DAUN, 06.10.2014 - 14:00 Uhr
Technik - DVB-T

Media Broadcast testet neuen DVB-T2-Standard in Berlin - digital-terrestrisches Fernsehen der Zukunft

Der Full-Service-Provider der Rundfunk- und Medienbranche, Media Broadcast, startete am 6. Oktober in Berlin ein Pilotprojekt zur Erprobung des neuen DVB-T2-Standards, teilte das Unternehmen mit. Als Projektpartner sind alle führenden TV-Sender, die relevanten Verbände sowie zahlreiche Unternehmen der Endgeräte-Industrie beteiligt. Der Testbetrieb ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum zügigen Aufbau einer DVB-T2-Plattform für das digital-terrestrische Fernsehen der Zukunft.

Pilotprojekt für die Dauer von 18 Monaten geplant

Mit dem Pilotprojekt, welches für eine Dauer von 18 Monaten geplant ist, testet Media Broadcast den TV-Sendebetrieb via DVB-T2, der Nachfolgetechnologie des heutigen DVB-T, in Kombination mit dem HEVC/H.265-Kompressionsstandard. Diese Technologie wird es in Zukunft ermöglichen, zur Verfügung stehende Frequenzen effizienter zu nutzen, mit mehr TV-Sendern eine größere Programmvielfalt zu bieten und dabei auch in High Definition (HD)-Qualität auszustrahlen. Der Endgeräteindustrie steht mit dem Pilotprojekt eine Testumgebung zur praktischen Entwicklung künftiger Endgeräte, die für den Empfang der neuen Plattform notwendig werden, zur Verfügung. Damit wird die rechtzeitige Verfügbarkeit geeigneter Empfänger im Sinne der Zukunftssicherheit für den Verbraucher sichergestellt.

Testumgebung stellt technische Rahmenbedingungen für künftige Entwicklung der Endgeräte sicher

Der DVB-T2-Pilot bildet die gesamte Broadcast-Systemkette vom Sender bis zum Endgerät inklusive der entsprechenden Service-Plattform ab. Media Broadcast erprobt und analysiert damit sämtliche Systemparameter, um den reibungslosen Betrieb der für 2016 geplanten DVB-T2 Plattform sicherzustellen und die schnelle Verfügbarkeit geeigneter Endgeräte zu ermöglichen. Auch Test und Spezifikation für das Umschaltszenario von DVB-T auf DVB-T2 sind Bestandteil der Testumgebung. Ein weiterer Test zu DVB-T2 wird von dem IRT/BR in München durchgeführt, zwei Projekte die in enger Abstimmung aufgesetzt werden.

Pilotversuch von einem Verbund namhafter Projektpartner unterstützt

Beteiligt sind sowohl Programmveranstalter als auch Endgerätehersteller und Verbände. So unterstützen ARD, ZDF, die Mediengruppe RTL, ProSiebenSat.1, ARTE, Samsung, Sony, LG Electronics, Panasonic, Philips, Loewe, Humax, TechniSat, Rohde & Schwarz, Sagemcom, Funke und Broadcom das Projekt. Die Einbindung der Deutschen TV Plattform, des VPRT, des DVB-Konsortiums und des ZVEI stellt darüber hinaus eine indirekte Beteiligung vieler in der Branche agierender Firmen sicher und sorgt für die notwendige Transparenz.

Ulf Heggenberger, Geschäftsführer Vertrieb & Marketing der Media Broadcast, sagt: „Mit dem Pilotversuch zeigen wir, was DVB-T2 in Kombination mit HEVC kann. Es freut uns sehr, dass sich so viele namhafte Marktteilnehmer an diesem Test beteiligen, denn so können wir die Übertragung von HD-Inhalten über modernste Übertragungstechnologien hin zu modernen TV-Geräten und Set Top Boxen unter Realbedingungen testen. Darüber hinaus zeigt diese breite Unterstützung vor allem auch, dass die Rundfunkbranche DVB-T2 wirklich will und den Umstieg auf den Nachfolgestandard geschlossen vorantreibt.“

Das Pilotprojekt zielt auf den stationären und portablen Indoor-Empfang. Es ist offen für alle Unternehmen und Institutionen der digitalen Wertschöpfungskette. Hierzu Ulf Heggenberger: „Der Berliner Pilot ist einer der größten Testbetriebe des DVB-T2-Standards mit HEVC/H.265. Der Test unterstreicht, dass von Deutschland als Innovationsführer wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der digitalen Rundfunkverbreitung ausgehen. Wir laden alle Interessierten ein, sich daran zu beteiligen.“

Empfangsdaten

Die Übertragung der Testsignale erfolgt im Kanal 42 von den Senderstandorten Alexanderplatz und Schäferberg (jeweils 50 kW ERP) aus. Dabei werden Datenraten zwischen 18 und 28 Mbit/s im Multiplex erzielt. Hierüber können bis zu sieben HDTV-Programme übertragen werden. Geplant sind Programmangebote mit und ohne Signalschutz sowie die Übertragung des Hybrid-TV Angebotes Multithek der Media Broadcast.


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