DAUN, 11.02.2015 - 15:18 Uhr
Radio - Internet Radio

Wachstumsperspektiven für Webradio

Webradio- und Audio-on-Demand-Angebote erfreuen sich wachsender Beliebtheit bei den Hörern und Nutzern. Sie stehen als Innovations- und Kooperationsprojekte im Fokus der Radio- und Audioanbieter und gewinnen zunehmend die Aufmerksamkeit der wichtigsten Marktpartner: Werbewirtschaft, Musikwirtschaft, Automobilbranche, Gerätehersteller, Netz- und Plattformbetreiber. Eine Bestandsaufnahme lieferte der VPRT-Workshop „Webradio und Audio-on-Demand – Der Radioplanet und das Audiouniversum“, zu dem sich gestern rund 50 Branchenvertreter in Berlin getroffen haben. Der VPRT hatte zu dem Workshop eingeladen, um mit Mitgliedsunternehmen und Marktpartnern die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich der digitalen und interaktiven Radio- und Audioangebote zu diskutieren, hieß es am Mittwoch, den 11. Februar.

Zum Workshop-Auftakt stellte Roger Hofmann, Leiter Digital bei Radio/Tele FFH GmbH & Co. Betriebs-KG, den Radioplayer Deutschland vor, ein Gemeinschaftsprojekt deutscher Radiosender, mit dem Radioprogramme sowohl auf dem Computer, als auch auf dem Smartphone oder Tablet empfangbar sind – online und mobil, linear oder auf Abruf: „Schon jetzt in der Testphase sehen wir, dass die Sender mit sehr viel Content in den Radioplayer kommen. Das geht über reine Audiostreams weit hinaus. Zum Beispiel regionale Nachrichten, Service, Wetter, Verkehr, Direkt-Messages ins Sendestudio oder Hörerbeteiligung am Programm mit Musik-Votings.“ Wie sich Webradio- und Audio-on-Demand-Projekte optimal in die digitale Gesamtstrategie eines Senders einfügen und welche Rolle dabei auch Kooperationen mit großen Plattformen wie Facebook oder Spotify spielen können, erläuterte Aleksandar Rustemovski, Leiter New Business/Internet, RadioCom S.W. GmbH (bigFM, Radio Regenbogen, RPR1.): „Statt die digitalen Player ausschließlich als Konkurrenz zu betrachten, sollte Radio lieber mit ihnen zusammenarbeiten und gemeinsame Produkte kreieren. Wir können viel von ihnen lernen, wenn es darum geht, zukünftig erfolgreiche digitale Radioangebote zu entwickeln.“ Eine zentrale Herausforderung für alle Anbieter von Radio- und Audioangeboten ist die Auffindbarkeit ihrer Programme über eine mittlerweile kaum mehr zu überblickende Vielfalt an Geräten und Plattformen hinweg. Dazu stellte Heiko Meertz, Geschäftsführer Airable by Tune In, seinen Service airable vor. Erfolgreiche Kooperationsmodelle zwischen Telekommunikationsanbietern und Sendern präsentierte Jean Pierre Crapet, Segment Marketing Consumer/Leiter Content Strategy & Cooperation, TELEKOM DEUTSCHLAND GMBH. Insgesamt wurde deutlich, dass die Radio- und Audioanbieter nachhaltig in digitale Innovationen investieren und dabei, auch über Branchengrenzen hinweg, auf Kooperationen setzen, hieß es weiter.

Das wirtschaftliche Potenzial von Radio und Audio ergibt sich, laut eigenen Angaben, aus der hohen und weiter steigenden Nachfrage der Hörer beziehungsweise Nutzer und den entsprechend hohen Gesamtreichweiten. Klassisches lineares Radio ist weiterhin die reichweitenstärkste Mediengattung in Deutschland und die zusätzliche Nutzung von Webradio- und Audioangeboten in Verbindung mit neuen Online-Audio-Vermarktungsmodellen sollte künftig die Relevanz von Radio und Audio für Mediaagenturen und Werbekunden noch erhöhen. Dazu erklärte Florian Ruckert, Vorsitzender der Geschäftsführung von RMS: „Dass klassisches UKW-Radio mit seiner Reichweitenstärke, Touchpointvielfalt und Aktivierungskraft eine unverzichtbare Funktion in der Markenkommunikation einnimmt, ist bekannt. Daher gilt: Ein substanzieller Anteil von Audio im Mediamix macht jede Kampagne erfolgreicher. Diese Stärken wird das Medium noch weiter ausbauen, wenn die Wandlung vom Massenmedium Radio zum digitalen One-to-One-Angebot Audio weiter voranschreitet. Zum Vorteil der Werbekunden, die dann  mehr Möglichkeiten haben, auch die dynamisch wachsende mobile Zielgruppe der ‚Generation Kopfhörer‘ gezielt anzusprechen. Laut VuMA 2015 nutzen bereits 14,3 Millionen Menschen Medienangebote über ihr Smartphone – das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum von knapp 40 Prozent, Tendenz steigend.“ Mit Blick auf den Aufbau eigener Vermarktungsaktivitäten im Sender erläuterte Sven Rühlicke, Geschäftsführer SpotCom: „Die bisherigen Vermarkterstrukturen aus der regionalen und nationalen analogen UKW-Welt sind nicht 1:1 auf die digitale Audiowelt übertragbar. Jeder Publisher ist überall verfügbar und sein Inventar national, regional und lokal für Kunden aussteuerbar. Zudem steigen neue Player in den Markt ein, so dass gerade in der Vermarktung der Know-how-Aufbau im eigenen Sender im zunehmenden Wettbewerb immer wichtiger wird. Ohne eigene Erfahrung im neuen Segment würde dem Medium Audio ein erhebliches Maß an Vermarktungsintensität verloren gehen. Daher geht SpotCom diesen eigenen Weg mit Antenne Bayern.“

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die erfolgreiche Vermarktung von Webradio und Online-Audio ist, laut eigenen Angaben, dabei die noch bevorstehende Einführung einer marktstandardisierten konvergenten Werbewährung. Mit der Einführung der ma IP Audio sei dazu ein erster wichtiger Schritt geschafft, die Einführung der Konvergenzwährung soll im Herbst diesen Jahres vollzogen werden, wie Henriette Hoffmann, RMS und gewählte Marktforscherin Radio in der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse, erläuterte.

Besonders hohe Relevanz für die Webradio- und Audio-on-Demand-Anbieter hat die Rechtssicherheit beim Rechteerwerb zum Beispiel über Verwertungsgesellschaften. Dazu stellte Dr. Martin von Albrecht, urheberrechtlicher Berater des VPRT, den aktuellen Sachstand dar, hieß es weiter.


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