DAUN, 27.06.2019 - 13:47 Uhr
Technik - Radio

Eifeler Radiotage am 06. und 07. Juli 2019

70 Jahre Grundgesetz – 50 Jahre erste Mondlandung - 30 Jahre Mauerfall. 2019 ist ein Jahr voller Jubiläen. Aber auch Rundfunktechnisch stehen einige runde Geburtstage an: Vor 100 Jahren wurde das Radio bei unseren niederländischen Nachbarn gestartet, Radio Moskau ging vor 80 Jahren auf Sendung und der UKW Rundfunk in Deutschland wird 70 Jahre alt.

Einige Radioenthusiasten möchten diese Geburtstage nutzen, um 2 Tage das Radio zu zelebrieren. Bei den „Eifeler Radiotagen“ am 06. und 07. Juli 2019 soll gefeiert werden – On Air. Mittels Veranstaltungsradio und begleitendem Programm wollen die Macher in die 100-jährige Radiogeschichte eintauchen. Initiator Christian Milling: „Wir haben im Kreis Euskirchen die einmalige Situation, dass es hier auf engstem Raum Rundfunkhistorie zu sehen ist, von der über Jahrzehnte keiner wusste. Im Ort Urft bei Kall befindet sich der ehemalige Ausweichsitz der Landesregierung NRW. Dort, tief unter der Erde in einem Bunker gibt es ein Hörfunkstudio aus dem gesendet worden wäre, hätte es einen nuklearen Angriff im kalten Krieg gegeben. Etwa 5km Luftlinie entfernt davon steht die ehemalige Sendeanlage der Landespolizei NRW. Dort findet man unter anderem einen originalen UKW Sender aus dem Jahr 1955.“

Sowohl das Studio als auch der Sender wurden liebevoll restauriert und sind im Originalzustand voll einsatzbereit. Mittels dieser historischen Technik soll bei den „Eifeler Radiotagen“ 2 Tage lang Radio in klassischer Manier gemacht werden. Mit Tonband und Schallplatten - stilecht in Mono. Inhaltlich geht es rund um’s Thema Radio, so Milling weiter: „Es gibt viele spannende Radio-Geschichten, die wir erzählen wollen; von der technologischen Entwicklung des Rundfunks bis hin zu persönlichen Erlebnissen von RadiomacherInnen und HörerInnen. Wir sprechen beispielsweise mit der Erfinderin des interaktiven Radios, Carmen Thomas, die 20 Jahre lang die Sendung ‚Hallo Ü-Wagen‘ moderiert hat. Musiklegende Alan Parsons erzählt über den Moment, als er zum ersten mal eins seiner Lieder im Radio gehört hat. Der Start des privaten Hörfunks in Deutschland vor 35 Jahren ist genauso Thema wie der Blick zurück hinter den eisernen Vorhang, wo die Sowjets über Jahrzehnte den Empfang ausländischer Hörfunkprogramme durch bewusstes Stören unterbunden haben“.

Die Eifeler Radiotage bleiben aber kein reines „Hörerlebnis“. So gibt es an dem Wochenende u.A. die Möglichkeit, den ehemaligen Bunker der Landesregierung hautnah zu erleben. 2-stündige Führungen lassen die Besucher erleben, was im Katastrophenfall die Beamten der Landesregierung dort hätten machen müssen. Das fiktive Szenario: Die ersten Atombomben sind auf das Ruhrgebiet gefallen, der Fallout treibt auf Köln/Bonn zu – die Bunkerbesatzung muss möglichst viele Menschen evakuieren. Anhand funktionierender Technik wird gezeigt, wie die Arbeit im Bunker verlaufen wäre.“

Auch das Kloster Steinfeld, was zwischen den beiden Standorten in Urft und Krekel liegt, ist in die Eifeler Radiotage eingebunden. So wird unter anderem eine Klasse des Hermann-Josef-Kollegs ein Hörspiel produzieren, eine andere Klasse produziert Hörfunkbeiträge über die Zeit des Nationalsozialismus. Am Sonntag (07.07.2019) wird der von den Schülern gestaltete Gottesdienst aus dem Kloster Steinfeld übertragen.

An beiden Tagen fährt ein Ü-Wagen durch das Sendegebiet und Reporter melden sich von verschiedenen Orten – Radio zum Anfassen. Zu empfangen ist das Programm am 06. und 07. Juli 2019 in der Gemeinde Kall auf der UKW Frequenz 95,5 MHz sowie europaweit außerhalb Deutschlands auf Kurzwelle 6030 kHz. Weltweit wird das Programm ins Internet gestreamt.

Anmeldungen zu den Bunkerführungen und weitere Informationen zum Programm der Eifeler Radiotage gibt es unter www.eifeler-radiotage.de sowie bei Facebook https://www.facebook.com/EifelerRadiotage


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