DAUN, 20.06.2016 - 15:04 Uhr
Radio - DAB+

EWF warnt vor Katastrophen über Digitalradio DAB+

System voll funktionstüchtig und einsatzfähig

Wie kann die Bevölkerung über eine Katastrophe schnell, flächendeckend und mit allen nötigen Details informiert werden? Das ist eine Fragestellung, die wieder neue Relevanz erhalten hat, seit bundesweit in den Gemeinden – von der Bevölkerung fast unbemerkt - immer mehr Sirenen abgeschafft wurden, die noch in der Nachkriegszeit in solchen Fällen gewarnt hatten. Zu teuer im Unterhalt, die Signale kaum mehr bekannt, insgesamt nicht mehr zeitgemäß, das waren die Motive der Abschaffung. Tatsächlich zeigte sich aber in kurzer Zeit, dass dadurch eine Lücke entstanden war, die nicht befriedigend geschlossen werden konnte. Viele Städte und Gemeinden hatten bereits wieder über eine Neuanschaffung von Sirenen nachgedacht oder hatten alternativ ein Warnsystem via App angeschafft. Doch was tun, wenn auch das Mobilfunknetz gestört, überlastet ist oder Lücken aufweist?

Das so genannte EWF-System für Digitalradio DAB+, das von der Firma TMT in Bayreuth in einem Gemeinschaftsprojekt mit den Partnern Fraunhofer IlS, Bayern Digital Radio und NOXON entwickelt wurde, stößt in diese Lücke. EWF steht für „Emergency Warning Functionality“ und ist ein geeignetes Tool für digitale Radios, um die Bevölkerung innerhalb kürzester Zeit über drohende Gefahren oder Katastrophen zu benachrichtigen und ihr zusätzliche Informationen, wie z.B. Verhaltenshinweise, bereitzustellen. Das Besondere: Ob zu Hause, im Auto oder unterwegs – im Katastrophenfall schalten die Digitalradiogeräte automatisch auf das Notfallprogramm um und informieren über die Gefahrensituation. Geräte, die sich im Stand-by-Modus befinden, erwachen und schalten ebenfalls direkt die Notfallmeldung ein. Über die Radiodurchsage hinaus erfolgt die Warnung auch in Form mehrsprachiger Anzeigen auf dem Radiogerät. Dank des textbasierten Informationsservices „Journaline“ ist es außerdem möglich, zusätzliche, gegebenenfalls auch mehrsprachige Informationen und detaillierte Auskünfte zu geben über die aktuelle Lage, den zuständigen Ansprechpartner vor Ort, das betroffene Gebiet oder das richtige Verhalten im Notfall. Damit stellt EWF vor allem für Nichtmuttersprachler sowie für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen ein hilfreiches und lebensrettendes Tool in Katastrophenfällen dar. Darüber hinaus kann durch die Bereitstellung der Journaline-basierten Detailinformationen die Notfall-Hotline von Anrufen besorgter Bürger entlastet werden.

Ein erster Pilotversuch in Bayern hatte bereits gezeigt, dass das System voll funktionstüchtig und einsatzfähig ist. Mit zunehmender Verbreitung digitaler Radio-Empfangsgeräte erhält das System jetzt auch die nötige „Publikumsreife“.

Die Projektpartner haben Anfang Juni im Rahmen B2B-Hausmesse der Firma TMT in Bayreuth, das Warnsystem und das von TMT designte neue, weltweit einheitliche Logo vorgestellt, mit dem künftig Digitalradios gekennzeichnet werden, die mit der EWF-Funktion ausgestattet sind und mit der von TMT entwickelten Software alarmiert werden können.

Spezieller Kanal soll im Bedarfsfall selbstständig auf Warnkanal schalten

Damit die Informationen schnellstmöglich beim Hörer ankommen, soll es einen speziellen Warnkanal geben, auf den sämtliche Radiogeräte im Bedarfsfall automatisch umschalten bzw. aus dem Standby-Betrieb „aufgeweckt“ werden und selbstständig auf diesen Kanal schalten.

Bayern Digital Radio stellt Datenkapazität im DAB-Netz Bayern zur Verfügung

Der Netzbetreiber Bayern Digital Radio GmbH stellt für das EWF-Projekt Datenkapazität im DAB-Netz Bayern für die Aussendung von TII (Transmitter Identification Information) zur Verfügung. Damit sollen zukünftig Warnmeldungen räumlich gezielt an Radiogeräte versendet werden. Als Mitinitiator kümmert sich die BDR zudem um die Einbindung der Industrie, des Rundfunks und der Politik in das Projekt.

So funktioniert EWF

Im November 2014 fand im Landkreis Bayreuth eine Katastrophenschutzübung statt. Das folgende Video schildert den Ablauf der Bevölkerungswarnung, die Schnittstelle zur alarmierenden Integrierten Leitstelle sowie die Funktionen von EWF.

www.ewf.digital

www.tmt.de


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