- © Foto: Airbus Defence And Space UK -
DAUN, 04.02.2020 - 15:57 Uhr
Technik - Satellit

ESA Raumsonde „Solar Orbiter“ bereit für den Start

Reise zur Sonne

Der von Airbus gebaute Solar Orbiter ist nach der Montage auf der Spitze der Atlas-V Trägerrakete unter der entsprechenden Schutzverkleidung bereit für den Start am Abend des 9. Februar vom Raketenstartplatz Cape Canaveral. Die Raumsonde wird die Sonne erst wieder „sehen“, wenn sie sich auf ihrer Reise in das Zentrum des Sonnensystems befindet.

Foto: Spacecraft: ESA/ATG medialab; Sun; NASA/SDO/P.Testa (CfA) Die Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA soll bahnbrechende Erkenntnisse darüber liefern, wie die Sonne die sie umgebende gigantische Plasmablase erzeugt und beeinflusst und welche Auswirkungen dies auf die Planeten unseres Sonnensystems hat (InfoDigital berichtete). Solar Orbiter verfügt über zehn In-Situ- und Fernerkundungsinstrumente, mit denen die Sonde Bilder anfertigen, Spektren beobachten, die Eigenschaften des Sonnenwinds erforschen sowie elektrische und magnetische Felder, Lichtwellen und hochenergetische Teilchen in unmittelbarer Nähe der Sonne vermessen kann.

Die in Großbritannien gebaute Raumsonde wird sich der Sonne alle fünf Monate stark annähern; am sonnennächsten Punkt seiner Bahn wird der Solar Orbiter nur 42 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt sein; dies ist weniger als die Entfernung des Planeten Merkur zur Sonne. In diesen Zeitfenstern wird die Sonde für mehrere Tage über etwa demselben Abschnitt der Sonnenoberfläche positioniert sein, da die Sonne um ihre Achse rotiert. Damit lässt sich die magnetische Aktivität in der Sonnenatmosphäre, die zu enormen Eruptionen und Sonnenfackeln führen kann, auf völlig neue Art und Weise untersuchen. Die Raumsonde wird die Gravitationskraft der Venus nutzen, um in ihre elliptische Flugbahn einzuschwenken, und ändert durch weitere Vorbeiflugmanöver ihre Neigung so, dass die noch unerforschten Polarregionen der Sonne beobachtet werden können.

Solar Orbiter muss Temperaturen von über 500 Grad Celsius standhalten, die Metall normal zum Schmelzen bringen würden. Daher wird die Sonde immer mit der als Hitzeschild ausgeführten Seite zur Sonne ausgerichtet sein. Die sogenannte SolarBlack-Beschichtung des Schilds schützt die empfindlichen Instrumente, die wiederum zum Teil über Heizelemente verfügen, um sie auf optimaler Betriebstemperatur zu halten.

Ian Walters, Airbus Programme Manager für den Solar Orbiter, sagte: „Nach achtjähriger Entwicklungs- und Bauphase ist der Solar Orbiter nun bereit für den Start und eine zuvor noch nie dagewesene Erforschung der Sonne. Alle hier bei Airbus fiebern dem Tag entgegen, an dem das Raumfahrzeug seine Reise zur Sonne beginnen wird.“


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