DAUN, 05.10.2017 - 15:50 Uhr
Technik - Radio

Privatradioverbände gegen Diskussion um UKW-Abschaltdatum

Die Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk (APR) und der Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT) verwehren sich gegen die Diskussion über ein Abschaltdatum der Verbreitung von Hörfunksendern über UKW. Die UKW-Abschaltung würde die Existenzgrundlage der Privatradios in Frage stellen, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung am 5. Oktober. Die Privatradioverbände werfen ARD und Deutschlandradio vor, mit ihren veröffentlichten Berichten zu Auftrag und Strukturoptimierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Bereich des Radios vollkommen illusorische Einsparpotenziale aufzuzeigen und die Existenzgrundlagen der privaten Radioangebote in Frage zu stellen, hieß es weiter.

Klaus Schunk, Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste des VPRT und Geschäftsführer von Radio Regenbogen: „Das, was die öffentlich-rechtlichen Kollegen da präsentiert haben, ist Augenwischerei. ARD und Deutschlandradio spielen ein falsches Spiel gegenüber der Politik, wenn sie im Bereich der UKW-Verbreitung kurzfristige Einsparpotenziale in zweistelliger Millionenhöhe aufzeigen.

Abbau von UKW-Frequenzen des Deutschlandradios könnte zur Schließung von Versorgungslücken bei Privatradios genutzt werden

Die UKW-Verbreitung bedeutet für die Privaten ihre Existenzgrundlage. Dies einfach auszublenden, heißt, das duale Radiosystem in Deutschland in Frage zu stellen.“ Gleichzeitig wies Schunk erneut auf die eklatante und historisch gewachsene Frequenzunterversorgung der Privaten im Vergleich zu den öffentlich-rechtlichen Radioangeboten hin: „Wenn Deutschlandradio hier aus Kostengründen Frequenzen abbauen möchte, sehen wir Private durchaus Bedarf. Dieses Szenario würde die historische Chance bieten, Versorgungslücken bei der Verbreitung privater Radioprogramme zu schließen.“

Sparvorschläge gleichen Forderung nach staatlich verordnetem Verdrängungswettbewerb

Der APR-Vorsitzender Felix Kovac kritisierte: „Statt Sparvorschlägen präsentiert die ARD die Forderung nach staatlich verordnetem Verdrängungswettbewerb. Wir stehen Sparbemühungen der Anstalten nicht im Wege“, so Kovac, „aber warum muss dafür den Privatradios der mit Abstand meistgenutzte Vertriebsweg durch politischen Zwang genommen werden?“ Kovac erinnert daran, dass die zukünftige „Einsparung“ bei den Anstalten mit bislang 650 Millionen Euro für DAB-Projekte verkauft werde – „nur für die Anstalten, kein Cent für die Privaten“.

Die Privatradios investieren in die UKW-Infrastruktur, nachdem die derzeit marktbeherrschende Media Broadcast Antennen und Sender abstößt – unter Androhung des Abschaltens durch das Unternehmen, das letztendlich aus der Poststrukturreform hervorgegangen ist. Zehn bis fünfzehn Jahre dauere es, um dies selbst oder für langfristige Verträge mit neuen Wettbewerbern zu refinanzieren, rechnet Kovac vor. Auch vor diesem Hintergrund sei die Forderung der ARD nach frühzeitiger politischer Entscheidung zur UKW-Abschaltung für ihre Konkurrenz eine Anmaßung.


Diesen Artikel:
  • print Drucken
  • Bookmark Bookmarken

QR-Code mit dem Handy Scannen und diese(n) Seite / Artikel online Lesen:

 

Google QR Code Generator

QR Code for https://www.infosat.de/technik/privatradioverb-nde-gegen-diskussion-um-ukw-abschaltdatum

Aktuelle Ausgabe 12/2017

Oops... Sie benutzen eine zu alte Browserversion. Um die Seite Korrekt darzustellen benutzen sie bitte mindestens den Internet Explorer 8.
navigateup

Für die Ansicht der mobilen INFOSAT Webseite drehen Sie bitte ihr Handy.