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DAUN, 15.05.2018 - 14:48 Uhr
Technik - Satellit

Großbritannien streitet mit EU über Galileo Satellitennavigationssystem

Großbritannien streitet mit der Europäischen Union über seine Rechte am europäischen Satellitennavigationssystem Galileo nach dem Brexit. Das berichtete der Deutschlandfunk am 15. Mai. London habe mit der Entscheidung, die EU zu verlassen, auch alle Verbindungen zu Galileo gekappt und könne jetzt nur noch schlechtere aushandeln, erklärte der EU-Chefunterhändler Barnier in Brüssel. Es werde sicherlich aber auch weiterhin eine Kooperation mit Großbritannien geben. Der britische Wissenschaftsminister Gyimah sagte der BBC, da man geholfen habe, das Galileo-System zu entwickeln, wolle man auch, dass sich die britische Industrie um Aufträge bewerben könne, berichtete der Deutschlandfunk weiter.

Das europäische Satellitennavigationssystem Galileo ist ein gemeinsames Projekt der Europäischen Union und der europäischen Raumfahrtagentur ESA. Mit dem milliardenschweren Prestigeprojekt Galileo will Europa unabhängig vom amerikanischen GPS werden. Erste Dienste sind seit Dezember 2016 verfügbar. Laut Angaben der Raumfahrtagentur Cnes zählt Galileo heute an die 100 Millionen Nutzer (InfoDigital berichtete). Damit sind Geräte wie Smartphones gemeint, die Galileo-Positionsdaten etwa für Karten-Anwendungen nutzen. Nach Angaben der Betreiber rüsten Handyhersteller inzwischen Modelle nicht nur mit GPS-, sondern auch mit Galileo-Empfängern aus. Dadurch verbessert sich für die Nutzer die Genauigkeit, weil sie Signale beider Dienste empfangen können.

Galileo verfügt aber auch über einen Hochsicherheitsdienst für Regierungen. Eines von vier Signalen der Galileo-Satelliten ist verschlüsselt, es kann auch für Verteidigungszwecke verwendet werden. Dieser Kanal soll ausdrücklich auch für die Europäische Verteidigungsunion genutzt werden.

Das Galileo-System ist noch nicht vollständig. Derzeit sind 22 Satelliten im All. Der nächste Start von vier Satelliten ist für Juli 2018 geplant. Der endgültige Start des europäischen GPS-Konkurrenten ist für 2020 geplant.


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