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DAUN, 13.12.2018 - 08:00 Uhr
Technik - Satellit

ArianeGroup liefert Antriebssystem für SmallGEO-Satelliten „Heinrich Hertz“

Die ArianeGroup wurde beauftragt für den SmallGEO-Satelliten Heinrich-Hertz das chemische Antriebssystem, zur Erreichung des Zielorbits und zur Lagebahnregelung während seiner 15 Jahre dauernden Mission im All, zu liefern. Dabei handelt es sich um ein Zweistoff-Antriebssystem mit einem 400N-Apogäumsmotor und zwölf 10N-Triebwerken.

Mit der Heinrich Hertz Mission sollen neue Kommunikationstechnologien im Weltraum wissenschaftlich und technisch untersucht und getestet werden, wie z.B. Breitbandkommunikation, die hohe Datenraten zu mobilen Endnutzer bringen kann.

Die ArianeGroup ist nun für Auslegung, Design, Produktion, Test und Integration des Antriebssystems verantwortlich. Die Triebwerke werden am Standort in Lampoldshausen entwickelt und produziert. Die zugehörigen Treibstoff-Tanks liefert das Unternehmen aus Bremen. Die Integration des gesamten Antriebssystems in den Satelliten erfolgt ebenfalls in Lampoldshausen. Erstmals  werden hier neu entwickelte SMA-Ventile (Shape Memory Alloy) zum Einsatz kommen, die der Passivierung des Drucksystems dienen. Diese ersetzen die bisherigen Pyroventile und zeichnen sich durch eine deutlich längere Lebensdauer aus.

„Wir freuen uns, mit unserer Kompetenz in chemischen Antriebssystemen zu diesem nationalen Kommunikationssatelliten und Technologiedemonstrator einen Beitrag leisten zu können. Dies ist auch eine wichtige Möglichkeit, neue Technologien im Weltall zu validieren“, sagt Stefan Hässler, Leiter Orbital Products, Equipment und Services. bei ArianeGroup

„Bei Heinrich Hertz geht es letztlich auch darum, Schlüsselkompetenzen und Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Unsere Teams arbeiten deshalb seit Beginn der Entwicklung des Antriebssystems nicht nur an technologischen Verbesserungen, sondern auch an der Optimierung industrieller Prozesse zur effizienten und kostengünstigen Produktion.“

Das Projekt „Heinrich Hertz“ wird vom Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Auftrag des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und unter Beteiligung des Bundesministeriums für Verteidigung durchgeführt.

OHB verantwortet Heinrich Hertz-Mission

Die OHB System AG Bremen war im Sommer 2017 vom Raumfahrtmanagement im DLR mit der Durchführung dieser nationalen Satellitenmission beauftragt worden, die für Entwicklung, Produktion und Start des Satelliten verantwortlich ist (InfoDigital berichtete). Die Mission dient zum einen der Erprobung neuartiger Technologien für die Satellitenkommunikation im Weltall. Hierfür werden an Bord des Satelliten neue Technologien getestet sowie eine Reihe wissenschaftlich-technischer Experimente durchgeführt. Zum anderen dient die Mission der Kommunikation der deutschen Streitkräfte durch eine spezielle Nutzlast der Bundeswehr.

Bei dem Satelliten handelt es sich um einen so genannten SmallGEO-Satelliten (small geostationary satellite), einen Kleinsatelliten mit den Abmessungen eines Kleintransporters. Zusätzlich zum chemischen Antriebssystem verfügt er auch über einen elektrischen Antrieb, der während der Betriebszeit einen Teil der Lageregelung übernimmt. Der Heinrich-Hertz-Satellit wird die Erde in einer Höhe von rund 36.000 Kilometern auf einer geostationären Umlaufbahn umkreisen.

Heinrich Hertz soll im 4. Quartal 2021 auf einer Ariane 5 in seinen geostationären Zielorbit in rund 36.000 km Höhe gebracht werden. Gestartet wird der 3,5-Tonnen-Satellit vom europäischen Startplatz Kourou in Französisch-Guyana.


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