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DAUN, 10.08.2021 - 09:19 Uhr
Radio - Satellit

ARD Hörfunksender auf Satellit umgezogen – Das müssen Sie jetzt beachten

Die ARD strahlt seit dem 20. Juli ihr Hörfunkangebot über Satellit Astra 19,2° Ost nicht nur über neue Empfangsfrequenzen aus, sondern änderte auch die Übertragungstechnik. InfoDigital erklärt, was Hörerinnen und Hörer beachten müssen, um die Programme künftig weiter empfangen zu können.

Seit 2005 verbreitet die ARD ihre Hörfunkprogramme digital auch via Satellit auf der Astra Orbital-Position 19,2° Ost. Um Hörern zukünftig ein technisch besseres und inhaltlich umfassendes Angebot zur Verfügung zu stellen, stellt die ARD seit dem 20. Juli 2021 alle Hörfunkprogramme verteilt auf zwei von der ARD bereits genutzten Satellitentranspondern 39 und 61 bereit.

Zum 14. Dezember 2021 wird die ARD das bisherige Hörfunkangebot auf Transponder 93, Frequenz 12.266 H, SR 27500, FEC 3/4 abschalten. Das Angebot über die Transponder 39 und 61 ersetzt zukünftig die bisherige Ausstrahlung und erlaubt, dank des neuen Audiostandards, eine effiziente Nutzung der vorhandenen Frequenzressourcen.

Hintergrund: Sparanstrengungen der ARD

Hintergrund für die Beendigung sind die Sparanstrengungen der ARD. Die bisherige Ausstrahlung der ARD-Hörfunkprogramme via Satellit auf dem Transponder 93 bindet viele Frequenzressourcen. Damit Satellitenhaushalte weiterhin ein großes Programmangebot nutzen können, habe sich die ARD trotz Spardruck gegen die ersatzlose Streichung entschieden, wie die ARD mitteilt. Stattdessen biete die ARD ein modernes und umfassendes Programmangebot, das kosteneffizienter sei - bei größtmöglicher Kompatibilität zur vorhandenen Empfangstechnik.

Mehr als 15 Jahre lang sorgte die ARD für Kontinuität mit einem mittlerweile überholten Audio Codier-Standard MPEG1 L2. Dies sei laut ARD Angaben wesentlich länger als die Innovationsschritte anderer Technikbereiche. Laut eigenen Angaben habe man sich trotz Spardruck und im Sinne ihrer Hörer gegen die ersatzlose Streichung des Hörfunk-Angebots über Satellit entschieden. Stattdessen biete die ARD weiterhin alle Programme bei größtmöglicher Kompatibilität zur im Markt vorhandenen Empfangstechnik an. Im Zuge der Umstellung werde laut ARD die Wirtschaftlichkeit durch die Optimierung bestehender Satellitenkapazitäten wesentlich verbessert.

Konsequenzen für Satellitenhaushalte mit älterer Ausstattung von Empfangsgeräten

Doch diese Änderungen haben Konsequenzen für Satellitenhaushalte mit älterer Ausstattung von Empfangsgeräten. Denn, um die Hörfunkprogramme weiter empfangen zu können, müssen Sat-Haushalte mit einem DVB-S2 Empfangsgerät (Set-Top-Box, Receiver oder Fernseher) ausgestattet sein der das moderne Audioformat AAC-LC (Advanced Audio Codec – Low Complexity) beherrscht.

Mit älteren SD-Receivern sowie vereinzelt ältere HD-Receiver-Modellen, die das Audioformat AAC-LC nicht unterstützen, können die ARD Radiosender künftig nicht mehr empfangen und müssen ausgetauscht werden. Die meisten modernen standardkonformen HD-Receiver und TV-Geräte unterstützen den Codec allerdings problemlos.

Laut ARD-Angaben liegt der Anteil der DVB-S2-Geräte im Markt mittlerweile bei weit über 85% der Fernsehhaushalte in Deutschland. Der Audiostandard AAC-LC ist mittlerweile Bestandteil des DVB-S2-Standards und wird, laut ARD-Angaben von allen seit ca. 2012 im Markt erhältlichen, standardkonformen DVB-S2-Empfängern (Set-Top-Box oder Fernseher) unterstützt. AAC benötigt im Gegensatz zum bisherigen Standard MPEG1 L2 laut ARD-Angaben bei gleicher Klangqualität weniger Datenrate und erlaubt so eine effizientere und kostengünstigere Verbreitung.

Wenn das Empfangsgerät über den DVB-S2 Standard verfügt und das moderne Audioformat AAC-LC beherrscht, steht dem weiteren Empfang der ARD-Hörfunkprogramme über Satellit künftig nichts mehr im Wege. Um die Programme weiter empfangen zu können, ist lediglich ein manueller Suchlauf auf den neuen Frequenzen erforderlich, über die die Sender zu empfangen sind.

Die neuen Empfangsdaten der ARD-Hörfunksender:

  • Transponder 39, Frequenz 11.053 H, SR 22000, FEC 2/3 (DVB-S2 – 8PSK) Ausgestrahlt werden die Hörfunkprogramme des BR, NDR, Radio Bremen, SR, SWR sowie WDR.
  • Transponder 61, Frequenz 10.891 H, SR 22000, FEC 2/3 (DVB-S2 – 8PSK) Ausgestrahlt werden die Hörfunkprogramme des HR, MDR und RBB.

Was ist, wenn das DVB-S2 taugliche Empfangsgerät nicht über den Audiostandard AAC-LC verfügt?

Sofern Ihr Empfangsgerät zwar zum Empfang von Programmen im DVB-S2 Standard geeignet ist, die Programme nach dem Suchlauf auch gefunden wurden, aber kein Ton zu hören ist, unterstützt ihr Empfangsgerät möglicherweise nicht das von der ARD verwendete Audioformat AAC-LC. In diesem Fall wenden Sie sich am besten an Ihren Fachhändler und erkundigen sich, ob der Hersteller des Geräts ggf. durch ein Software-Update das Audioformat ermöglicht. Sollte dies nicht möglich sein, führt der Weg nicht mehr vorbei, sich ein neues Empfangsgerät anzuschaffen, welches das Audioformat unterstützt.

Tipp für Kabelhaushalte

Wer die ARD Radioprogramme über den Kabelanschluss hört, sollte einen Suchlauf erst nach Aufforderung durch den jeweiligen Kabelnetzbetreiber durchführen, rät die ARD.

Weitere Infos

Weitere Informationen zum Radioempfang über Satellit, eine vollständige Programmübersicht sowie allgemeine Hinweise zum Sendersuchlauf gibt es auf der Website von ARD-Digital unter der folgenden Adresse: www.ard-digital.de/transponderwechsel


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