DAUN, 15.10.2021 - 13:58 Uhr
Technik - Radio

RFmondial entwickelt redundante DAB+ Programmzuführung zum Katastrophenschutz

Im Rahmen der Entwicklung von Lösungen zur alternativen Programmzuführung zu DAB+ Sendern im Katastrophenfall führt der deutsche Entwickler für die digitale Rundfunkindustrie RFmondial einen Feldversuch in Hannover unter realen Bedingungen durch.

Beim Ausfall von Programmzuführungen (Modulationsleitungen) zu Radiosendern ist es schwierig eine stabile rundfunktechnische Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Hierzu entwickelt der hannoversche Hersteller RFmondial derzeit ein System für DAB+ Digitalradio, welches für die Programmzuführung auf ein terrestrisches Rebroadcasting zurückgreift.

Wie die jüngsten Ereignisse gezeigt haben, ist im Katastrophenfall insbesondere die Rundfunkversorgung ein wesentlicher Baustein zur Information der Bürgerinnen und Bürger, da Mobilfunknetze meist als Erstes ausfallen. Um die Zuverlässigkeit der Rundfunkversorgung über, meist vor Ort vorhandene Notstromaggregate, zu erhöhen, muss bei einem Ausfall der Programmsendung eine alternative Signalzuführung erfolgen z. B. über landgeführte Leitungen bei Überschwemmungen oder Satellitenempfang bei Unwetter.

DAB+ Sender, deren Programmzuführung durch Störungen abreißt, empfangen hiermit das Programm terrestrisch von einem anderen DAB+ Sender, setzen es auf eine andere Frequenz (Kanal) um und strahlen es mit einer kurzen Zeitverzögerung wieder aus. Das so verbreitete Programm kann nun von weiteren DAB+ Sendern empfangen und auf einer anderen Frequenz verbreitet werden. So ist auch im Katastrophenfall eine flächendeckende Rundfunkversorgung realisierbar.

In einem aktuellen Feldversuch in Hannover wird diese Technik nun erprobt und weiterentwickelt. Dazu wird bis Ende November ein Mehrfach-Frequenznetz betrieben, wobei ein DAB+ Sender (Kanal 5A) als Grundnetzsender in Hannover Hemmingen und ein weiterer DAB+ Sender (Kanal 7C) als Sender im Rebroadcastingmode in Hannover Nordstadt dient.

Neben der Erprobung der Rebroadcasting-Technik soll die Eignung von DAB+ Empfängern zur Umschaltung auf die nun geänderte Sendefrequenz (service follow) untersucht werden. Die Hersteller von Empfangschips und Empfängern, sowie die Automobilindustrie sind eingeladen, ihre Empfangsgeräte im Hinblick auf Rebroadcasting zu testen. Das Projekt wird mit den Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und durch die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) gefördert.


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