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DAUN, 07.07.2020 - 13:51 Uhr
Technik

ESA gibt Gewinner des Startup-Wettbewerbs bekannt

Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat die vier Gewinner des ESA-StartUp-Wettbewerbs bekannt gegeben, die den Weltraum zur Lösung von Problemen auf der Erde nutzten. Jedes Startup-Unternehmen präsentierte den Delegierten seine Geschäftsvorschläge online beim ESA Industrial Policy Committee Treffen am 29. Juni 2020.

In einer von Eric Morel de Westgaver, ESA-Direktor für Industrie, Beschaffung und Rechtsdienstleistungen, geleiteten Sitzung umriss jedes Startup seinen Vorschlag und beantwortete Fragen der Delegierten der ESA-Mitgliedstaaten.

Die vier Gewinner-Startups wurden aus insgesamt 101 Bewerbern ausgewählt. Über einen Zeitraum von zwei Monaten wurden sie anhand des Teams, des Geschäftsmodells, der gesellschaftlichen Auswirkungen des Projekts und der Nützlichkeit sowie der Qualität des Vorschlags beurteilt. An diesem Prozess waren die Gründerzentren der Mitgliedstaaten, wissenschaftliche, wirtschaftliche und juristische Experten der ESA sowie der Generalinspektor der ESA beteiligt. Alle 22 Delegierten der Mitgliedsstaaten stimmten einstimmig über die endgültigen Gewinner ab. Die Qualität der Beiträge war so hoch, dass der dritte Platz von zwei Startups geteilt wird.

Die Gewinner erhalten fachkundige Beratung im Rahmen eines auf ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnittenen Mentoren-Programms. Die ESA lädt die Gewinner außerdem dazu ein, auf dem Internationalen Weltraumkongress in Abu Dhabi im Mai 2021 zu präsentieren.

„Jeder Vorschlag ist wirtschaftlich vernünftig und wird sehr positive Auswirkungen auf die Gesellschaft oder die Umwelt haben“, erklärte Morel de Westgaver. „Die Menschen hinter diesen Ideen sind Experten auf ihrem Gebiet, die Chancen auf dem Markt erkannt haben. Ihre Leidenschaft und ihr Engagement, gepaart mit der Anerkennung und Unterstützung der ESA, geben ihnen den nötigen Antrieb, um diese Ideen zu verwirklichen“.

Wasser ist lebenswichtig für das Leben auf der Erde, aber jährlich werden Millionen Kubikmeter durch Lecks in erdverlegten Pipelines verschwendet.

Cosmic Srl Gesamtsieger

Das in Italien ansässige Cosmic Srl ist Gesamtsieger des ESA Startup-Wettbewerbs. Sie schlagen vor, ihr auf Neutronendetektoren basierendes Konzept weiterzuentwickeln, um ein kostengünstiges Gerät herzustellen, das einfach in jedes Fahrzeug eingebaut werden kann, um den Wassergehalt des Bodens in der Nähe von Pipelines zu messen und Lecks zu identifizieren.

Die Technologie arbeitet unter der Voraussetzung, dass die kosmische Strahlung, die die Erde ständig trifft, von Wasserstoff absorbiert wird. Die Idee basiert auf Messungen mit einem Detektor, der die kosmische Strahlung in einem bestimmten Frequenzbereich zählt. Die Zahl nimmt ab, wenn die Strahlen von Wasser absorbiert werden. Die gesammelten Daten werden mit der von Navigationssatelliten gelieferten GPS-Positionierung abgeglichen und kontinuierlich an einen Server zur Echtzeit-Datenanalyse auf der Grundlage künstlicher Intelligenz zur Erkennung von Wasserlecks gesendet.

Hawa Dawa aus Deutschland belegt zweiten Platz

Hawa Dawa belegte den zweiten Platz, und an dritter Stelle folgten Orbital EOS und ConstellR. Dawa aus Deutschland hat eine globale Luftqualitätsmanagement-Plattform geschaffen, die auf Daten von Erdbeobachtungssatelliten, bodengestützten Messungen, dem Internet der Dinge, künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen basiert.

Die Verbesserung der Luftqualität ist ein entscheidender Bestandteil der Schaffung nachhaltiger und widerstandsfähiger Städte. Das Modellierungssystem von Hawa Dawa liefert Informationen, die Entscheidungsträgern helfen können, die Auswirkungen der Luftverschmutzung im Verkehrsmanagement, in der Stadtentwicklung und im Gesundheitswesen zu berücksichtigen.

Orbital EOS aus Spanien auf Platz drei

Etwa zwei Millionen Tonnen Öl werden von Ölplattformen und Schiffen in unsere Meere geschüttet, die meisten davon unentdeckt. Orbital EOS aus Spanien hat die erste kommerzielle Plattform namens „EOS Viewer“ entwickelt, die künstliche Intelligenz mit Radar- und optischen Daten von Erdbeobachtungsatelliten aus dem EU Copernicus-Programm kombiniert, um diese Ölverschmutzungen aufzuspüren und zu charakterisieren.

Orbital EOS bietet eine Kostenreduzierung von 10-50% bei der Gesamtüberwachung und mehr Analysedaten über die Merkmale einer Ölpest. Durch die Zusammenarbeit mit Ölgesellschaften und Behörden hofft dieses Unternehmen, einen verantwortungsvolleren Ansatz zur Lösung der Meeresverschmutzung zu schaffen.

Ebenfalls Platz drei für deutsches Startup ConstellR

Mit einem ersten Demonstrator im Orbit wird das deutsche Startup ConstellR im nächsten Jahr mit dem Bau seiner thermischen Infrarot-CubeSat-Konstellation beginnen, die die Daten aus dem Copernicus-Programm ergänzen wird, um einen hochauflösenden Temperaturüberwachungsdienst für die Landoberfläche zu bieten. Mit 3% der Kosten herkömmlicher Systeme wird es die Gesundheit von Nutzpflanzen weltweit, täglich und auf der Ebene eines einzelnen Feldes überwachen.

Dieses System kann Landwirtinnen und Landwirten dabei helfen, die Ernteerträge zu steigern und gleichzeitig den Wasser- und Düngemitteleinsatz zu reduzieren. Außerdem unterstützt das System Regierungen wie auch die Industrie dabei, die Auswirkungen von Umweltveränderungen zu erkennen und sich darauf vorzubereiten.

Wenn Sie mehr über diese Gewinner erfahren möchten, können Sie an der Eröffnungssitzung der virtuellen ESA Industry Space Days am Mittwoch, den 16. September 2020 teilnehmen, wo sich die Teams vorstellen und für virtuelle Termine mit Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie und der Raumfahrtagentur zur Verfügung stehen.

www.esa.int


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