- © Foto: ESA – S. Corvaja -
DAUN, 17.12.2019 - 13:20 Uhr
Technik - Satellit

Raketenstart in Kourou schlägt fehl - „Cheops“-Mission verschoben

(dpa) - Der Start der „Cheops“-Mission zur Erkundung von Exoplaneten ist verschoben worden. Die Sojus-Fregat-Rakete startete am Dienstagmorgen nicht wie vorgesehen 09.54 (MEZ) vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana in Südamerika, wie der Betreiber Arianespace mitteilte. Der Countdown wurde demnach eine Stunde und 25 Minuten vor dem Start gestoppt. Die Ursache war ersten Erkenntnissen zufolge ein Fehler in der automatischen Startsequenz.

Voraussichtlich werde am frühen Dienstagabend ein neuer Starttermin bekanntgegeben, teilte die Universität Bern mit.

Der „Cheops“-Satellit, die weiteren Satelliten und die Rakete seien in Sicherheit, so der Betreiber. Ein Start sei das Ergebnis einer Vielzahl von Operationen, erklärte Arianespace-Chef Stéphane Israël nach dem Startabbruch. „Was wichtig ist, ist, dass alles in Ordnung ist, wenn wir eine Entscheidung treffen, zu starten.“ Das System habe „Rot“ gemeldet, so Arianespace. Nun werde untersucht, wo der Fehler lag. Die nächste Startmöglichkeit wäre am Mittwoch zur gleichen Zeit.

Die „Cheops“-Mission (Characterising Exoplanet Satellite) soll sich auf die Analyse von Exoplaneten konzentrieren. Exoplaneten sind Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, die andere Sterne umkreisen. „Cheops“ soll helle Sterne beobachten, von denen bekannt ist, dass sie von Planeten umkreist werden. Dabei soll das Weltraumteleskop zum Beispiel die kleinen Helligkeitsänderungen, die durch den Transit eines Planeten über die Sternscheibe verursacht werden, aufzeichnen, um die Größe des Planeten zu bestimmen.

„Cheops“ soll mehrere Hundert Exoplaneten untersuchen, die größer als die Erde und kleiner als der Neptun sind. Der Satellit wird in etwa 700 Kilometern Höhe fliegen und von Spanien aus gesteuert. Das wissenschaftliche Betriebszentrum liegt in der Schweiz. Es handelt sich um eine gemeinsame Mission der europäischen Raumfahrtagentur Esa und der Schweiz.

Bisher sind mehr als 4000 Exoplaneten bekannt. Dass sie neben einer Katalognummer einen Namen bekommen, ist äußerst selten. Für die Benennung eines Sterns und eines Exoplaneten aus dem Sternbild Giraffe hat sich nun ein Schüler-Vorschlag aus Baden-Württemberg durchgesetzt. Der Exoplanet mit der Katalognummer HD 32518b werde unter dem Namen „Neri“ seinen Stern „Mago“ umkreisen, teilte die Internationale Astronomische Union (IAU) am Dienstag in Paris mit.

Neben Deutschland durften auch zahlreiche andere Länder je einen Exoplaneten und dessen Stern benennen. Für Irland seien beispielsweise die Hundenamen „Bran“ und „Tuiren“ aus einer alten irischen Legende zum Zuge gekommen. Die Idee für Deutschland kam von einem Physikkurs eines Gymnasiums in Neckargemünd. Mago ist der Name eines äthiopischen Nationalparks, der auch dem Schutz von Giraffen dient, Neri ist ein Fluss in dem Nationalpark.

Menschen in Deutschland durften über einige ausgewählte Vorschläge online abstimmen, die Idee aus dem Südwesten setzte sich durch.

Grundschüler aus der rheinland-pfälzischen Stadt Simmern (Hunsrück) wünschten sich etwa, dass der Planet „Rosenrot“ den Stern „Schneeweißchen“ umkreist. Planet und Stern trugen bisher lediglich eine Katalognummer - HD 32518 als Kennung für den Stern, HD 32518b für seinen Planeten. HD 32518 ist etwa 400 Lichtjahre von der Erde entfernt und etwa zehn Mal so groß wie die Sonne.

Unter dem Motto „NameExoWorlds“ war in mehr als 110 Ländern über die Benennung je eines Exoplaneten-Systems abgestimmt worden. Der Planet HD 32518b war vor zehn Jahren unter anderen von der Astronomin Michaela Döllinger entdeckt worden, die laut IAU derzeit an der thüringischen Landessternwarte in Tautenburg arbeitet.


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