DAUN, 14.03.2022 - 10:00 Uhr
Radio - DAB+

Deutschlandradio kündigt zwölf neue DAB+ Sendeanlagen für 2022 an

Bis Ende 2022 über 161 DAB+ Standorte verfügbar

Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über den Rundfunkbeitrag setzt Deutschlandradio sein Engagement für den flächendeckenden Ausbau des ersten bundesweiten DAB+ Sendernetzes fort. Für das Jahr 2022 sei die Inbetriebnahme zwölf weiterer Sendeanlagen beim Netzbetreiber Media Broadcast beauftragt, kündigte der öffentlich-rechtliche Sender am 14. März an.

Die Inbetriebnahme der Standorte wurde im Frühjahr begonnen und reicht bis in den Herbst. Bereits am 16. März werde in Reutlingen ein erster neuer Sender in Betrieb genommen. Die weiteren Sendeanlagen werden dann sukzessive in den kommenden Monaten aufgebaut und in Betrieb genommen. Die Einschalttermine der einzelnen Standorte werden laut Angaben des Sendernetzbetreibers Media Broadcast nach Abschluss der Detailplanungen bekanntgegeben.

Mit jeweils zwei neuen Standorten in den Bundesländern Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie weiteren Sendern in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen verbessern sich die Empfangsbedingungen vor allem für Hörerinnen und Hörer so auch in dünner besiedelten Regionen deutlich.

Bereits im Ende August vergangenen Jahres kündigte Deutschlandradio den Ausbau in Petkus, Reutlingen, Pfaffenhofen, Güstrow und Torgelow an (INFOSAT berichtete).

Netzausbau im Kanal 5C in 2022, Quelle Media Broadcast

Mit den bereits im August 2021 angekündigten sechs Sendestandorten sind nun laut Angaben von Deutschlandradio folgende Standorte in Vorbereitung (Empfangsregion in Klammern):

Brandenburg

  • Eisenhüttenstadt/Neuzelle (Kreis Oder-Spree, Eisenhüttenstadt, Guben)
  • Petkus (Kreis Teltow-Fläming, Baruth/Mark)

Baden-Württemberg

  • Reutlingen (Reutlingen, Tübingen, B27)

Bayern

  • Pfaffenhofen/Ilm (Kreis Pfaffenhofen, A9)
  • Unterringingen (Bissingen, Landkreis Dillingen)

Mecklenburg-Vorpommern

  • Güstrow (Güstrow, A19)
  • Torgelow (Kreis Vorpommern-Greifswald, A20, B109)

Niedersachsen

  • Steinkimmen (Kreis Oldenburg, A28)
  • Uelzen (Kreis Uelzen)

Sachsen

  • Zwickau (Zwickau, A4)

Schleswig-Holstein

  • Hennstedt (Kreise Dithmarschen und Steinburg, Itzehoe)
  • Süderlügum (Kreis Nordfriesland, B5)

Bis Ende 2022 über 161 DAB+ Standorte verfügbar

Zum Ende dieses Jahres wird das Sendernetz des 1. nationalen DAB+ Programmensembles im Kanal 5C insgesamt 161 Standorte umfassen. Dadurch wächst die Zahl der Einwohner, welche die Programme mit einer Zimmerantenne zuhause empfangen können, auf etwa 74,6 Millionen. Das entspricht etwa 90 Prozent der Bevölkerung. Die Flächenversorgung für mobilen Empfang wird voraussichtlich fast 97 Prozent betragen, wobei die Reichweite entlang der Autobahnen bereits bei über 99 Prozent liegt.

Empfangscheck

Unter www.dabplus.de/empfang steht den Hörerinnen und Hörern ein Empfangscheck zur Verfügung, mit dem durch Eingabe der Postleitzahl die DAB+ Empfangssituation vor Ort geprüft werden kann.

Die Verbreitung über den Digitalradiostandard DAB+ ist durch den deutlich niedrigeren Stromverbrauch pro Radioprogramm um rund ein Drittel wirtschaftlicher als über UKW. Hörerinnen und Hörer profitieren von der hohen Klangqualität, einer großen Senderauswahl und zahlreiche Zusatzdiensten.

Private Radioprogramme im 1. DAB+ Bundesmux profitieren vom DAB+ Ausbau

Über die erste nationale DAB+ Programmplattform, dem sogenannten 1. DAB+ Bundesmux, werden neben den öffentlich-rechtlichen Deutschlandradio-Programmen Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur, Deutschlandfunk Nova und dem Digitalkanal „Deutschlandfunk Dokumente und Debatten“ zahlreiche private Radioprogramme ausgestrahlt, die durch den Sendernetzausbau von den verbesserten Empfangsmöglichkeiten profitieren werden. Dazu zählen die privaten Sender Absolut Relax, Energy, ERF Plus, Klassik Radio, Radio Bob!, Radio Hoereb, Schlagerparadies, Schwarzwaldradio und Sunshine Live.

„Nachdem der Netzausbau des 1. DAB+ Bundesmux in den letzten beiden Jahren aus verschiedenen Gründen nicht in vollem Umfang umgesetzt werden konnte, werden wir in 2022 mit den zwölf neuen Senderstandorten wieder in vielen Regionen für mehr Auswahl und einen noch besseren DAB+ Empfang sorgen. Damit geben wir der positiven Entwicklung von DAB+ in Deutschland einen weiteren wichtigen Impuls“, sagt Arnold Stender, Geschäftsführer von Media Broadcast.

Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue sagte bereits im August 2021 zu den Ausbauplänen: „Wir sind von der Digitalisierung des Hörfunks überzeugt. Über UKW erreichen wir aufgrund des Frequenzengpasses im Sendernetz beim Deutschlandfunk nur eine Flächenabdeckung von rund 70 Prozent, bei Deutschlandfunk Kultur sind es sogar nur 52 Prozent. Der DAB+ Ausbau steht für den Anspruch, unser Informations- und Kulturangebot auch im ländlichen Raum für viele Menschen frei zugänglich zu machen. Im Gegensatz zum ohnehin noch immer unzulänglichen Mobilfunknetz und zum Internetzugang zuhause sind mit DAB+ keine zusätzlichen Empfangskosten verbunden.“


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