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DAUN, 17.01.2022 - 14:52 Uhr
Radio

VAUNET fordert duale Hörfunk- und Audio-Ordnung in Deutschland

Der VAUNET - Verband Privater Medien fordert eine duale Hörfunk- und Audio-Ordnung in Deutschland, mit der die zukünftige Angebots- und Anbietervielfalt insbesondere auch in den regionalen und lokalen Gebieten sichergestellt werden kann.

In seiner Stellungnahme zum Diskussionsentwurf der Länder zur Auftrags- und Strukturoptimierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mahnt der VAUNET deshalb den dringend gebotenen separaten Blick auf die Radio- und Audioangebote der ARD an.

Konkret fordert der VAUNET auch für das Radio eine klare Begrenzung des Angebotsumfangs, um v. a. eine weitere unbegrenzte Online-Audio-Expansion der ARD zu verhindern. Hierfür sollten neben der Deckelung der Hörfunkprogramme auch eine Begrenzung der Online- Audioangebote sowie die Vermeidung einer weiteren Verspartung und Auslagerung von Auftragsinhalten essenzielle Bestandteile der Auftragsreform sein.

Zu einer zielführenden Ausbalancierung der Medienordnung gehören auch weitgehende Beschränkungen in der ARD-Radiowerbung auf 60 Minuten pro Tag und ein werbeführendes Programm pro Anstalt sowie Einschränkungen bzw. die Untersagung von Sponsoring in der Radio-Primetime. Die zunehmende Präsenz und Vermarktung von öffentlich-rechtlichen Inhalten auf Drittplattformen sollte kritisch überprüft werden. Diese Maßnahmen würden nachhaltig auf das Ziel der Länder einzahlen, die Akzeptanz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks als wichtige Säule für die Medienvielfalt und den Medienpluralismus im Gesamtmarkt zu stärken.

Der VAUNET warnt davor, angesichts der Schwerpunkte im aktuellen Diskussionsentwurf der Länder bei einer Flexibilisierung der Beauftragung der TV-Programme sowie bei Veränderungen der Bestimmungen für Video-on-Demand (VoD) die Relevanz des Staatsvertragsentwurfes für die privaten Hörfunk- und Audioanbieter zu übersehen. Sollte die angedachte Auftragsflexibilisierung auf Landesebene für das Radio transferiert werden, könnte sie zur Angebotsausweitung im linearen Programm- und Telemedienbereich führen. Insbesondere könnten die wegfallenden Kosten für die terrestrischen Übertragungen in Programminvestitionen umgeschichtet werden. Die derzeit laufenden Drei-Stufen-Tests offenbaren hier bereits eine verstärkt regionaler ausgerichtete Online-Strategie des beitragsfinanzierten Rundfunks bis zur Grenze des Verbots lokaler flächendeckender Berichterstattung.

Im Bereich der Auftragsbegrenzung betont der VAUNET, dass der Kernauftrag Kultur, Bildung, Information (und Beratung) in allen Hörfunk- und nicht nur in "Nischen"-Angeboten stattfinden muss. Deshalb bedarf es analog wie digital eine klare Zuweisung von Programmschwerpunkten und eine Untersagung neuer monothematischer Kanäle sowie eigenständiger Audio-Subportale.

Hinsichtlich der UKW-Frequenzen der Rundfunkanstalten, die bei einer Programmverlagerung von der terrestrischen Verbreitung ins Internet frei werden, fordert der VAUNET statt einer möglichen Stilllegung in Betracht zu ziehen, die frei werdenden UKW-Frequenzen zur Schließung von Versorgungslücken privaten lizenzierten Radiosendern zuzuweisen.

In seiner Stellungnahme hat der VAUNET seine Positionen und Vorschläge zum Diskussionsentwurf der Rundfunkkommission auch für den Radio- und Audiobereich in den aktuellen Konsultationsprozess eingebracht.


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