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DAUN, 07.12.2022 - 15:41 Uhr
Radio - Technik

„Warntag“ auch bei Deutschlandradio-Programmen

Am 8. Dezember findet der zweite bundesweite „Warntag“ statt. In ganz Deutschland werden gegen 11.00 Uhr die verfügbaren Warnmittel des sogenannten „Modularen Warnsystems“ (MoWaS) getestet. Dazu gehören Sirenen, Lautsprecherwagen, Warn-Apps, öffentliche Werbetafeln, aber auch öffentlich-rechtliche und private Fernseh- und Radiosender. Erstmals soll dabei auch eine Warnung über die Handy-Netze (Cell Broadcast) erfolgen. Erklärtes Ziel ist es, die vorhandenen Warnsysteme zu testen und zugleich die Bevölkerung für die Themen Warnung und Selbstschutz zu sensibilisieren.

„Warntag“ in den Deutschlandradio-Programmen

Auch Deutschlandradio beteiligt sich mit den Programmen Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova an diesem „Warntag“. Nach gegenwärtigem Stand wird das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) am 8. Dezember ab 11.00 Uhr eine Probewarnung in Form eines Warntextes versenden. Diese Nachricht wird von unserer Nachrichtenredaktion verifiziert. Anschließend erfolgt in allen drei Programmen eine voraussichtlich einminütige Programmunterbrechung, bei der die Warnmeldung verlesen wird. Zusätzlich erhalten alle Nutzerinnen und Nutzer der Dlf-Nachrichten-App eine entsprechende Pushmeldung auf ihre Mobiltelefone. Eine Entwarnung erfolgt anschließend wieder im jeweiligen Programm, voraussichtlich gegen 11.45 Uhr. Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova informieren über den „Warntag“ darüber hinaus im aktuellen Tagesprogramm.

Über den „Warntag“

Der erste bundesweite „Warntag“ nach der Wiedervereinigung fand 2020 statt (INFOSAT berichtete). Damals kamen Warnmeldungen teilweise nicht oder nur stark verzögert an. Dabei können funktionierende Warnsysteme bei rechtzeitiger Warnung bei Hochwässer, Unwettern, Bränden oder Anschlägen Leben retten. Radioprogrammen kommt aufgrund ihrer Reichweite dabei eine besondere Bedeutung zu.

DAB+ Datendienste: Weiterentwicklung des Alarmsystems

Der digital-terrestrische Rundfunk DAB+ ist seit 2020 erfolgreicher Teil des MoWaS. DAB+ Sendeanlagen verfügen über eine hohe Reichweite und Betriebssicherheit. Aufgrund ihrer oftmals höher gelegenen Senderstandorte hatten sie sich zum Beispiel während der Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz deutlich robuster als Mobilfunk-Netze erwiesen.

Künftig wird das international normierte DAB+ System dabei um einen zusätzlichen, barrierefreien Warndienst erweitert. Die Grundfunktion soll eine Weiterentwicklung der klassischen Warndurchsage umfassen. Zusätzlich zur Ton-Signalisierung und Sprachdurchsage wird das Warnsystem dazu ertüchtigt, Empfänger aus dem Standby-Modus zu aktivieren.

EWF seit acht Jahren Begriff für Notfallwarnsystem

Die Weiterentwicklung des Notfallwarnsystems ist seit mehr als acht Jahren unter dem Begriff EWF (Emergency Warning Functionality) bekannt (INFOSAT berichtete), dessen System seit rund sechs Jahrem bereits voll funktionsfähig und einsatzfähig ist (INFOSAT berichtete).

Erste DAB+ Geräte mit Warnsystem EWF im Handel

Seit Oktober sind nun die ersten DAB+ Geräte in Deutschland im Handel erhältlich, die das Notfallwarnsystem EWF unterstützen. Das Eifeler Unternehmen TELESTAR hat inzwischen ein weiteres Gerät angekündigt.

Warum Frank Kirwel, Geschäftsführer der TELESTAR-DIGITAL GmbH, in EWF eine Ergänzung sowie große Vorteile zu Warnungen auf Handy über Cell Broadcast sieht, lesen Sie in einem aktuellen Interview mit vivanty.

Auch Bayern arbeitet an Umsetzung von EWF

Bayern arbeitet an der Umsetzung des neuen Warnsystems unter Verwendung des digitalen terrestrischen Hörfunkstandards DAB+ (INFOSAT berichtete). Das terrestrische Rundfunksystem bietet aufgrund seiner robusten Infrastruktur eine verlässliche Technologie, um auch im Katastrophenfall die Bevölkerung sicher zu warnen und umgehend zu informieren. Unter Verwendung von EWF (Emergency Warning Functionality) kann bei einer Notfall-Alarmierung das laufende Radioprogramm unterbrochen und die Radiogeräte auf einen Warn- und Informationskanal umgeschaltet werden. Radios, die sich im „Standby-Betrieb“ befinden, werden automatisch aktiviert. Zusätzlich zur Warndurchsage erscheint auf den Radiodisplays die Warnmeldung mehrsprachig und mit detaillierten Instruktionen und Hinweisen. Die komplette EWF-Funktionalität einschließlich der Empfänger-Alarmierung, Sprachausgabe und Textinformationen wird ausschließlich über das DAB+ Sendenetz verbreitet. Weiterführende Informationen gibt es unter https://www.bayerndigitalradio.de/ewf/.

Weitere Informationen zum Warntag finden Sie auch unter https://warnung-der-bevoelkerung.de/

 


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