DAUN, 26.02.2014 - 16:11 Uhr
Radio

KEF gibt Mittel für DAB+ frei – Kommission erwartet Aussagen zu Simulcast-Dauer

Grünes Licht fürs digitale Radio: Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) gibt die angemeldeten Mittel für die Jahre 2015 und 2016, also für die Zeit bis zum Ende der 2013 begonnenen Beitragsperiode, frei. Mit Blick auf die ARD erkennt die Kommission den Mittelbedarf für die Periode 2013 bis 2016 in voller Höhe (34 Millionen Euro) an, dem Deutschlandradio steht dagegen nur ein um 7,2 Millionen Euro reduzierter Mittelabfluss in Höhe von 27,2 Millionen Euro zur Verfügung. Dies teilte die KEF in ihrem 19. Bericht mit.

Abschalttermin für UKW-Sender?

Mit den Anmeldungen zum 20. Bericht erwarte sie nun allerdings endgültig die Vorlage eines Gesamtprojekt-Antrages einschließlich der Nennung der Kosten für die Einführung von DAB+, schreibt die Kommission in ihrem 19. Bericht. Sie erwartet Aussagen zur Dauer des Simulcast – also der Parallelausstrahlung von DAB+ und UKW – und die Angabe eines Abschalttermins für die UKW-Sender. Mit Schreiben vom 18. Oktober 2013 haben ARD und Deutschlandradio einen Bericht vorgelegt. Darin stellten sie den Stand der Markteinführung des digitalen Hörfunks auf der Basis von DAB+ in Deutschland dar und erläuterten ausführlich und umfassend sowohl die bis dahin erfolgten Einführungsschritte wie auch mögliche Perspektiven für die Folgejahre. Ein Kosten- und Zeitplan für den Gesamtprozess der DAB+-Einführung sei nicht vorgelegt worden, hieß es. Die Kosten einer DAB+-Ausstrahlung nach einer Abschaltung von UKW sollen bei 75 bis 80 Prozent der derzeitigen UKW-Kosten liegen. Wann allerdings die UKW-Abschaltung erfolgen kann, bleibe offen.

Kommission würdigt Anstrengungen

Die Kommission würdigt ausdrücklich die Anstrengungen von ARD und Deutschlandradio zur Einführung von DAB+ und nimmt zur Kenntnis, dass im Vergleich zu der erfolglosen Einführung des Vorläufersystems DAB diverse Verbesserungen zu konstatieren sind. Diese beziehen sich insbesondere auf die Verfügbarkeit von Empfangsgeräten, die Qualität der Versorgung innerhalb der nominell versorgten Regionen, die Beteiligung privater Radioanbieter und das – allerdings weiter- hin verbesserungsbedürftige – Marketing. Die Prognose der Absatzzahlen von Endgeräten durch die GfK Retail and Technology GmbH vom September 2013 (über zwei Millionen Ende 2014) weise in die richtige Richtung. Die Kommission nimmt aber auch die erst schwache Marktdurchdringung von DAB+-Empfängern in den Kraftfahrzeugen und diverse weitere Einführungsrisiken zur Kenntnis.

Noch keine Entscheidung über Gesamtprojekt

In Anbetracht der Tatsache, dass es von ARD und Deutschlandradio weder eine Aussage zur Gesamtlaufzeit des Entwicklungsprojektes noch zur Gesamtsumme der benötigten Aufwendungen gibt, sieht sich die Kommission nicht in der Lage, eine Entscheidung über ein Gesamtprojekt zu treffen. Dennoch gibt sie die zum 18. Bericht angemeldeten Mittel für die Jahre 2015 und 2016, also für die Zeit bis zum Ende der 2013 begonnenen Beitragsperiode, frei.

KEF streicht Deutschlandradio 7,2 Millionen Euro

Mit Blick auf das Deutschlandradio erkennt die Kommission den Mittelbedarf für die Periode 2013 bis 2016 nicht in voller Höhe an. Das Deutschlandradio sieht einen Anstieg der Kosten für die DAB+-Programmverbreitung von 4,6 Millionen Euro im Jahr 2013 auf 11,3 Millionen Euro im Jahr 2016 vor. Der Kostenanstieg ist gleichbedeutend mit dem Ausbau des derzeit vorhandenen Sendernetzes. Da die drei Programme des Deutschlandradios mit Programmen privater Programmanbieter in einem bundesweiten Multiplex ausgestrahlt werden, wäre ein solcher Ausbau nur möglich, wenn auch diese privaten Programmanbieter einen vergleichbaren Kostenanstieg tragen würden. Alternativ könnten Programme des Deutschlandradios in einem zweiten bundesweiten Multiplex untergebracht werden, für den ein gegenüber heute deutlich erweitertes Sendernetz in Betrieb ginge. Alles dies sei nicht absehbar, so die KEF. Die Kommission erkennt daher nur einen um 7,2 Millionen Euro reduzierten Mittelabfluss in Höhe von 27,2 Millionen Euro an. Damit stehen für die DAB+-Programmverbreitung die folgenden Mittel zur Verfügung: 2013 4,6 Millionen Euro, 2014: 5,7 Millionen Euro, 2015: sieben Millionen Euro, 2016: sieben Millionen Euro. Zu diesem Betrag hinzuzurechnen sind 0,9 Millionen Euro für Investitionen zur Generierung von Zusatzinformationen und 2,0 Millionen Euro für Marketingausgaben. Die Kommission vermindert den Finanzbedarf um 7,2 Millionen Euro. Der 19. Bericht der KEF ist hier als PDF-Datei verfügbar.

www.kef-online.de

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