- © Foto: Thales Alenia Space -
DAUN, 26.03.2019 - 09:35 Uhr
Technik - Satellit

Satelliten aus dem 3D-Drucker

Thales Alenia Space startet Serienproduktion

Thales Alenia Space nutzte vor einigen Jahren die additive Fertigung mit den 3D-gedruckten Aluminium-Antennenhalterungen für den im Jahr 2015 gestarteten Satelliten TürkmenÄlem / MonacoSAT und den Polymerrohrhalterungen für die Iridium NEXT Konstellation. Die 2017 in den Orbit gebrachten Telekommunikationssatelliten Koreasat 5A und 7 enthielten die größten 3D-gedruckten Raumsonden, die zu dieser Zeit in Europa hergestellt wurden. Der Satellitenhersteller bringt jetzt den 3D-Druck in die Serienproduktion, um Komponenten für Telekommunikationssatelliten herzustellen, gab das Unternehmen am 21. März bekannt. Diese sollen auf der neuen vollelektrischen Spacebus Neo-Plattform des Unternehmens basieren, hieß es.

Der Spacebus Neo wird vier Reaktionsradhalterungen aus Aluminium sowie 16 Halterungen für Antennenausrichtung und Richtungsmechanismus (antenna deployment and pointing mechanism, kurz ADPM) aufweisen, darunter vier aus Aluminium und 12 aus Titan. Die 3D-gedruckte Reaktionsradhalterung erfülle die Marktnachfrage nach niedrigeren Kosten, die um etwa 10 Prozent gesenkt werden. Zudem könnten die Durchlaufzeiten um ein bis zwei Monate verkürzt werden. Der neue Teil sei außerdem 30 Prozent leichter und biete eine verbesserte Leistung, so das Unternehmen weiter.

Die für diese Teile verwendete Metallpulver-Bed-Fusion-Technik ermögliche eine Serienfertigung mit einem hohen Maß an Anpassungsfähigkeit, so dass die Konstruktionen auf die genauen Anforderungen jeder neuen Mission zugeschnitten werden können. Die vier Reaktionsradhalterungen für jeden Satelliten werden beispielsweise als zwei symmetrische Teile in 3D gedruckt, während die Ausrichtungswinkel und Schnittstellen der ADPM-Halterungen an ihre jeweilige Funktion und Position an jedem Satelliten angepasst werden können. Der Satellitenhersteller habe auch Verbinder- und Kabelverschraubungen direkt in das Gesamtdesign integriert, das einteilig gedruckt wird, wodurch zusätzliche Montageanforderungen vermieden werden.

Um diese großen (466 x 367 x 403 mm) Reaktionsradhalterungen herzustellen, wurde der größte 3D-Drucker mit Pulverbett in Europa verwendet. Es handelt sich um einen Metall-3D-Drucker Xline 2000R von Concept Laser, mit einer Baukammer von 800 x 400 x 500 mm.

Erste Teile in Eutelsat KONNECT Satelliten integriert

Die ersten vier Teile wurden bereits in den KONNECT-Satelliten von Eutelsat integriert, die Anfang des Monats erfolgreich gepaart wurden. Eutelsat hatte im April 2018 den VHTS Satellitensystem(Very High Throughput Satellite) mit dem Namen „KONNECT VHTS“ bei Thales Alenia Space in Auftrag gegeben. Andere Spacebus Neo-Plattformen werden in naher Zukunft auch organisch entworfene 3D-gedruckte Teile enthalten. Mit dem neuen KONNECT VHTS Satelliten soll das Geschäft mit fixen Breitbanddiensten und die Anbindung von Flugzeugen forciert werden. Der Satellit soll 2021 in den Betrieb gehen.

Thales Alenia Space entwickelt dafür eine Satelliten- und Bodensegmentlösung, die als wettbewerbsfähigste im heutigen Markt gilt. Mit einem Gewicht von 6,3 Tonnen und einer Ka-Band-Kapazität von 500 Gbit/s wird KONNECT VHTS den leistungsfähigsten jemals im Orbit eingesetzten Digitalprozessor an Bord haben. Dieser teilt Kapazitäten flexibel zu, nutzt das vorhandene Frequenzspektrum optimal zu und unterstützt den fortschrittlichen Einsatz von Netzwerken am Boden.

„Eutelsat ist jetzt in alle Phasen des Prozesses, vom Entwurf bis zur Auslieferung, vollständig in die Entwicklung und Verwendung von 3D-gedruckten Satellitenteilen eingebunden", sagte Philippe Sicard, Ingenieur bei Eutelsat. „Diese Teile sind an ihrem spezifischen Design erkennbar. Um höchste Qualitätsstandards zu gewährleisten, sind der Gesamtprozess und die einzelnen Komponenten robust nachverfolgbar und wir haben einen umfassenden Test- und Inspektionsprozess eingerichtet.“

www.thalesgroup.com

www.eutelsat.com

www.eutelsat.de


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