DAUN, 15.12.2020 - 12:01 Uhr
Technik - Fernseher

NDR nimmt Fernsehbegleitton „Klare Sprache“ via DVB-T2 in Testbetrieb

Das Erste soll im zweiten Quartal folgen

Nach und nach setzen sich immer mehr ARD-Sender dafür ein, um die Sprachverständlichkeit und Barrierefreiheit im Fernsehen zu verbessern. Nach ersten Tests des WDR, zusammen mit dem Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen IIS, via Satellit und Kabel, hat nun der NDR für Zuschauer in Hamburg auch den Fernsehbegleitton „Klare Sprache“ in Betrieb genommen, allerdings über DVB-T2 HD.

Auch der Bayerische Rundfunk (BR) testete im Rahmen eines Pilotbetriebs die Ausstrahlung einer neuen Tonspur. Zuschauerinnen und Zuschauer erhielten damit die Möglichkeit, sich für Dialog+ als Alternative zum regulären Sendeton (Originalmischung) zu entscheiden. Hier kam die Empfangsvariante über HbbTV 2, also den roten Knopf auf der Fernbedienung zum Einsatz, dessen Funktion ein Smart-TV verbunden mit dem Internet voraussetzt.

Beim Testbetrieb des NDR Fernsehen wird das zusätzliche Audiosignal für Zuschauer in Hamburg über den DVB-T2-Multiplex (K40, 626 MHz) zu empfangen sein, kündige der Norddeutsche Rundfunk am 15. Dezember an. DVB-T2 ist der digital-terrestrische TV-Empfang über die Antenne.

Damit möchte der NDR dem Wunsch vieler Zuschauerinnen und Zuschauer nach einer besseren Sprachverständlichkeit bei der Fernsehnutzung entsprechen. „Dieses Anliegen haben insbesondere Schwerhörige und Menschen mit altersbedingter Hörminderung immer wieder formuliert. Der NDR unterstützt die gemeinsame Arbeit der ARD, ihre Angebote für diese Zuschauerinnen und Zuschauer zu optimieren, indem wir ihnen eine eigene Tonspur mit weniger Nebengeräuschen bieten“, sagt Frank Beckmann, NDR Programmdirektor Fernsehen.

Die Besonderheit des im NDR entwickelten Verfahrens ist, dass es in Echtzeit aus dem vorhandenen Fernsehton ein alternatives Audio-Signal erstellt, bei dem Musik und Hintergrundgeräusche zurückgenommen werden, um so zum Beispiel Dialoge besser verstehen zu können. Daher ist diese Methode, die in Hamburg nun erstmals auf den Sender geht, auch im Live-Betrieb einsetzbar. „Das ist ein klarer Vorteil gegenüber anderen Verfahren, zumal es auch noch preiswert umzusetzen ist“, erläutert Askan Siegfried, der im NDR maßgeblich an der Entwicklung beteiligt war.

Testbetrieb soll bis 11. Januar laufen

Der Testbetrieb soll zunächst bis 11. Januar laufen. Zuschauerinnen und Zuschauer sind aufgefordert, den Fernsehton „Klare Sprache“ in dieser Testphase zu bewerten. Rückmeldungen können über ein Formular im Internet unter www.ndr.de/klaresprache gegeben werden. Die Erkenntnisse aus dem NDR und anderer Landesrundfunkanstalten werden im Rahmen einer ARD-Arbeitsgruppe Sprachverständlichkeit untereinander ausgetauscht und bewertet.

Ab 2. Quartal auch Das Erste HD an Bord

Im zweiten Quartal 2021 soll der Fernsehton „Klare Sprache“ für alle DVB-T2-Nutzer in Norddeutschland bereitgestellt werden, und zwar für das NDR Fernsehen HD und dann auch für Das Erste HD.

Um auf die Variante mit der klareren Sprache zu wechseln, muss man über die Fernbedienung des TV-Gerätes (oder ggf. auch der Set-Top-Box) eine andere, meist die dritte Tonspur anwählen. Hinweise hierzu sind aufgrund der Vielzahl an Gerätetypen der jeweiligen Bedienungsanleitung zu entnehmen.

Bei Fragen erreichen Interessierte den NDR unter www.ndr.de/technik sowie über eine kostenlose Service-Hotline. Unter 08000/637099 beantworten Fachleute täglich von 8.00 Uhr bis 21.00 Uhr alle Fragen rund um den digitalen Empfang.


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