DAUN, 24.02.2021 - 15:22 Uhr
Radio

RBB-Intendantin: Keine Abschaltung von UKW-Wellen in nächsten Jahren

(dpa) - Die Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), Patricia Schlesinger, hat die UKW-Abschaltung von Radioprogrammen des Senders in den nächsten Jahren ausgeschlossen. Sie sagte am 24. Februar im Medienausschuss des Abgeordnetenhauses in Berlin zunächst über die Trends in der Mediennutzung, immer mehr Zuschauer und Hörer verabschiedeten sich vom klassischen linearen Empfangsgerät, gebrauchten intelligente Bildschirme, und die Angebote von unterschiedlichen Medienformen verschmölzen zunehmend. Dem müsse man mit Angeboten entsprechen.

Schlesinger betonte dann zugleich: „Es heißt nicht, dass wir in den nächsten ein, zwei, drei Jahren eine Welle einstellen. Ganz ehrlich, warum sollten wir das tun?“ Der RBB sei zurzeit mit seinen linearen Angeboten - also dem fortlaufenden Programm - „extrem erfolgreich“.

Schlesinger reagierte damit auch auf Diskussionen zum geplanten neuen Staatsvertrag der Länder Berlin und Brandenburg zu Struktur und Auftrag des RBB. Der Deutsche Journalisten-Verband Berlin-Brandenburg hatte sich Mitte des Monats auf Passagen in einem dem Verband vorliegenden Papier bezogen und die Frage aufgeworfen, ob mit einer Flexibilisierung der Ausspielwege der klassischen Hörfunkangebote damit künftig einige der Radiowellen in letzter Konsequenz nur noch im Internet angeboten werden.

Die Länder präsentierten der Öffentlichkeit und auch auf dpa-Nachfrage bislang noch keinen Staatsvertragsentwurf. Der RBB spricht sich wegen der digitalen Transformation in der Medienwelt für eine Flexibilisierung der Ausspielwege aus.

Intendantin Schlesinger sagte im Ausschuss auf Nachfrage zu den Radiowellen, was über den Zeitraum drei Jahre hinaus passieren könnte: Sie rechne damit, „in sieben bis zehn Jahren“ müsse man ernsthaft darüber nachdenken, ob man noch Hörfunkwellen brauche. „Ich will noch einmal ganz deutlich sagen: Wir sind so erfolgreich im Moment auf den UKW-Wellen, dass es tatsächlich unternehmerisch, aber auch unserem Auftrag nicht entsprechend wäre“, dort etwas aufzugeben. „Wir möchten etwas Zusätzliches tun.“

Am Mittwoch (24. Februar) kritisierte die Gewerkschaft Verdi Berlin-Brandenburg die Länder und sprach von intransparenten Änderungen im Entwurf. Landesleiter Frank Wolf sagte: „Angesichts der lückenhaften digitalen Versorgung insbesondere in Brandenburg, aber auch in Berlin würde der RBB seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag für seine Hörerinnen und Hörer nicht mehr erfüllen. Wir fordern daher, dass ausnahmslos alle RBB-Hörfunkprogramme weiter linear erreichbar sind und nicht dem Sparwillen der Intendantin Rechnung getragen wird.“


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