Galileo 27 und 28 auf ihrer goldumhüllten Oberstufe innerhalb ihrer Sojus-Trägerraketenverkleidung. Bildrechte: ESA-P. Carril Galileo 27 und 28 auf ihrer goldumhüllten Oberstufe innerhalb ihrer Sojus-Trägerraketenverkleidung. Bildrechte: ESA-P. Carril - © Foto: ESA-P. Carril -
DAUN, 29.11.2021 - 14:58 Uhr
Technik - Satellit

Galileo-Satelliten Nr. 27 und 28 erhalten grünes Licht für den Start

Start live im Internet

Europas nächstes Satellitenpaar für das satellitengestützte europäische Navigationssystem Galileo, hat grünes Licht für den Start bekommen. Der Launch Readiness Review vom vergangenen Freitag, 26. November bestätigte, dass die Satelliten in den frühen Morgenstunden am 2. Dezember europäischer Zeit zum Abheben bereit sind. Das gab die Europäische Raumfahrtagentur ESA am 29. November bekannt.

Denn am 2. Dezember sollen die Galileo-Satelliten Nr. 27 und Nr. 28, wie InfoDigital bereits berichtete, um 1:31 Uhr MEZ (1. Dezember um 21:31 Uhr Ortszeit Kourou) mit einer Sojus-Trägerrakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana aus gestartet werden. Der Start kann ab 01.04 Uhr (MEZ) live auf ESA Web TV Two verfolgt werden.

Der Launch Readiness Review am Freitag bestätigte, dass die ersten beiden Satelliten Namens "Patrick" und "Shriy" in dieser letzten Charge von zwölf Galileo-Satelliten der ersten Generation einsatzbereit sind – vorausgesetzt, dass zwischen jetzt und der Nacht vom 1. auf den 2. Dezember keine äußeren Umstände eintreten, sagte Bastiaan Willemse, Galileo Satellite Manager vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana. Inzwischen hab man mit den Vorbereitungen für die Startkampagne der nächsten beiden Satelliten begonnen, so Willemse.

Die Launch Readiness Review ist eine von der ESA geleitete Überprüfung unter Beteiligung des Satellitenherstellers OHB, des Raketenstartdienstleisters Arianespace, des Galileo-Betreibers SpaceOpal, der EU Space Program Agency (EUSPA) und der EU- Kommission sowie des Security Accreditation Board des Programms.

Es war das letzte Review bei der von Arianespace geleiteten RAL (Revue d'Aptitude de Lancement) bei der der neueste Status der Trägerrakete, der Starteinrichtungen und des Standorts, der globalen Startverfolgungseinrichtungen sowie der Satelliten und ihrer Unterstützung der Bodeninfrastruktur überprüft wurde, die letztendlich zur Genehmigung für den Start-Countdown führt.

Die Satelliten trafen Anfang Oktober in Französisch-Guayana zur Startkampagne ein, einschließlich erster „Fit-Checks“ der Zapfsäulen und der Befüllung mit dem Hydrazin-Kraftstoff, mit dem sie während ihrer zwölfjährigen Betriebszeit manövriert werden sollen.

Die neuen Galileo-Satelliten (27 und 28) sollen die Konstellation der 26 bereits im Einsatz befindlichen Satelliten ergänzen.

11. Galileo-Start in zehn Jahren

Der Start in dieser Woche wird der 11. Galileo-Start in zehn Jahren sein. Für das kommende Jahr sind zwei weitere Starts geplant, damit Galileo die volle Betriebsfähigkeit bei der Bereitstellung seiner Dienste erreichen kann, gefolgt von den Starts der restlichen Batch-3-Satelliten, die sich derzeit alle in der finalen Integration beim Bremer Weltraumkonzern OHB befinden sowie Verifizierungstests am Boden im ESTEC-Testzentrum der ESA in den Niederlanden.

Galileo ist das europäische globale Satellitennavigationssystem, das seit 2016 in Betrieb ist. Es ist das einzige Satellitennavigationssystem, das unter ziviler Kontrolle betrieben wird. Es bietet mehr als 2,3 Milliarden Nutzern weltweit hochpräzise Ortungs-, Navigations- und Zeitmessungsdienste. Galileo bietet standardmäßig zwei Frequenzen an, um eine Echtzeit-Positionierungsgenauigkeit bis in den Meterbereich zu liefern.

Als größte Infrastrukturinitiative der Europäischen Union (EU) bringt Galileo den EU-Bürgern und ihren Mitgliedstaaten strategische Autonomie und Souveränität. Es wird von der Europäischen Union finanziert und ist vollständig im Besitz der Europäischen Union und wurde von der ESA entworfen. Es bietet innovative Technologien, die von der europäischen Industrie zum Nutzen aller Bürger entwickelt wurden.

Die Galileo-Satelliten der ersten Generation wurden vom Hauptauftragnehmer OHB System gebaut, die Nutzlasten werden von Surrey Satellite Technology Ltd (SSTL), einer Tochtergesellschaft von Airbus Defence and Space, geliefert.

Galileo der 2. Generation bereits im Bau – Erste Starts Ende 2024 geplant

Parallel zum Abschluss der Bereitstellung von Galileo der ersten Generation durch Batch 3 befinden sich die neuen Galileo-Satelliten der zweiten Generation mit verbesserten Navigationssignalen und -fähigkeiten bereits in der Entwicklung. Beim jüngsten Auftrag für Galileo, dem Bau von zwölf Navigationssatelliten der zweiten Generation, ging der Bremer Raumfahrtkonzern OHB allerdings leer aus (InfoDigital berichtete).

Im Auftrag der Europäischen Kommission hat die Europäische Weltraumorganisation (ESA) zwei Verträge über einen Gesamtbetrag von 1,47 Mrd. EUR unterzeichnet, um die erste Charge der zweiten Generation der europäischen Galileo-Navigationssatelliten zu entwerfen und zu bauen. Nach einem intensiven Prozess des offenen Wettbewerbs wurden die Aufträge an Thales Alenia Space (Italien) und Airbus Defence & Space (Deutschland) vergeben, um zwei unabhängige Satellitenfamilien mit insgesamt zwölf Galileo-Satelliten der zweiten Generation zu schaffen, teilte die ESA mit.

Die ersten Satelliten der zweiten Generation sollen voraussichtlich Ende 2024 in die Umlaufbahn gebracht werden.


Diesen Artikel:
  • print Drucken
  • Bookmark Bookmarken

QR-Code mit dem Handy Scannen und diese(n) Seite / Artikel online Lesen:

 

Google QR Code Generator

QR Code for https://www.infosat.de/technik/galileo-satelliten-nr-27-und-28-erhalten-gr-nes-licht-f-r-den-start
Oops... Sie benutzen eine zu alte Browserversion. Um die Seite Korrekt darzustellen benutzen sie bitte mindestens den Internet Explorer 8.
navigateup

Für die Ansicht der mobilen INFOSAT Webseite drehen Sie bitte ihr Handy.