- © Foto: Airbus -
DAUN, 23.01.2020 - 14:34 Uhr
Technik - Satellit

Bartolomeo-Plattform soll im März zur ISS gebracht werden

ESA und Airbus unterzeichnen Vertrag für neue Forschungsplattform

Die Forschung auf der Internationalen Raumstation (ISS) erhält durch die Bartolomeo-Plattform von Airbus neue Möglichkeiten. Die Europäische Weltraumagentur ESA hat nun einen Nutzlastplatz für ein norwegisches Instrument zur Überwachung der Plasmadichte in der Erdatmosphäre fest gebucht, teilte das Luft- und Raumfahrtunternehmen mit. Nun wurde der geplante Starttermin bekanntgegeben.

Die Bartolomeo Plattform - benannt nach dem jüngeren Bruder von Christopher Columbus - befindet sich zurzeit bei Airbus in Bremen in der Abschlussphase der Startvorbereitungen und soll im März 2020 zur ISS gebracht werden. Bartolomeo ist eine Eigeninvestment von Airbus und wird in einer Partnerschaft mit der ESA betrieben (InfoDigital berichtete).

Die Plattform kann bis zu zwölf verschiedene Nutzlasten aufnehmen, versorgt sie mit Energie und stellt die Datenübertragung zur Erde her. Bartolomeo kann für viele verschiedene Experimente genutzt werden. Durch die einmalige Position der Plattform mit direkter Sicht auf die Erde in 400 Kilometer Höhe bieten sich Erdbeobachtungen oder auch Messungen von Spurengas- oder CO2-Konzentrationen in der Erdatmosphäre an, wie sie im Zusammenhang mit den Klimaschutz erforderlich sind und auch von privaten Datendienstleistern verwendet werden könnten.

Die Multi-Nadel-Langmuir-Sonde (m-NLP) ist ein Instrument der Universität Oslo und der norwegischen Firma Eidsvoll Electronics zur Bestimmung der ionosphärischen Plasmadichten. Mit ihrer verhältnismäßig niedrigen Umlaufbahn befindet sich die ISS nahe dem Maximum der Plasmadichte der Ionosphäre. Die m-NLP ist derzeit weltweit das einzige Instrument, das in der Lage ist, ionosphärische Plasmadichtevariationen auf räumlichen Skalen unter einem Meter aufzulösen, und wird daher wertvolle Daten aus den äquatorialen und mittleren Breitengraden der Ionosphäre sammeln, die es erlauben, dynamische Prozesse in dieser Region in bisher nicht gekannter Detailgenauigkeit zu untersuchen. Dank der Langmuirsonde können die Plasmaeigenschaften rund um den Globus abgebildet werden.

Die Mission wird durch das ESA PRODEX Programm finanziert und durch das Directorate Human & Robotic Exploration der ESA unterstützt. Der Start der Nutzlast ist im Oktober 2020 mit der ISS Versorgungsmission NG-14 vorgesehen und wird die erste Nutzlast sein, die auf der neuen Bartolomeo-Plattform von Airbus außerhalb des europäischen Columbus-Moduls auf der ISS installiert wird.

Zurzeit schreibt Airbus gemeinsam mit der UNOOSA (United Nations Office for Outer Space Affairs) weitere Forschungsmöglichkeiten auf der Plattform aus, die es insbesondere Forschungsträgern aus Entwicklungsländern ermöglichen sollen, an der wissenschaftlichen Weltraumforschung zu partizipieren.


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