DAUN, 04.10.2022 - 15:13 Uhr
Radio

Netzwerk Kinderrechte Österreich kritisiert ORF-Sparpläne

Das Netzwerk Kinderrechte Österreich hat die ORF-Pläne zur Einstellung der einzigen zwei österreichweiten Radiosendungen für Kinder kritisiert. Laut einem Bericht der Tageszeitung DER STANDARD vom vergangenen Wochenende, sollen die beiden einzigen bundesweiten Radiosendungen des ORF für Kinder, „Rudi Radiohund“ und „Kinderuni“, gestrichen werden, hieß es.

Welche Formate Ö1 dann wirklich auf Grund von Sparvorgaben von rund 900.000 Euro verlieren würde, werde in den derzeit laufenden Budgetverhandlungen besprochen.

Das Netzwerk Kinderrechte Österreich mit seinen 50 Mitgliedsorganisationen appelliert deswegen eindringlich an Generaldirektor Roland Weißmann, Hörfunkdirektorin Ingrid Thurnher und Ö1 Senderchef Martin Bernhofer diese beiden Kindersendungen nicht einzustellen: „Es ist falsch, immer bei Kindern als erstes zu sparen! Das passiert viel zu oft in der Politik. Der ORF hat aber einen öffentlich-rechtlichen Auftrag und müsste das Angebot für Kinder und Jugendliche ausbauen statt es zu kürzen.“ so Elisabeth Schaffelhofer-Garcia Marquez vom Netzwerk Kinderrechte. Selbst ORF-Radiodirektorin Thurnher habe im Interview mit dem STANDARD zugegeben: „Wir haben etwa für Kinder relativ wenig Angebot.“

Das Netzwerk Kinderrechte hat bereits im Jahr 2011 im Rahmen des Staatenprüfprozesses vor dem UN-Kinderrechtsausschuss eine „kindgerechte Aufbereitung von Informationen in allen Medien“ und „die Förderung von nichtkommerziellen Medien, die den Informations- und Bildungsauftrag umsetzen und gewährlisten, dass Kinder sich an der Produktion in wirkungsvoller Weise beteiligen können“ gefordert.  „Rudi, der rasende Radiohund“ ist die einzige tägliche Kindersendung im (bundesweiten) Radio in Österreich und die einzige Sendereihe, in der regelmäßig Themen von Kindern angesprochen und auch von ihnen selbst artikuliert werden.

Für Schaffelhofer-Garcia Marquez könne der Auftrag an den ORF nur heißen, dass Kinder und Jugendliche grundsätzlich und viel mehr in die redaktionelle Arbeit mit einbezogen werden sollten: „Wir müssen Kindern zuhören, sie um ihre Meinung fragen, und am besten mit ihnen gemeinsam Informationen verständlich und altersentsprechend aufarbeiten. Dann werden sie nämlich mit Begeisterung dieses Medium auch nutzen. Außerdem macht es etwas mit uns Erwachsenen, wenn wir Kinder und Jugendliche im Radio im Originalton sprechen hören. Wir werden dadurch aufmerksamer für ihre Anliegen.“ Eine Streichung von Rudi Radiohund und der Kinderuni sei definitiv der falsche Weg, den man nicht „sang- und klanglos“ hinnehmen werde. Das Gegenteil sei gefordert, wie auch ORF-Radiodirektorin Thurnher selbst bestätigt: „Ich hätte gerne, dass wir im ORF ein Radioangebot für alle haben.“

 


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