Sentinel-6A: Testvorbereitungen in der Akustikkammer Sentinel-6A: Testvorbereitungen in der Akustikkammer - © Foto: Airbus/Daniel Miller 2020 -
DAUN, 06.05.2020 - 13:59 Uhr
Technik - Satellit

Copernicus Satellit Sentinel-6A bekommt mächtig was auf die Ohren

„Acoustic Noise Test“ simuliert Schallbelastungen beim Raketenstart

Mächtig was auf die Ohren bekommt gegenwärtig der Erdbeobachtungssatellit Sentinel-6A. Die Raumfahrtingenieure von Airbus „beschallen“ den neuesten Satelliten des europäischen Umwelt- und Sicherheitsprogramms Copernicus in einer speziellen Kammer des Raumfahrtzentrums der Industrieanlagen- Betriebsgesellschaft mbH (IABG) in Ottobrunn bei München. Beim so genannten „Acoustic Noise Test“ werden die Schallbelastungen simuliert, die später beim Raketenstart auf den Satelliten einwirken werden.

In der rund 100 Quadratmeter großen, mit riesigen Lautsprechern bestückten und bei Tests hermetisch abgeriegelten Kammer, werden vier 60-sekündige Beschallungs-Serien mit steigenden Intensitäten auf den Satelliten „abgefeuert.“ In der Spitzenbelastung wirken dabei 140 Dezibel (dB) auf Sentinel-6A ein. Zum Vergleich: Lautstärken um die 50 dB sind für uns angenehm, bei etwa 100 dB ist die Unbehaglichkeitsschwelle und bei rund 120 dB die Schmerzgrenze erreicht. Ein Presslufthammer oder eine Kettensäge erzeugen rund 110 dB. Eine Zunahme von 10 dB entspricht etwa einer gefühlten Verdopplung der empfundenen Lautstärke.

Copernicus Sentinel-6 ist eine Altimetrie-Mission, mit der die Vermessung der Ozeantopografie im nächsten Jahrzehnt fortgesetzt wird. Sentinel-6 ist mit einem Radarhöhenmesser für hochpräzise, zeitnahe Beobachtungen der weltweiten Meeresspiegelhöhen ausgestattet. Die Veränderung der Meeresspiegelhöhen ist ein wichtiger Indikator für den Klimawandel und die operative Ozeanografie. Sentinel-6 kartiert alle zehn Tage bis zu 95 Prozent der eisfreien Meeresoberfläche und liefert wichtige Informationen über Windgeschwindigkeiten, Meeresströmungen und Wellen, die für die Sicherheit auf See von Bedeutung sind.

Unter der industriellen Führung von Airbus wurden zwei Sentinel-6-Satelliten für das europäische Umwelt- und Sicherheitsprogramm Copernicus entwickelt. Sentinel-6 gehört zwar zu den Copernicus-Satellitenmissionen der Europäischen Union, wird aber auch dank der internationalen Zusammenarbeit zwischen ESA, NASA, NOAA und EUMETSAT verwirklicht.

Ab November 2020 wird Sentinel-6A als erster der beiden Sentinel-6-Satelliten die 1992 begonnenen satellitengestützten Messungen der Meeresoberflächen fortführen. Sentinel-6B soll 2025 folgen. Copernicus Sentinel-6 baut auf dem Erbe der Jason-Satelliten zur Vermessung der Ozeantopografie und den ESA-Missionen CryoSat-2 und Sentinel-2 sowie auf GRACE auf.


Diesen Artikel:
  • print Drucken
  • Bookmark Bookmarken

QR-Code mit dem Handy Scannen und diese(n) Seite / Artikel online Lesen:

 

Google QR Code Generator

QR Code for https://www.infosat.de/technik/copernicus-satellit-sentinel-6a-bekommt-m-chtig-was-auf-die-ohren
Oops... Sie benutzen eine zu alte Browserversion. Um die Seite Korrekt darzustellen benutzen sie bitte mindestens den Internet Explorer 8.
navigateup

Für die Ansicht der mobilen INFOSAT Webseite drehen Sie bitte ihr Handy.