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DAUN, 26.04.2021 - 14:44 Uhr
Technik - Internet

Markt für Router und selbst Endgeräte älterer Generation leergefegt

Halbleiter-Knappheit bremst massiv Breitbandausbau und Digitalisierung aus

Die bestehende weltweite Knappheit bei Rohstoffen und Halbleitern führt nicht nur zu Kurzarbeit bei führenden Automobilherstellern in Deutschland. Der Mangel betrifft inzwischen auch immer stärker den Breitbandmarkt und droht die auf leistungsstarke Internetzugänge angewiesene Digitalisierung mitten in der Pandemie massiv auszubremsen.

Denn alle national, regional oder lokal tätigen Netzbetreiber ohne ausreichenden Lagerbestand an Routern, Kabelmodems und Set-Top-Boxen werden schon in absehbarer Zeit keine Neukunden mehr an ihre Hochleistungsnetze anschließen können. Außerdem werden sie zunehmend Probleme bekommen, defekte Altgeräte auszutauschen.

SELOCA Geschäftsführr Matthias Künsken, Foto: Frank Molitor „Die Situation spitzt sich seit einigen Wochen zu. Immer mehr Netzbetreiber jeder Größe versuchen, sich daher die letzten noch im Online- und Präsenzhandel verfügbaren Neugeräte zu sichern. Selbst der Markt für Router und Modems älterer Generationen ist leergefegt. Das wirklich Dramatische an dieser Situation ist, dass die Knappheit fast alle Hersteller betrifft und nach Aussagen der meisten Marktkenner bis weit ins nächste Jahr gehen kann“, berichtet SELOCA-Geschäftsführer Matthias Künsken. Er bestätigt damit die von einigen Online-Fachmedien veröffentlichten Berichte der vergangenen Tage.

Die Knappheit führt zu einem unverhofften Boom bei allen Serviceleistern für die Wiederaufbereitung entsprechender elektronischer Endgeräte. Das Kieler Unternehmen SELOCA ist in Deutschland der in diesem Bereich marktführende Dienstleister. Die Mitarbeiter bereiten am Standort jährlich 500.000 Geräte auf, die von den inzwischen bundesweit über 50 Netzbetreiberpartnern wieder bei ihren Kunden eingesetzt werden. Der Kieler Green-IT-Vorreiter hatte kurz vor Weihnachten 2020 mit einer Fritzbox ihr ein-millionstes elektronisches Verbraucherendgerät wiederaufbereitet.

Die Wiederaufbereitung, auch Refurbishing genannt, gilt als sehr nachhaltig, ist aktiver Umweltschutz und wird eine immer wichtigere Säule für Green-IT (InfoDigital berichtete). Allein SELOCA spart durch die Wiederaufbereitung in diesem Jahr den Ausstoß von mindestens 125 Tonnen CO2 ein. Zudem wird die Verschwendung wertvoller Rohstoffe wie Gold, Platin, Aluminium, Kupfer und Tantal, das zu den Seltenen Erden gehört, vermieden.


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