- © Foto: ESA-CNES-Arianespace/JM Guillon -
DAUN, 07.11.2018 - 14:01 Uhr
Technik - Satellit

Sojus-Rakete bringt Wettersatellit Metop-C erfolgreich ins All

Wettervorhersage wird noch genauer

Der europäische Wettersatellit „Metop-C“ ist am 7. November 2018 um 1.47 Uhr Mitteleuropäischer Zeit (6. November, 21.47 Uhr Ortszeit) an Bord einer Sojus-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch-Guayana) gestartet. Metop-C ergänzt die beiden baugleichen Satelliten Metop-A und Metop-B, die im Oktober 2006 beziehungsweise im September 2012 gestartet sind. Betrieben werden sie von EUMETSAT, der Europäischen Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten. Deutschland ist über das Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit rund 21 Prozent an der Satellitenentwicklung beteiligt.

Künsterische Darstellung von Metop-C im Weltall, Foto: ESA Die jeweils sieben Hauptinstrumente, die sich an Bord der beiden älteren Satelliten befinden, haben schon jetzt die Qualität der Wettervorhersage signifikant verbessert. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Überwachung von Klimaveränderungen wie beispielsweise des Ozonlochs. Mithilfe der Metop-Daten konnten die Vorhersagemodelle 2017 um 27 Prozent genauer werden. Die Qualität der mehrtägigen Wetterprognosen hat sich dadurch erheblich verbessert. Insbesondere der Zeitraum für Kurzfristprognosen hat sich um einen Tag verlängert. Mit Metop-C soll die Wettervorhersage noch präziser werden.

„Unser Auftrag ist die fachliche Überwachung des Metop-Programms, dafür stellt uns das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur die entsprechenden Mittel zur Verfügung“, erläutert Thomas Ruwwe, Metop-Programm-Manager im DLR Raumfahrtmanagement in Bonn. Die Nutzlastmodule sowie das Instrument ASCAT (Advanced Scatterometer) stammen ebenfalls aus Deutschland, sie werden bei Airbus in Friedrichshafen gebaut. Das Radarinstrument ASCAT beobachtet die Wasserreflektionen der Meere. „Aus diesen Wellenbildern können Rückschlüsse auf Windgeschwindigkeit und -richtung gezogen werden“, so Ruwwe weiter. „Diese stellen einerseits wichtige Eingangsgrößen für die Wettervorhersage dar und finden andererseits bei der maritimen Routenplanung Verwendung.“

Metop-A hat seine geplante sechsjährige Lebensdauer weit überschritten, ist aber noch in einem guten Zustand. Dies wird auch für Metop-B erwartet. Deshalb wird Metop-C zusammen mit seinen beiden Geschwistern zunächst in der sogenannten Tristar-Konfiguration betrieben. Die Satelliten werden dabei auf der gleichen polaren Umlaufbahn in 817 Kilometern Höhe einen Abstand von 120 Grad haben, sodass der gleiche Ort auf der Erdoberfläche mehrfach am Tag erfasst wird.

Durch die relativ niedrige Umlaufbahn - 817 Kilometer im Vergleich zu rund 36.000 Kilometern bei geostationären Satelliten - messen die Metop-Instrumente eine Vielzahl von Beobachtungsgrößen mit deutlich höherer Genauigkeit als die geostationären Satelliten der Meteosat-Reihe. Thomas Ruwwe: „Die Metop-Satelliten überfliegen die Pole und sammeln für die Wettervorhersage wichtige Beobachtungen aus diesen Regionen. Geostationäre Satelliten liefern hier nur unzureichende Daten.“ Die Instrumente der Metop-Satelliten messen Temperatur- und Feuchtigkeitsprofile in Abhängigkeit von der Höhe, die für die Wettervorhersagen wesentlich sind. Außerdem erfassen sie den Zustand der Wolken, die Temperatur über Meer und Land sowie die Konzentration wichtiger Spurengase wie zum Beispiel Ozon in der Atmosphäre.

Das Nachfolgesystem Metop-SG (Second Generation) befindet sich derzeit in der Entwicklungsphase und wird voraussichtlich ab 2023 Metop ersetzen. Die zweite Generation wird aus zwei Satellitentypen bestehen, Metop SG-A und Metop SG-B, von denen jeweils drei Satelliten gebaut werden. Die Metop-SG-A-Satelliten haben optische Instrumente an Bord, darunter die beiden deutschen Beistellungen METimage und das Sentinel-5-Instrument. Bei der B-Serie besteht die Nutzlast hauptsächlich aus Mikrowelleninstrumenten, von denen das „SCA“-Scatterometer als ASCAT-Nachfolger wiederum in Deutschland gebaut wird. Ein Scatterometer oder Streustrahlungsmesser dient der Messung der Meeresoberflächenrauhigkeit. An der Entwicklung dieser zweiten Satellitengeneration ist Deutschland mit etwa 27 Prozent beteiligt.


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