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DAUN, 02.03.2021 - 11:43 Uhr
Technik - Radio

Digitalradios boomen – UKW-Radios im Absatz weit überholt

DAB+ mit bestem Jahr seit 2011

Im umsatzstärksten Jahr seit der Einführung von DAB+ wurden in Deutschland 2020 mehr als 1,83 Mio. DAB+ Empfänger abgesetzt. Wie der HEMIX (Home Electronics Market Index) belegt, entspricht dies einem Wachstum von 15,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, teilte das Digitalradio Büro Deutschland mit. Auch der Umsatz mit DAB+ Radios wuchs mit 13 Prozent zweistellig: von 216 Mio. Euro in 2019 auf die aktuelle Bestmarke in Höhe von 244 Mio. Euro in 2020.

Radio – dank digitaler Übertragung beliebt wie nie

Die starke Dynamik beim Abverkauf zeigt, dass Hörerinnen und Hörer dem Radio vertrauen und es gerade in besonderen Zeiten als verlässliche Quelle für relevante Nachrichten, seriöse Informationen und Unterhaltung schätzen. Digitalradios haben UKW-Radios im Absatz weit überholt. So lag der Marktanteil von rein analogen Radioempfängern (UKW) in 2020 bei nur noch 46 Prozent. Den Löwenanteil haben inzwischen DAB+ Digitalradios. Sogenannte hybride Radios, die UKW, DAB+ und IP empfangen können, erreichen einen Marktanteil von 7 Prozent.

Die seit 21. Dezember 2020 geltende Digitalradiopflicht für Autoradios in Neuwagen und andere handelsübliche Geräte leistet für diese Entwicklung ebenfalls einen wesentlichen Beitrag: Bereits seit Sommer 2020 haben die Hersteller ihre Neuwagen mehrheitlich mit DAB+ an Bord ausgeliefert.

Die tatsächliche Zahl der verkauften DAB+ Radios ist höher als im HEMIX gemeldet, da er den Gesamtmarkt nicht vollständig abbildet, wie das Digitalradio Büro Deutschland darauf hin. Der HEMIX berücksichtige nur verkaufte Radios und die erzielten Umsätze im deutschen Endverbrauchermarkt, hieß es. Käufe aus dem Ausland oder Autoradios ab Werk fließen nicht in den HEMIX ein, hieß es weiter.

Mehr Geräte, mehr Nutzung

Die Entwicklung auf dem Gerätemarkt spiegelt sich auch in der DAB+ Nutzung: Wie aus der Media Analyse ma 2020 Audio II hervorgeht, hatte die Nutzung des digital-terrestrischen Radios bei der Tagesreichweite relativ um rund 50 Prozent zugelegt. Das macht DAB+ zum Radioverbreitungsweg mit dem derzeit stärksten Wachstum.

Die steigende Nutzung geht einher mit einer kontinuierlich wachsenden Angebotsvielfalt vor allem bei den privaten Anbietern. Mit dem Start der zweiten, bundesweiten DAB+ Programmplattform im Oktober 2020 hat sich die Anzahl der im gesamten Bundesgebiet ausgestrahlten Programme bis jetzt auf 24 erhöht. Für den Sommer ist der Start weiterer neuer und spannender Programme geplant, auch auf regionaler Ebene. Ein breitgefächertes und vielfältiges Hörangebot kann auch den Geräteabsatz weiter beflügeln.

Eine entscheidende Rolle für den Erfolg von DAB+ spielt der Verein Digitalradio Deutschland. Im gemeinsamen Schulterschluss werben die Mitglieder, also ARD, Deutschlandradio, Privatsender, Hersteller und der Handel dreimal im Jahr crossmedial gemeinsam für DAB+. Ergänzt und unterstützt werden diese Maßnahmen durch unterjährige Aktionen direkt am PoS in rund 3.200 Elektromärkten in ganz Deutschland.

Marktbeobachter rechnen damit, dass die Umsätze auch künftig solide sind und prognostizieren für das laufende Jahr eine mindestens vergleichbar hohe Menge an verkauften DAB+ Radios.

www.dabplus.de

InfoDigital aktuell: Lesetipp

Absatz von DAB+ Geräten setzt sich fort

DAB+ wird immer beliebter. Denn nicht nur die Anzahl der digitalen Hörfunksender wächst stetig, sondern auch die Verkaufszahlen von digitalen Radiogeräten. Auch das neue Telekommunikationsgesetz in Deutschland trägt sicher dazu bei.

Laut GfK Handelspanel wurden im Gesamtjahr 2020 in Deutschland insgesamt 4,2 Millionen Audiogeräte verkauft. Dazu gehören Heimkinoanlagen, Radiogeräte, Tuner, Receiver sowie After-Sales Autoradios. Von diesen Geräten waren 38 Prozent DAB-fähig, das entspricht circa 1,6 Millionen verkauften Geräten. 7 Prozent dieser verkauften Geräte sind nicht nur DAB-fähig, sondern verfügen zudem über die Option „Internetradio“. Im direkten Jahresvergleich verzeichnete das gesamte DAB-Segment einen Zuwachs von 23 Prozent.

Lese Sie mehr dazu in der InfoDigital März-Ausgabe, 3/2021 (Nr. 396), die seit Freitag, 26. Februar 2021 als Einzelheft, im Abo oder als E-Paper sowie für iPad erhältlich ist.


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