DAUN, 08.12.2022 - 15:30 Uhr
Radio - DAB+

DAB+ Warnfunktionalität getestet

„Radio ist und bleibt eine unverzichtbare Komponente eines gesamtheitlichen Warnsystems für die Bevölkerung, aber es ist noch viel zu tun.“ Dies ist das Fazit des heutigen Warntages aus Sicht der Sendenetzbetreiber „Milling Broadcast Services GmbH“ und „RegionalRadioBW“.

Beide haben heute die Warnfunktionalitäten des digitalen Radiostandards DAB+ in Teilen von Rheinland-Pfalz (Region Bad Kreuznach), Baden-Württemberg (Heilbronn-Stuttgart) und Mecklenburg-Vorpommern (Rostock) getestet.

Dazu wurde um 11 Uhr ein Alarmsignal auf den jeweiligen lokalen DAB-Programmpaketen ausgesendet. Dieses Signal soll moderne Digitalradio-Empfänger und Autoradios dazu bewegen, vom laufenden Radioprogramm auf einen Warnkanal umzuschalten bzw. Empfänger im Standby-Betrieb zu aktivieren und die Nachricht laut abzuspielen. Unter Einbeziehung der radioaffinen Community in Deutschland konnte so gleichzeitig festgestellt werden, welche Radioempfänger bereits jetzt die Alarm-Meldungen auswerten können.

„Hier gibt es noch Nachholbedarf“, so Dana Diezemann, Inhaberin der RadioRegionalBW. „Besonders ältere Geräte verstehen das Alarm-Flag nicht. Jedoch auch ohne Alarmschaltung könnte DAB+ bereits jetzt bei der Bevölkerungsalarmierung unterstützen durch die Einrichtung eines dauerhaften Kanals, auf dem Warnmeldungen in Wort und Text übertragen werden.“

Dem kann Christian Milling, Geschäftsführer der Milling Broadcast Services GmbH nur beipflichten: „Das neue groß beworbene Cell Broadcasting hat auf unseren Endgeräten nicht funktioniert, Meldungen über Nina und Katwarn kamen entweder nicht oder nur mit großer Verzögerung an, die Webseite des BBK war lange Zeit überlastet oder meldete, dass keine Meldungen vorliegen und die im Ort installierte Sirene war nur sehr leise vernehmbar. Lediglich die MoWas Meldung für Rundfunk und TV kam zeitnah an und konnten dank Text-To-Speech Synthetisierung kurz darauf in den DAB+ Multiplexen ausgestrahlt werden.“

Cell Broadcast auch bei der INFOSAT Redaktion ein Flopp

Auch bei der INFOSAT-Redaktion versagte das hochangepriesene Cell Broadcasting und auf mehreren, eigentlich dafür tauglichen Android-Testgeräten und das, obwohl bei allen Geräten die notwendigen Funktionen aktiviert waren. Einzig was über die Smartphones durchkam, war eine Warnmeldung über die Katwarn-App. Im Gegensatz dazu funktionierte die Warnung auf dem im Standby-Betrieb befindlichen Digitalradiogerät von TELESTAR DIRA M1 Mobil sowie weiteren DAB+ Testgeräten im eingeschalteten Betrieb einwandfrei.

In der Stuttgarter Region testeten unter Realbedingungen Autoradiohersteller ihre neuen Modelle auf die DAB+ Warnfunktionalität. Das DAB+ Signal wurde in allen 3 Fällen durch die Open Source Software „Open Digital Radio“ erzeugt. „Bereits im Vorfeld des Warntages wurde bei Tests deutlich, dass die maßgeblichen Warnfunktionen unterstützt und damit den Anforderungen für die Bevölkerungswarnung mehr als gerecht wird“, so Dana Diezemann. „Sollten zukünftig weitere Anforderungen an die DAB+ Funktionalitäten gestellt werden, lässt sich dies dank offenem Quelltext leicht ergänzen“.

Beide Sendenetzbetreiber arbeiten eng mit den Medienanstalten und den Endgeräte-Herstellern zusammen, um hier auch 2023 ein noch besseres „Warnerlebnis“ zu erreichen. Die EWF Warnkanäle sollen fester Bestandteil der genannten lokalen DAB Ensembles bleiben. „Nach den Erfahrungen, die wir 2021 mit dem Ahrtalradio nach der Flut an der Ahr gemacht haben, wissen wir, welchen unschätzbar wichtigen Beitrag Radio vor, während und nach einer Katastrophe spielt. Diese Erkenntnisse wollen wir in die Verbesserung der Warnsysteme in Deutschland mit einbringen“, so Milling weiter.

 


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