DAUN, 13.11.2018 - 09:17 Uhr
Radio - DAB+

InfoDigital aktuell: RTL und DAB+ – Die Blockade ist durchbrochen

„RTL Radio Luxemburg auf DAB+ klingt gut“

Das Radio der Zukunft müsse sich an den Interessen der Hörer ausrichten. Mit DAB+ werde dies nicht gelingen, schrieb einmal Gert Zimmer, langjähriger Chef bei RTL Radio Deutschland. Die ablehnende Haltung der Berliner RTL-Gruppe gegenüber DAB+ schien in Stein gemeißelt und hielt – bis zum Abgang Zimmers. Lesen Sie mehr dazu in der aktuellen InfoDigital November-Ausgabe (Nr. 368), die im Zeitschriftenhandel oder als E-Paper für iPad sowie als Digital-Ausgabe (PDF-Datei) erhältlich ist.

Interview: Stephan Schmitter, Chef von RTL Radio und dem RTL Radiocenter Berlin im Gespräch mit InfoDigital

Wer in Berlin die RTL-Programme hören möchte, der kann das seit Sommer auch auf DAB+ tun. Damit ändert RTL Radio seine langjährige Politik gegenüber dem digital terrestrischen Hörfunk. Und selbst für den bundesweiten Radio Luxemburg-Nachfolger ist eine nationale DAB+-Ausstrahlung nicht mehr ausgeschlossen, meint Stephan Schmitter, Chef von RTL Radio und dem RTL Radiocenter Berlin im Gespräch gegenüber InfoDigital.

Herr Schmitter, frisch zur IFA haben Sie Ihre zwei RTL-Programme 104,6 RTL und 105,5 Spreeradio auf DAB+ aufgeschaltet. Nach einem so intensiven Kampf der letzten Jahre gegen das Digitalradio kam dieser Schritt für viele doch überraschend. Was haben Sie damit vor? Wir müssen sicherstellen, dass unsere regionalen Sendermarken möglichst auf jedem Empfangsweg vertreten sind, um in der MA eine möglichst große Reichweite zu erzielen. Ansonsten würde ich ja – wie im Beispiel von DAB+ in Berlin – freiwillig auf circa 10 Prozent meiner Kontaktchancen verzichten und mögliche vermarktbare Reichweite verschenken. Oder aber wir treiben die Hörer zu einem Wettbewerbsprodukt, wenn er seinen Lieblingssender auf DAB+ nicht finden kann. Beides kann nicht in unserem Interesse sein und deswegen haben wir uns als RTL Radio Deutschland hier im Markt seit Jahresbeginn neu positioniert. Die große Prämisse ist, dass es sich regional finanzieren lässt: Wenn dies der Fall ist, dann sehen wir DAB+ aus den beschriebenen Gründen als einen von vielen Empfangswegen neben dem Hauptübertragungsweg UKW, Kabel und IP. Das ist eine Momentaufnahme und wir werden diese Sichtweise immer wieder überprüfen, vor allem mit dem Blick auf die stetig wachsende Nutzung über IP und die immer noch immens starke Nutzung von UKW. Aber im Augenblick geht es darum, dass wir dort vertreten sind, wo der Hörer uns hören will – wir sind daher auch massiv gegen ein Abschaltdatum für UKW, was sehr kontraproduktiv für das private Radio wäre.

Das heißt, die langjährige Skepsis Ihres Hauses gegenüber DAB+ ist damit gebrochen? Wir müssen hier differenzieren: Wir sind nach wie vor der Meinung, dass eine nationales DAB+ Engagement nicht zu refinanzieren ist. Vor allem auch, wenn man sieht, welche Dynamik im Moment in der programmatischen, datengetriebenen Vermarktung liegt. Und diese überlebenswichtigen Daten kann uns DAB+ einfach nicht liefern. Aber wie gesagt: Wir prüfen ein Engagement in den regionalen Märkten und dort, wo es Sinn macht und es sich finanzieren lässt, müssen wir unseren Hörer die Möglichkeit geben, uns so zu hören wie sie es möchten. Das ist eine ganz einfache, pragmatische Feststellung eines langjährigen MA-getriebenen Radio-Machers.

Sie interessieren sich für regionale Märkte, sagen Sie. Was haben Sie da aktuell noch im Blick? Wir sind das Thema zunächst in Berlin angegangen. Für die drei Programme, an denen wir in Berlin beteiligt sind, haben wir nach der Anhörung dankeswerter Weise die Zulassung bekommen. In anderen Märkten strahlen wir im Falle von 89,0 RTL in Halle aufgrund lizenzrechtlicher Gründe schon länger auf DAB+ aus. Darüber hinaus sind wir in weiteren Ländern mit den Landesmedienanstalten im Gespräch, um sinnvolle Möglichkeiten auszuloten.

Lesen Sie das komplette Interview in der aktuellen InfoDigital November-Ausgabe (Nr. 368), die im Zeitschriftenhandel oder als E-Paper für iPad sowie als Digital-Ausgabe (PDF-Datei) erhältlich ist.


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Aktuelle Ausgabe 12/2018

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