DAUN, 18.09.2018 - 11:26 Uhr
Radio

Martin Wagner (BR): „UKW ist nicht unser ‚Hauptprogramm‘“

Warum sendet ein Erfolgsformat wie BR Heimat nur über DAB+? Und gibt es Potential für ein bundesweites Heimatprogramm? InfoDigital sprach darüber mit Martin Wagner, Programmchef Hörfunk beim Bayerischen Rundfunk.

Herr Wagner, das Spartenprogramm BR Heimat gilt als einer der Gewinner der letzten Media Analyse. Liegt das hauptsächlich an der Attraktivität eines neuen Verbreitungswegs DAB+ oder an der langjährigen Vernachlässigung dieses Programmformates auf UKW? Nach unserer Einschätzung liegt das hauptsächlich daran, dass es mit BR Heimat gelungen ist, eine konkrete Zielgruppe sehr genau und verlässlich mit dem zu versorgen, was sie schätzt. Dies darüber hinaus auf einem attraktiven Verbreitungsweg der qualitativ hochwertig ist und mit Radiogeräten empfangen werden kann, die einfach zu bedienen sind. Das Programmformat haben wir auf UKW nicht vernachlässigt. Schließlich war Volksmusik jahrzehntelang auf Bayern 1 zu Hause.

Noch einmal zu den Inhalten: Die ARD-Hörfunkwellen haben in der Vergangenheit nahezu alle Schlager- und Volksmusikformate aus ihren Hauptprogrammen verbannt. Auch Musik, die lange Zeit Ihr Hautprogramm Bayern1 prägten, wurden auf DAB+-Angebote ausgegliedert. Nach Lesart Ihrer Mitbewerber, um im Hauptprogramm den Druck auf die Privatsender mit noch mehr Mainstream zu erhöhen. Sprechen die besonders hohen Nutzerzahlen auf BR Heimat nicht dafür, dass es für ein solches Format auch Platz auf UKW geben müsste? UKW ist nicht unser „Hauptprogramm“, schließlich verbreiten wir parallel auch über DAB+ alle unsere Angebote. Richtig ist, dass UKW immer noch der Hauptverbreitungsweg für Radio ist und dass uns dort die meisten Menschen hören. Richtig ist aber auch, dass wir mit zielgruppengenauen Formaten wie BR Heimat oder den Schlagerwellen der ARD nur auf DAB+ die Kapazitäten für die weitere Entwicklung haben. Solche Programme können wir auf UKW gar nicht anbieten, weil es die Frequenzen dafür nicht gibt.

Volksmusik hat offenbar einen Markt, der nicht allein auf Bayern beschränkt ist und gleichzeitig von keiner anderen ARD-Anstalt regional abdeckt wird. Können Sie sich für BR Heimat ein Modell á la Bildungskanal „BR Alpha“ vorstellen, der nach einem erfolgreichen Start in Bayern nun als „ARD Alpha“ auch bundesweit sendet? Es gibt inzwischen zahlreiche technische Möglichkeiten, „BR Heimat“ deutschland- und weltweit zu hören. Diese Möglichkeiten werden genutzt und wir sind mit unserer Verbreitung über Bayern hinaus sehr zufrieden. Derzeit gibt es aber keine Überlegungen, BR Heimat terrestrisch auszuweiten. Die ARD ist hier in der Entwicklung der Programmzahl begrenzt.

Das komplette Interview lesen Sie in der InfoDigital-Ausgabe 09/2018, die aktuell im Handel sowie als E-Paper Digital-Ausgabe (PDF-Datei) und für das iPad und erhältlich ist.


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