DAUN, 13.04.2017 - 10:56 Uhr
Technik - Kabel

Streit um die HD-Kabeleinspeisung des SR Fernsehens spitzt sich zu

Zwischen Vodafone und dem Saarländischen Rundfunk (SR) ist eine heftige Auseinandersetzung über die Kabelverbreitung des SR Fernsehens in HD-Qualität ausgebrochen. Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, die Einspeisung zu blockieren.

Vodafone weigere sich, das SR Fernsehen HD in die saarländischen Kabelnetze einzuspeisen, beklagt der SR (InfoDigital berichtete). Das sei ein „unhaltbarer Zustand“ - auch angesichts dessen, dass alle anderen Dritten Programme der ARD zwischenzeitlich im Kabel in HD zu empfangen seien, das Programm für das Saarland aber nicht. Den betroffenen Zuschauern rät der SR, sich die HD-Version seines Dritten Programms per DVB-T2 HD oder über eine Satellitenanlage auf den Fernseher zu holen.

„Auch die saarländischen Kabelkunden haben ein Recht darauf, ihre saarländischen Lieblingsfernsehsendungen in hochauflösender Qualität schauen zu dürfen. Eine Zweiklassengesellschaft, aufgeteilt in Satelliten- und Antennenfernsehzuschauer auf der einen und Kabelzuschauer auf der anderen Seite, darf es nicht geben“, sagte der Vorsitzende des SR-Rundfunkrats, Wolfgang Krause. „Da jedoch der Kabelnetzbetreiber für das Saarland mehrfachen Aufforderungen des Saarländischen Rundfunks nicht nachgekommen ist, SR Fernsehen endlich auch in HD-Qualität ins Kabelnetz einzuspeisen, sind die Zuschauer gezwungen, sich anderer Übertragungswege zu bedienen.“

Vodafone hingegen schiebt dem SR die Schuld zu. „Wir als Deutschlands größter TV-Anbieter haben ein Interesse daran, dass unsere Kunden ein attraktives Programmpaket nutzen können und der SR hat ein Interesse daran, sein Programm auch in HD einem möglichst breiten Publikum zur Verfügung zu stellen“, sagte eine Vodafone-Sprecherin gegenüber dem Digitalmagazin. „Wir haben dem SR mehrfach ein Gespräch angeboten, um über die Einspeisungsbedingungen zu verhandeln. Umso mehr bedauern wir, dass der SR weiter an seiner Verhandlungsblockade festhält - zu Lasten der saarländischen Beitragszahler.“ Die Aussage des SR-Rundfunkrats sei für Vodafone daher „nicht nachvollziehbar“. Man stehe aber weiterhin bereit, über die vertraglichen Modalitäten einer Einspeisung mit dem SR zu verhandeln.

Hintergrund ist der seit Jahren schwelende Rechtsstreit um die Frage, ob ARD und ZDF für die Verbreitung ihrer Programme den Kabelnetzbetreibern Einspeiseentgelte zahlen müssen. Als die Auseinandersetzung begann, hatte sich Kabel Deutschland (heute Vodafone) nach eigenen Angaben entschieden, das Gerichtsverfahren nicht auf dem Rücken der Kunden auszutragen. Daher wurden alle damals verfügbaren öffentlich-rechtlichen Dritten Programme auch in HD eingespeist. Den SR - wie auch Radio Bremen - gab es damals noch nicht in hoher Bildauflösung.

Inzwischen sind mehrere Urteile gefallen. Bis zu einer endgültigen Klärung des Rechtsstreits will offenbar jedoch keine der beteiligten Seiten den aktuellen Zustand ändern, um zu vermeiden, dass Fakten geschaffen werden, die sich nachteilig auf die eigene Verhandlungsposition auswirken könnten.

von Dr. Jörn Krieger


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