DAUN, 29.07.2019 - 11:51 Uhr
Radio - DAB+

Matthias Gerwinat, Geschäftsführer von Digitalradio Österreich: „Die ‚FM only’- Programme werden Marktanteile verlieren“

DAB+ Österreich ist im Regelbetrieb. InfoDigital war zum Start in Wien dabei und sprach mit dem Geschäftsführer von Digitalradio Österreich Matthias Gerwinat über die Zukunft der Radiosender auf UKW, Startvorteile gegenüber Deutschland und mögliche Pläne des ORF.

Herr Gerwinat, ist Österreich heute in der europäischen Digitalradio-Familie angekommen? Ja, definitiv. Wir haben mit dem heutigen Start des Regelbetriebs einen großartigen Tag, denn für die Zukunft ist nun klar, dass Radio digital sein wird und dass sich der Prozess weiter beschleunigen wird. Es werden weitere Partner hinzukommen, es gibt auch schon Interessenten, die sich derzeit vorbereiten, dazu zustoßen. Wir sind in Österreich relativ spät mit der Geräteverbreitung. Das heißt, die Verbreitung der Geräte wird nun stark zulegen und gleichzeitig nicht mehr so lange dauern wie in anderen Ländern in der Vergangenheit. Das heißt, wir fangen zwar auf einem niedrigeren Niveau an, als es beispielsweise in Deutschland der Fall war, aber dafür starten wir sehr viel schneller durch. Alle unsere Nachbarländer sind ja schon dabei und sehr bald wird es am Markt gar keine Radiogeräte mehr geben können, die ganz ohne DAB+ Empfangsteil auskommen. Das ist unser Startvorteil.

Einige Namen, die im Testbetrieb mit dabei waren, sind nun nicht mehr mit dabei. Der Klassiksender „Radio Stephansdom“ zum Beispiel. Warum hat man da das Interesse verloren? Die Kollegen haben sich aus politischen Gründen letztes Jahr entschlossen, nicht mit vom Pilotbetrieb in Wien in den Regelbetrieb zu wechseln. Wenn Sie mich fragen, eine etwas merkwürdige Entscheidung, die auch innerhalb von Radio Stephansdom nicht unumstritten war und ist. Heute habe ich allerdings vom Geschäftsführer des Senders Signale bekommen, dass man sich bemühen wolle, im kommenden Jahr wieder mit dabei zu sein. Ich gehe daher davon aus, dass sie in nicht allzu ferner Zukunft wieder bei DAB+ dabei sein werden.

Neun Programme sind es aktuell, die österreichweit auf DAB+ senden. Reicht das aus? Nein, natürlich nicht. Es erreichen uns inzwischen ganz viele Anfragen von Radionutzern per E-Mail, wann z. B. die ORF-Programme dabei sein werden, vor allem Ö1 und Ö3 werden da oft genannt, genauso wie auch die übrigen Privatradioprogramme. Es gibt also Bedarf. Da hoffen wir sehr, dass die Politik in Österreich, wenn sie mal wieder handlungsfähig sein wird, das ORF-Gesetz liberalisiert, damit der ORF zusätzliche Programme anbieten kann, die dann auch digital verbreitet werden können. Programme, die spezielle Zielgruppen ansprechen. Daran wäre man seitens ORF durchaus interessiert. Gleiches gilt auch für die Privatradios. Wenn beispielsweise KroneHit als größtes Privatradio, das in ganz Österreich empfangbar ist, zusätzliche Programme machen dürfte - was das aktuelle Privatradiogesetz nicht zulässt - dann würden sie es auch digital umsetzen. Das wäre eine starke Bereicherung, daher müssen wir die rechtlichen Beschränkungen möglichst bald aufheben lassen.

Das komplette Interview mit Herrn Gerwinat sowie dem Leitartikel über den DAB+ Start in Österreich und vieles mehr lesen Sie in der neuen InfoDigital August-Ausgabe, die seit Freitag, den 26. Juli oder als E-Paper für iPad sowie direkt als Digital-Ausgabe (PDF-Datei) zum Download erhältlich ist.

Komplette Heftübersicht der August-Ausgabe unter www.infosat.de/heft-archiv/2019/august

 


Diesen Artikel:
  • print Drucken
  • Bookmark Bookmarken

QR-Code mit dem Handy Scannen und diese(n) Seite / Artikel online Lesen:

 

Google QR Code Generator

QR Code for https://www.infosat.de/radio/matthias-gerwinat-gesch-ftsf-hrer-von-digitalradio-sterreich-die-fm-only-programme-werden

Aktuelle Ausgabe 10/2019

Oops... Sie benutzen eine zu alte Browserversion. Um die Seite Korrekt darzustellen benutzen sie bitte mindestens den Internet Explorer 8.
navigateup

Für die Ansicht der mobilen INFOSAT Webseite drehen Sie bitte ihr Handy.