.01.2014 - 11:49 Uhr
Radio

30 Jahre privater Hörfunk in Deutschland

Vor 30 Jahren startete das Privatradio in Deutschland: Der „Urknall Medienlabor“ fand am 1. Januar 1984 statt. Noch vor dem Start des Privatfernsehens ging am frühen Morgen des Neujahrstages vor 30 Jahren „Radio Weinstraße“ auf Sendung. „On Air“ wäre der falsche Ausdruck, denn Privatradio war im Kabelpilotprojekt Ludwigshafen und in der Vorderpfalz nur leitungsgebunden zu empfangen. „Was für einige tausend Kabelhaushalte in Rheinland-Pfalz begann, ist heute eine Säule des dualen Rundfunksystems in Deutschland“, bewertet Boris Lochthofen, stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk (APR), die Entwicklung. Die Gattung Hörfunk sei beliebt wie nie zuvor, wenn man sich die Ergebnisse der Forschung ansehe. Auch in der Online-Welt behaupte sich das Radio. „Solide Informationen, Service und Unterhaltung als Dein Begleiter durch den Tag, der Dir nicht die Zeit stiehlt - das ist das Erfolgsrezept von Radio“, so Lochthofen.

APR: Ordnungspolitische Weichenstellungen immer noch geboten

Das Privatradio habe in den zurückliegenden 30 Jahren seine Stammhörer begeistert und ständig neue junge Hörer gefunden. Lokal und regional bietet das private Radio Informationen, die sonst in keinem anderen Medium verfügbar seien, hieß es am 1. Januar bei der APR. Gerade das lokale und regionale Radio vermittle lokale Identität und sei für den Hörer unverzichtbar. Die Sicherung der ökonomischen Basis des Radios sei aber nach wie vor eine aktuelle medienpolitische Aufgabe, so der Vorsitzende der APR. Die sinnvolle Abgrenzung der Finanzierung einerseits des öffentlich-rechtlichen Radios vorrangig aus dem Rundfunkbeitrag und andererseits des Privatradios ausschließlich aus der Werbung sei noch nicht gelöst. Öffentlich-rechtliche Programme könnten sich ökonomisch auf der Basis der Beitrags-Milliarden ganz anders verhalten als private mittelständische Radio-Unternehmen, die sich nur am Werbemarkt finanzieren. Die überraschend hohen Mehreinnahmen des Rundfunkbeitrags eröffnen nach Ansicht von Lochthofen den medienpolitischen Gestaltungsspielraum, für das ARD-Radio bundesweit das NDR-Werbemodell einzuführen. Danach kann jede Rundfunkanstalt werktagtäglich 60 Minuten Werbung in einem ihrer Radioprogramme verbreiten. Für Lochthofen ist das eine ordnungspolitisch gebotene Weichenstellung. Sie räumt dem Privatradio 30 Jahre nach seinem Start eine verbesserte finanzielle Grundlage ein, um für die weitere Digitalisierung der Audio-Angebote gerüstet zu sein.

www.privatfunk.de

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