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DAUN, 23.01.2020 - 11:55 Uhr
Technik - Satellit

Space Data Highway: Zweiter Datenautobahnsatellit EDRS-C kann im Frühjahr in Betrieb gehen

In-Orbit-Tests abgeschlossen

Der zweite Satellit im European Data Relay System (EDRS-C) hat seine geplante Umlaufbahn erreicht und seine In-Orbit-Tests abgeschlossen. Wie die europäische Raumfahrtagentur ESA am 23. Januar mitteilte, sei die Steuerung des Satelliten wurde nun an Airbus übergeben worden. Der kommerzielle Dienst soll im Frühjahr beginnen, hieß es.

EDRS, das von seinem kommerziellen Betreiber Airbus als „SpaceDataHighway“ bezeichnet wird, verwendet innovative Lasertechnologie, um Erdbeobachtungssatelliten zu ermöglichen, ihre Informationen nahezu in Echtzeit an die Benutzer vor Ort zu übermitteln, welches in Notsituationen beispielsweise für Rettungskräfte in Katastrophengebieten von großer Wichtigkeit ist.

EDRS-C ist der zweite Satellit im System und wurde im vergangenen Jahr, am 6. August, mit einer Ariane 5 Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in den Weltraum gebracht (InfoDigital berichtete). Nachdem der Orbiter in seine ursprüngliche Umlaufbahn befördert wurde, gelangte es durch fünf Verbrennungsstufen an einem flüssigen Apogäummotor und einige Umsiedlungsmanöver um ihn in seine letzte geostationäre Umlaufbahn 36.000 Kilometer über der Erde zu bringen. Der Satellit wurde gründlich getestet, um sicherzustellen, dass alle Komponenten wie erwartet funktionieren.

Kommerzieller Dienst soll im Frühjahr beginnen

Die Steuerung des Satelliten wurde nun an Airbus übergeben. In den kommenden Monaten werde die Leistung des Laserkommunikationsterminals im Rahmen der nominalen Testsequenz optimiert, hieß es. Zu diesem Zweck seien mehrere Verbindungen mit den vier Sentinel-Erdbeobachtungssatelliten des Copernicus-Programms geplant. Der kommerzielle Dienst soll im Frühjahr beginnen.

Auch Avanti kann Kommunikationsdienste via HYLAS 3 starten

Der Satellit beherbergt auch die kommerzielle Nutzlast HYLAS 3, die vom britischen Satellitenbetreiber Avanti betrieben wird und in Kürze Kommunikationsdienste bereitstellt, hieß es weiter.

EDRS ist eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen der ESA und Airbus im Rahmen der Bemühungen der ESA, die Industrie im Rahmen von Großprogrammen zusammenzulegen und die technologische Entwicklung zu stimulieren, um wirtschaftliche Vorteile zu erzielen.

Der erste Satellit im EDRS-Netzwerk, EDRS-A, wurde am 29. Januar 2016 vom Weltraumbahnhof Baikonur, an Bord einer Proton M Rakete gestartet, und zwar als Huckepacknutzlast des Satelliten Eutelsat-9B.

Seitdem wurden 1,7 Petabyte an Daten übertragen, welches in etwa entspreche, das etwa viereinhalb Jahre lang 20.000 ultrahochauflösende 4k-Filme rund um die Uhr angesehen würden.

Die Daten wurden über fast 30.000 optische Inter-Satellitenverbindungen übertragen, die mit den vier Sentinel-Erdbeobachtungssatelliten des Copernicus-Programms hergestellt wurden.

Der Satellit EDRS-C basiert auf der Satellitenplattform SmallGEO, die im Rahmen des ESA-Programms „Advanced Research in Telecommunications Systems“ (ARTES) durch OHB entwickelt wurde. Der Satellit hatte ein Startgewicht von 3186 kg.

Das sogenannte Europäische Datenrelais-Satellitensystem EDRS, setzt einen neuen Standard in der Echtzeit-Datenübertragung: Die innovativen Laserknoten können Datenvolumen von bis zu 1,8 Gigabit pro Sekunde mit minimalem Zeitverzug auf die Erde transportieren. Es ist das weltweit erste Glasfasernetz am Himmel, das auf modernster Lasertechnologie basiert. Es soll in der Lage sein, umlaufende Beobachtungssatelliten über Laser in einer Entfernung von bis zu 45.000 km sowie nachrichtendienstliche UAVs oder Missionsflugzeuge zu verbinden. Es soll dazu beitragen, die Umwelt- und Sicherheitsüberwachung, die Katastrophenhilfe und das Krisenmanagement zu verbessern.

EDRS basiert auf einer öffentlich-privaten Partnerschaft zwischen der Europäischen Weltraumorganisation ESA und Airbus Defence and Space. Die Bremer OHB System AG hat den Telekommunikationssatelliten als Hauptauftragnehmer entwickelt und gebaut. EDRS-C wird Teil der Satellitenkonstellation für das weltweit erste „Glasfasernetz am Himmel“, das sich auf modernste Lasertechnologie stützt.

www.esa.int


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