DAUN, 11.07.2014 - 16:51 Uhr
Radio

Rundfunkrat beschließt umstrittenen Wellentausch von „BR-Klassik”

(dpa) – Der Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks (BR) hat den umstrittenen Wellentausch zwischen „BR-Klassik” und dem Jugendradio „Puls” am 10. Juli genehmigt. Demnach wird die UKW-Frequenz des Klassiksenders ab dem Jahr 2018 dem Jugendsender zur Verfügung gestellt. „BR-Klassik” wird dann nur noch über Digitalradio (DAB+), Kabel, Satellit und Internet zu empfangen sein. Das Gremium genehmigte das Vorhaben nach einer kontroversen Diskussion mit Dreiviertelmehrheit. Zu Beginn der Sitzung hatte BR-Intendant Ulrich Wilhelm noch einmal für den Frequenztausch geworben. Die Klassik solle ein Markenzeichen des BR bleiben, aber es sei auch ein wichtiges Ziel des Senders, die junge Generation zu erreichen.

BLM-Präsident: „Entscheidung verstärkt die Schieflage im dualen System“

Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), kritisierte die Entscheidung. Der Beschluss des Rundfunkrats für eine Umsetzung des Frequenzwechsels 2018 ohne konkrete Rahmenbedingungen im Hinblick auf die Marktdurchdringung von DAB-Geräten und die tatsächliche Nutzung von DAB-Programmen ändere nichts an der von der BLM und den privaten Anbietern kritisierten Ausgangslage, sagte der Medienwächter am 11. Juli. „Dieser Entscheidung verstärkt die Schieflage im dualen System und gefährdet die Existenz lokaler Hörfunkanbieter“, betonte er.

VPRT-Mitglieder prüfen rechtliche Schritte

Auch bei dem Privatsenderverband VPRT steht die Entscheidung in der Kritik. „Trotz aller ernsthafter Bemühungen der Politik und von Vertretern des Rundfunkrates, die aktuellen Diskussionen zu reflektieren, hat es im Ergebnis eine Beschlusslage gegeben, die nicht zufriedenstellen kann und so für die privaten Radioveranstalter in Bayern enttäuschend ist“, sagte Klaus Schunk, Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste des VPRT. „Der beschlossene Automatismus und die inkludierte DAB+-Kampagne lassen die offenen schwerwiegenden rechtlichen Fragen und die unstreitig gravierenden Auswirkungen für den bayerischen Hörfunkmarkt unbeachtet.“ Vor allem blende er die absehbare weitere Entwicklung der DAB+-Übertragungstechnologie und die tatsächliche Nutzungssituation vollkommen aus. „Es ist unrealistisch, dass wir bis 2018 eine der heutigen UKW- gleichwertige DAB+-Versorgung haben werden. Daran werden auch Marketingkampagnen des Bayerischen Rundfunks nichts ändern“, kritisierte Schunk. „Damit werden die weitreichenden wirtschaftlichen Folgen einer UKW Puls-Aufschaltung wie vom VPRT befürchtet auch 2018 ein realistisches Szenario bleiben. Die privaten Radiosender werden nun alle rechtlichen Möglichkeiten prüfen und im Übrigen unverändert für ihre Position werben. Ziel muss es in jedem Fall sein, im Vorfeld der Umsetzung des Beschlusses auf Basis der dann bestehenden DAB+-Verbreitung den Beschluss des Rundfunkrates noch einmal ergebnisoffen zu evaluieren. Alles andere wäre ein fauler Kompromiss.“

www.br.de

www.blm.de

www.vprt.de


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