Der Copernicus Data Space ist die größte öffentliche Plattform für Erdbeobachtungsdaten der Welt. © iStock Der Copernicus Data Space ist die größte öffentliche Plattform für Erdbeobachtungsdaten der Welt. © iStock - © Foto: iStock -
DAUN, 24.01.2023 - 10:02 Uhr
Technik - Satellit

ESA beauftragt T-Systems für Copernicus-Datenzugangsdienst

Ab 24.Januar öffentlicher Zugang zum neuen Copernicus Data Space Ecosystem

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) setzt auf T Systems als Dienstleistungsanbieter für das Copernicus Data Space Ecosystem. Zwischen der Europäischen Weltraumorganisation und einem von T-Systems International geleiteten Konsortium wurde im Dezember 2022 ein Vertrag unterzeichnet, der Nutzern den unmittelbaren Zugang zu enormen Mengen an digitalen Erdbeobachtungsdaten aus der Sentinel-Satellitenkonstellation Copernicus ermöglichen soll.

Diese Komponente wird in Partnerschaft mit der Europäischen Weltraumorganisation durchgeführt. Sie bietet Informationsdienste zum größtmöglichen Nutzen von Wissenschaft, Politik, Industrie und EU-Bürgern.

Copernicus Data Space Ecosystem: einer der größten öffentlichen Datenräume der Welt

Die Copernicus Sentinel-Satelliten liefern kontinuierlich Daten zur Erdbeobachtung. Dazu gehören Daten von der gesamten Erdoberfläche sowie von der Erdatmosphäre. Mit entsprechenden Analysen liefern sie aktuelle Informationen über den Zustand der Erde. Die großen Datenmengen können somit für Trendanalysen in verschiedenen Bereichen wie zum Beispiel Wissenschaft, Wirtschaft und Politik genutzt werden. Sie dienen unter anderem als Grundlage, um extreme Wettersituationen, klimatische Bedingungen und die Auswirkungen von Naturkatastrophen besser einschätzen oder berichten zu können. Auch Landwirtschaft und Politik profitieren von der 24/7-Erdbeobachtung. Landwirte können sehen, wo und wann Wasser oder Dünger ausgebracht werden muss, um die Erträge zu optimieren. Sie können sehen wie es um die Beschaffenheit des Bodens bestellt ist oder ob die Gefahr eines Insektenbefalls besteht. Die Politik hat eine konkrete Datenbasis, um beispielsweise Agrarsubventionen passend zu verteilen.

Das Copernicus Data Space Ecosystem ist eine der größten öffentlichen Plattformen für Erdbeobachtungsdaten der Welt. Und sie wird in den nächsten Jahren von derzeit 34 auf mehr als 80 Petabyte anwachsen. Das wird die größte Datensammlung sein, die T-Systems in seinen Rechenzentren verwaltet.

Ab 24. Januar öffentlicher Zugang zum neuen Copernicus Data Space Ecosystem und ersten Diensten

Die Öffentlichkeit, darunter mehr als 600.000 bereits registrierte Nutzer, hat ab dem 24. Januar 2023 Zugang zum neuen Copernicus Data Space Ecosystem und den ersten Diensten. Das gilt insbesondere für öffentlichen Einrichtungen, aber auch Forschende, Unternehmen oder Privatpersonen können das Angebot des europäischen Erdbeobachtungsprogramms weiterhin nutzen – das neue Webportal ist frei zugänglich: dataspace.copernicus.eu.

Ab Juli 2023 wird der Großteil des Service-Portfolios zur Verfügung stehen, einschließlich eines Marktplatzes, um das Ökosystem mit Daten und Diensten von Drittanbietern weiter auszubauen und die europäische Datenstrategie zu unterstützen. 

Mit dieser gigantischen Datenmenge gehen T-Systems und seine Partner verantwortungsvoll und nachhaltig um. Mit einer grünen Infrastruktur und Strom, der fast vollständig aus erneuerbaren Quellen stammt. 

Nutzer vertrauen auf quelloffene, freie und offene Daten

T-Systems betreibt bereits seit 2013 Teile der Copernicus-Infrastruktur. Das neue Data Space Ecosystem gewährleistet die Kontinuität des freien und offenen Datenzugangs mit verbesserten Diensten und erleichtert die Zusammenarbeit für alle Nutzer weiter. So wird eines der größten Online-Archive, bestehend aus allen seit 2014 gesammelten Sentinel-Satellitendaten, zur Verfügung gestellt. Neben dem gigantischen Datenvolumen bietet es sowohl bestehende als auch eine Vielzahl neuer Tools, zum Beispiel für Sofortanalysen und On-Demand-Verarbeitung. Das neue Data Space Ecosystem wird auf Basis einer Open-Source-Umgebung bereitgestellt. Es erleichtert es Dritten, ihre Anwendungen in das Data Space Ecosystem einzubringen und dort zu betreiben, und zwar mit einer transparenten Verwaltung und ohne jegliche Beschränkungen.

„Die Zukunft der Klimapolitik ist digital. Big Data ist nicht nur ein Werkzeug für Unternehmen, sondern mittlerweile wesentlich für unsere demokratische Gesellschaft und den Klimaschutz. Die Datenplattform der ESA ist der erste Schritt, Daten noch besser für Politik, Gesellschaft und dem Klimaschutz verfügbar zu machen“, sagt T-Systems CEO Adel Al-Saleh. 

Hintergrund

Copernicus ist die Erdbeobachtungskomponente des EU-Weltraumprogramms. Diese Komponente wird in Partnerschaft mit der Europäischen Weltraumorganisation umgesetzt.

Copernicus generiert aus seiner Sentinel-Konstellation und Umweltüberwachungsdiensten jährlich Daten und Informationen im Umfang von mehreren Petabyte. Neue Daten liefern aktuelle Informationen über den Zustand der Erde, während die Tiefe der Copernicus-Datenarchive wertvolle Trendanalysen über viele Jahre ermöglicht. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass die gesamte Bandbreite der Copernicus-Daten und -Informationen an die Nutzer weitergegeben wird. Wenn die Datenarchive wachsen, wird es bequemer und effizienter, die Daten nicht mehr herunterzuladen, sondern sie dort zu analysieren, wo sie ursprünglich gespeichert worden sind. Cloud-Technologien ermöglichen diese Vielseitigkeit, da die Nutzer über eine Vielzahl von Optionen verfügen, um von den durch Copernicus generierten Daten zu profitieren: Suche, Visualisierung und Weiterverarbeitung der Daten mithilfe einer umfassend gepflegten Softwareumgebung, wobei die Daten dennoch in die eigene Recheninfrastruktur heruntergeladen werden können.

Der neue Dienstleistungsvertrag wurde von der Europäischen Weltraumorganisation unterzeichnet, der diese Tätigkeit von der Europäischen Kommission übertragen wurde, und hat eine Laufzeit von sechs Jahren mit der Möglichkeit der Verlängerung auf bis zu zehn Jahren. Der Gesamtwert des Auftrags beläuft sich auf fast 150 Mio. EUR. Die Anfangsgröße des Copernicus-Datenarchivs beträgt 34 Petabyte und soll nach sechs Jahren etwa 80 Petabyte erreichen. 

Die ersten Dienste starten bereits im Januar 2023 und werden schrittweise eingeführt. Ein starkes Branchenteam unter der Leitung von T-Systems ermöglicht die Dienste und Innovationen. Es besteht aus europäischen Dienstleistern für Cloud und Erdbeobachtung mit innovativen Lösungen. Die Partner, die sich an diesem Projekt beteiligen, sind: T-Systems (prime), Cloud Ferro, Sinergise, VitoITO, ACRI-ST, DLR und RHEA.

Informationen zu Copernicus unter www.copernicus.eu

Informationen zum Copernicus Ecosystem unter dataspace.copernicus.eu

 


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