DAUN, 21.09.2020 - 11:12 Uhr
Radio - DAB+

Endspurt für die EU-Mitgliedstaaten zur Umsetzung der EECC

DAB+ Digitalradiopflicht für Neuwagen

Bis zum 21. Dezember 2020 muss der European Electronic Communications Code (EECC), der am 20. Dezember 2018 in Kraft getreten ist von den EU-Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden. Dies betrifft insbesondere auch die Ausstattung von Neuwagen mit DAB+ Empfängern.

Laut Artikel 113 im Anhang XI des EECC muss jeder in ein Neufahrzeug der Kategorie M1 integrierte Autoradioempfänger, der ab dem 21. Dezember 2020 in der Union zum Verkauf oder zur Vermietung auf dem Markt bereitgestellt wird, einen Empfänger umfassen, der in der Lage ist, zumindest Funkdienste zu empfangen und wiederzugeben, die über digitalen terrestrischen Rundfunk bereitgestellt werden.

Die Verordnung gilt für alle EU-Mitgliedsstaaten – unabhängig des Status ihres aktuellen Digitalradio Ausbaus im DAB Standard. Überdies gibt sie den Ländern auch die Möglichkeit, neue Rechtsvorschriften für Verbraucherempfänger einzuführen. Mehrere EU-Nationen, darunter Deutschland, das Vereinigte Königreich und Italien, haben bereits Regelungen zur Umsetzung der EECC-Richtlinie in nationales Recht eingeführt.

In Deutschland müssen alle Radioempfänger in neuen Autos ab dem 21. Dezember 2020 Digitalradio-Funktionen enthalten. Die Marktdurchdringung bei DAB+ Autoradios erstreckt sich bereits jetzt fast auf die Hälfte aller Neuwagen. Für stationäre Radiogeräte, die mit einem Display ausgestattet sind, gilt in Deutschland künftig ebenfalls eine Digitalradiopflicht. In Italien müssen sogar alle neuen Radioempfänger, die ab Januar 2020 verkauft werden, DAB+ enthalten.

In Frankreich wird ein Vorschlag, wonach alle neuen Autoradios - in Übereinstimmung mit der EECC-Frist - Digitalradio-Funktionen enthalten müssen, diesen Monat vom Parlament geprüft. Spanien hat in der vergangenen Woche einen Entwurf seiner Telekommunikationsverordnung veröffentlicht, der ebenfalls mit der EECC übereinstimmt. Andere Länder, darunter die Niederlande, Belgien, Dänemark, Schweden, Österreich, Griechenland, die Tschechische Republik, Polen und Malta, haben alle Verfahren zur Umsetzung der EECC in nationales Recht eingeleitet.

Auch in Großbritannien werden ab 2021 alle Radios, die in neuen Personenkraftwagen eingebaut werden, standardmäßig mit Digitalradio ausgestattet sein. Die neuen Vorschriften wurden bereits durch das Parlament verabschiedet. Mit 2,38 Millionen DAB Empfängern in Neufahrzeugen stieg der Anteil an PKW-Neuzulassungen mit serienmäßigem DAB+ Empfang bereits im vierten Quartal 2019 auf 95 Prozent. Bei Nutzfahrzeugen waren immerhin bereits 64 Prozent der Neufahrzeuge mit DAB+ ausgestattet.

Patrick Hannon, Präsident des DAB Weltverbandes WorldDAB begrüßt die positive Entwicklung : "Die Entscheidung der EU, dass alle neuen Autoradios in der Lage sein sollten, digitale terrestrische Sendungen zu empfangen, hat die Aussichten für DAB+ Radio in Europa verändert. Eine wachsende Zahl von Ländern setzt die Richtlinie in nationales Recht um. Wir fordern die Länder, die die EECC noch nicht umgesetzt haben, dringend auf, umgehend zu handeln und dazu beizutragen, dass die Autofahrer in allen EU-Mitgliedstaaten von den Vorteilen des digitalen Radios profitieren – größere Programmauswahl, klarerer Ton und verbesserte Datendienste".

 


Diesen Artikel:
  • print Drucken
  • Bookmark Bookmarken

QR-Code mit dem Handy Scannen und diese(n) Seite / Artikel online Lesen:

 

Google QR Code Generator

QR Code for https://www.infosat.de/radio/endspurt-f-r-die-eu-mitgliedstaaten-zur-umsetzung-der-eecc
Oops... Sie benutzen eine zu alte Browserversion. Um die Seite Korrekt darzustellen benutzen sie bitte mindestens den Internet Explorer 8.
navigateup

Für die Ansicht der mobilen INFOSAT Webseite drehen Sie bitte ihr Handy.