DAUN, 11.09.2017 - 10:27 Uhr
Technik - Fernseher

Der technische Wandel des Fernsehers im Streaming-Zeitalter

Ist Ihr Fernseher schon wieder veraltet? Nun, in gewisser Hinsicht könnte man sagen, dass dies in der Tat der Fall ist, wenn er nicht in der Lage ist, Live-Streams und Apps abzuspielen. Aber keine Sorge, selbst eine alte Kiste kann mit einfachen Mitteln zum Smart-TV werden. Ob Sie das brauchen? Ist das die Zukunft? Was bedeutet das für das gute alte Fernsehprogramm? Diese und weitere Fragen beleuchten wir für Sie und geben Ihnen einen kleinen Überblick über den Wandel des stationären Fernsehens zum interaktiven Fernsehen von heute und morgen.

Bedeutung von Streams

In den letzten Jahren haben Streams im Internet immer mehr an Bedeutung gewonnen. Laut des Digitalisierungsberichts 2017 schauen heute bereits 42% der über 14-Jährigen Videos und Streams im Internet. Alleine die Videoportale auf Abruf, die sogenannten Video-on-Demand-Services, haben im Vergleich zum Vorjahr stolze 2,5 Millionen zusätzliche Nutzer gewonnen. Mit 25 Millionen Nutzern (davon 20,5 Millionen Youtube-Nutzer) sind sie so stark wie nie. Auch die Mediatheken der öffentlich rechtlichen Mediatheken können sich mit knapp 18 Millionen Nutzern nicht über den Zulauf beklagen.

Am stärksten gewachsen ist Netflix, das heute einen Marktanteil von rund 20 Prozent hat, was 5 Millionen Kunden entspricht. Auf Platz 1 ist das ebenfalls stark wachsende Amazon Prime-Videoportal, das auf einen Marktanteil von stolzen 47% kommt. Selbst das Streamingportal Twitch, was eigentlich ein Nischenprodukt für das Streamig von Computerspielen ist, verzeichnet mittlerweile regelmäßige parallele Zuschauerzahlen von über 2.000.000 Zuschauern weltweit. Der Durchschnitt lag 2015 bereits bei 550.000 Zuschauern.

Inwieweit betrifft dies die traditionellen Fernsehsender?

Nun, die Antwort auf diese Frage ist komplex, denn einerseits bieten alle traditionellen Sender mittlerweile auch selbst Livestreams und die meisten auch Mediatheken an. Andererseits unterscheiden sich die Streaming-Anbieter teilweise deutlich und sind technisch ausgereifter. Auch verschwimmen die Grenzen zwischen Pay-TV und Streaming-Dienstleistern zunehmend. So bietet beispielsweise Sky auf seinen mit dem Internet verbundenen Receivern bereits eine große Bandbreite an Filmen und Serien direkt als Stream an, statt über Kabel oder Satellitenschüssel zu gehen. Auf der anderen Seite integrieren auch Streaming-Portale wie Amazon Prime zunehmend Live TV-Streaming Sender als Pay-TV-Option (Amazon Channels genannt), sodass die einzelnen Dienste untereinander immer mehr in Konkurrenz treten und um Abonnenten und Zuschauer buhlen. Dass auch die Nachfrage nach herkömmlichem Fernsehen über das Internet sehr groß ist, zeigt sich am größten europäischen TV-Streaming-Anbieter Zattoo, der mittlerweile 17 Millionen registrierte Nutzer verzeichnet. Der Vorteil liegt auf der Hand: Fernsehen und Streaming-Angebote können überall konsumiert werden. So bietet Zattoo neben Apps für Smart-TVs, Android-Systeme oder den PC auch Apps für alle mobilen Geräte. Fernsehen wird also zunehmend mobiler und das stationäre Fernsehen über das Internet zunehmend flexibler.

Kann mein Fernseher Zukunft?

© pixabay Die meisten neuen Fernseher sind bereits smart. Das bedeutet, es lassen sich Apps auf ihnen installieren und sie können mit dem Internet verbunden werden. Aber auch jeder herkömmliche Fernseher lässt sich über HDMI-Steckerlösungen wie Google Chromecast, eine Android TV-Box, einen Raspberry Pie oder einen Amazon Fire TV-Stick sehr einfach in ein modernes Smart-TV umwandeln. So benötigen Sie weder einen Kabelanschluss noch einen Receiver und können dennoch mit den entsprechenden Apps gleichermaßen herkömmliches Fernsehen über das Internet schauen, als auch auf erweiterte Angebote diverser Streaming-Anbieter und Apps zurückgreifen.

Was ist mit einem Smart-TV möglich?

Da es sich im Prinzip um die Kombination aus Fernseher und Computer handelt, kann ein Smart-TV fast alles. Dabei unterscheidet man zwischen verschiedenen Kategorien und Anwendungsbereichen, die in der Trendstudie von Z_punkt übersichtlich zusammengefasst sind. So wird als Connected TV die Verschmelzung aus Internet und Fernsehen bezeichnet, die mit nur einem Klick zusätzliche vertiefende Informationen zum Programm, Chats, Experten-Hotlines, Feedback-Kanäle zur Sendung oder überlagerte Bilder je nach persönlichem Bedarf ermöglichen - der gute alte Videotext hat längst ausgedient. Über die gesamte Welt der Apps wird das Fernsehen erweitert. Allerdings gibt es noch kein einheitliches System, nicht alle Apps sind für jeden Fernseher verfügbar.

Der nächste Schritt ist laut Studie sogenanntes Social TV, bei dem der Nutzer direkt am Geschehen teilnimmt, sowie die Steigerung und Perfektion dessen, das sogenannte Immersive TV. Hierbei taucht der Anwender voll in die live-gestreamte Welt ein, gegebenenfalls auch in Form von VR- oder 3D-Anwendungen, und beeinflusst sie aktiv mit. Praktische Anwendungsbeispiele können zum Beispiel Casino-Livestreams sein, wie sie bei Betway Casino zu finden sind. Hierbei wird es möglich, die Poker- oder Roulette-Liveübertragung nicht nur zu betrachten, sondern aktiv mitzuspielen und sich am Geschehen zu beteiligen. Auch das Streamen von grafisch aufwendigen Spielen wird so über Spielstream-Plattformen wie Playstation Now möglich werden. Es ist gewissermaßen die Verschmelzung aus Spiel, Livestream und Fernsehen. Eine Gesamtkombination aus allen Welten, immersive eben.

Weitere Aspekte des Smart TV sind die bereits angesprochene Funktion, alle Services des Fernsehers gleichzeitig auch mobil nutzen zu können. So können Sie eine Sendung oder ein Programm einfach auf dem Smartphone weiterschauen und greifen dank Personal TV - einem weiteren Kernaspekt des Smart-TVs - auf die Inhalte zu, die Sie interessieren und sind nicht länger an starre Programmzeiten gebunden. Der Spiegel verfasste dazu bereits im Jahr 2008 einen interessanten Bericht mit Blick in die Zukunft von heute.

Durch die Kombination aus Fernsehen, Streaming, Interaktivität und Netzwerkfunktionen bietet das Smart TV von heute zudem die Möglichkeit, gleichzeitig als Service TV zu agieren. Damit ist die Möglichkeit gemeint, den Alltag über den Fernseher zu steuern. Dies geht von Online-Bestellungen über Heizungssteuerung bis hin zur virtuellen Anprobe von Kleidungsstücken im AR-Shopping-Stream-Sender, wie es zuletzt der Onlinehändler Banana Flame mit der Technologie von Zugura ermöglichte.

Was das perfekte Smart TV bieten muss und was Sie dafür brauchen

© pixabay Wirklich smart wird ein Fernseher erst dann, wenn er mit dem Internet verbunden ist und Zugriff auf die App-Welt bietet. Idealerweise lässt er sich über zusätzliche Bedienelemente wie smarte Fernbedienungen, Controller oder sogar Tastatur und Maus steuern, sodass er zum perfekten Hybriden aus PC und Fernseher wird. Erst dadurch entfaltet sich das volle Potenzial. Je schneller die Rechenleistung, desto umfangreicher sind die Möglichkeiten. Aber auch die Internetverbindung muss entsprechend gut sein. So brauchen Sie für die Übertragung von Full-HD-Inhalten bereits eine Bandbreite von mindestens 16 Mbit/s und wenn es an 4K-Bilder geht (also Ultra-HD), sind sogar 25 Mbit/s, besser noch 50, notwendig.

Ob all diese Möglichkeiten letztendlich über den Fernseher und seinen integrierten Prozessor auf den Bildschirm geholt werden oder eine TV-Box bzw. ein TV-Stick zum Einsatz kommen, ist im Prinzip eigentlich egal. Amazons Fire TV-Stick zeigt bereits eindrucksvoll, wie einfach es ist, jeden Fernseher zum Smart-TV zu machen. Eine Studie von Heise zum Thema Smart-TVs in Deutschland zeigt, dass der Trend längst nicht mehr aufzuhalten ist, denn bereits heute sind mehr als 50% aller Fernsehgeräte smart und rund 1/3 der Nutzer greift über den Fernseher auf das Internet zu. Auch das App-Angebot, Streaming-Angebote und Mediatheken nehmen stetig zu und treten damit in direkte Konkurrenz zum herkömmlichen Fernsehen. So haben Sie beispielsweise als Bundesliga-Fan mittlerweile nicht nur die Möglichkeit, die Montags- und Freitags-Spiele bei Sky zu verfolgen, sondern können auch einfach direkt auf dem Fernseher über die Apps von DAZN, Sky, dem Eurosport-Player direkt oder über Amazon Channels gestreamt werden. Die meisten Services sind mittlerweile auch ohne Abo nutzbar, sondern On-Demand, ständig kündbar oder anpassbar. Smart eben.


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