DAUN, 01.09.2022 - 15:50 Uhr
Technik - Radio

Alternative Programmzuführung zu DAB+ Sendern im Katastrophenfall erfolgreich erprobt

RFmondial hat im Rahmen der Entwicklung von Lösungen zur alternativen Programmzuführung zu DAB+ Sendern im Katastrophenfall erfolgreich einen Feldversuch in Hannover unter realen Bedingungen durchgeführt. Das teilte der Dienstleister für digitalen Rundfunk mit Sitz in Hannover am 1. September mit

Bei Ausfall von Programmzuführungen (Modulationsleitungen) zu Digitalradio-Sendern (DAB+) muss eine stabile rundfunktechnische Versorgung der Bevölkerung gewährleistet sein. Wie die jüngsten Ereignisse gezeigt haben, ist im Katastrophenfall insbesondere die Rundfunkversorgung ein wesentlicher Baustein für die Information der Bürgerinnen und Bürger, da Mobilfunknetze meist als Erstes ausfallen. Um die Zuverlässigkeit dieser Ausstrahlung trotz der oft vor Ort vorhandenen Notstromaggregaten zu erhöhen, muss eine alternative Zuführung bei einem Ausfall der Programmsendung z.B. über landgeführte Leitungen bei Überschwemmungen oder Satellitenempfang bei Unwetter eingesetzt werden.

Dazu hat das Unternehmen ein System entwickelt, welches für die Programmzuführung die Luftschnittstelle nutzt, das sogenannte Rebroadcasting.

Die DAB+ Sender, denen die Programmzuführung durch Störungen nicht mehr zur Verfügung steht, empfangen das Programm über die Luft von einem anderen DAB+ Sender, setzen es auf eine andere Frequenz (Kanal) um und senden es mit einer kurzen Zeitverzögerung wieder aus. Dieses ausgesendete Programm wird nun von einem oder mehreren weiteren DAB+ Sendern empfangen und wieder auf einer anderen Frequenz verbreitet. Somit ist eine flächendeckende Rundfunkversorgung auch im Katastrophenfall gewährleistet.

In dem Feldversuch in Hannover wurde die Technik von RFmondial entwickelt und erprobt. Dazu wurde ein Mehrfach-Frequenznetz (MFN) betrieben, wobei ein DAB+ Sender (Kanal 5A) als Grundnetzsender in Hannover Hemmingen und ein weiterer DAB+ Sender (Kanal 7C) als Sender im Rebroadcastingmode in Hannover Nordstadt diente.

Neben der Erprobung der Rebroadcasting-Technik soll die Eignung von DAB+ Empfängern zur Umschaltung auf die nun geänderte Sendefrequenz (service follow) untersucht werden. Hersteller von Konsumer- und Automobil-Empfängern nutzten die Gelegenheit, ihre Empfangsgeräte im Hinblick auf Rebroadcasting zu testen und teilweise zu verbessern.

Eine detaillierte Projektbeschreibung kann unter info@rfmondial.de angefordert werden.

Als DAB+ Sendeanlagen wurden Neuentwicklungen der Plisch GmbH aus Viernheim verwendet, welche mit diversen Redundanzen ausgestattet sind und somit einen störungsfreien Betrieb gewährleisten. Das komplette Produkt Portfolio findet man unter www.plisch.com.

Dieses Projekt wird mit den Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und durch die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) gefördert.

Bild: RFmondial GmbH

Die RFmondial GmbH mit Sitz in Hannover bietet professionelle Produkte und Dienstleistungen für die digitale Rundfunkindustrie an, sowie innovative Hard- und Softwarelösungen für diverse Industrien. Forschung, Entwicklung und prototypische Implementierung für Sender, Empfänger und Überwachungstechnologien, als auch Service-Design für weitere Industrien sind Teil des Kerngeschäftes. Mit umfangreicher Erfahrung in unterschiedlichen Technologien bedienen sie die Marke „Made in Germany.“

Die im Jahr 1955 gegründete Plisch GmbH, mit Hauptsitz in Viernheim, entwickelt und produziert Rundfunk Sendeanlagen für TV und Radio für den weltweiten Einsatz. Mit mehr als 20.000 Installationen in über 60 Ländern ist Plisch maßgeblich am Ausbau von nationalen DAB+ Sendenetzen beteiligt und ist mit „german engineering Mentalität“ stets ein innovativer Vorreiter beispielsweise bei der Implementierung von Rundfunkstandards wie DVB-T/T2.

 


Diesen Artikel:
  • print Drucken
  • Bookmark Bookmarken

QR-Code mit dem Handy Scannen und diese(n) Seite / Artikel online Lesen:

 
Oops... Sie benutzen eine zu alte Browserversion. Um die Seite Korrekt darzustellen benutzen sie bitte mindestens den Internet Explorer 8.
navigateup

Für die Ansicht der mobilen INFOSAT Webseite drehen Sie bitte ihr Handy.