DAUN, 09.04.2018 - 14:04 Uhr
Technik - Radio

Streit um UKW-Empfang - Abschaltung vorerst abgewendet

Das Unternehmen MEDIA BROADCAST, Serviceprovider der Rundfunk- und Medienbranche, kündigte am 6. April an, in dieser Woche etliche UKW-Sender abzuschalten (InfoDigital berichtete). Heute hat das Unternehmen den Landesmedienanstalten, der Bundesnetzagentur, der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz für die Rundfunkkommission der Länder und dem Bundeskartellamt bekannt gegeben, übergangsweise den UKW-Sendernetzbetrieb für über 40 Radioveranstalter bis maximal 30. Juni 2018 aufrechtzuerhalten.

Möglich wurde dies durch die Duldung der Antennennutzung fast aller neuen Antennenbesitzer und die Beauftragung durch die betroffenen öffentlich-rechtlichen und privaten Radioanbieter bzw. deren Sendernetzbetreiber Divicon und Uplink, die in den meisten Fällen seit 1. April vertraglich für den UKW-Sendernetzbetrieb verantwortlich sind. Bei einem Auftraggeber gelte die jetzt getroffene Regelung noch vorbehaltlich der Rechtswirksamkeit, hieß es. Die Beauftragungen formalisieren die de-facto Weiterführung des UKW-Sendernetzbetriebs für viele Privatradios und öffentlich-rechtliche Anbieter, bei denen die MEDIA BROADCAST bereits seit 1. April 2018 mit dem Sendernetzbetrieb in Vorleistung getreten war.

Die jetzt von über 40 Radioanbietern gewählte Übergangslösung war kurzfristig nötig geworden, weil sich die neuen Sendernetzbetreiber Uplink und Divicon sowie Radioanbieter vielerorts seit Januar noch nicht mit den neuen Eignern der UKW-Antennen über die Konditionen für den Antennenzugang geeinigt haben. MEDIA BROADCAST hatte bereits im Februar 2017 bekanntgegeben, das Antennengeschäft zu verkaufen. Auf einem eilig einberufenen Runden Tisch der Landesmedienanstalten am 14. März 2018 hatte MEDIA BROADCAST vorgeschlagen, dort, wo dies ab dem 1. April 2018 noch nicht gelänge, übergangsweise den UKW-Sendebetrieb aufrechtzuerhalten, um Black-Outs für die Hörer zu vermeiden. Dazu sei lediglich die Duldung der Antenneneigentümer und bis zum 6. April ein entsprechender Auftrag durch die Radioveranstalter oder ihre Sendernetzbetreiber nötig.

Wolfgang Breuer, Geschäftsführer der MEDIA BROADCAST, sagt: „Wir haben alles in unserer Macht stehende getan, die kurzfristige massive UKW-Abschaltung von über 40 öffentlich-rechtlichen und privaten Radioprogrammen zu verhindern. Das ist uns gelungen. Mit dem jetzt nach unnötig schwerem Ringen vereinbarten Übergangsbetrieb für über 40 Anbieter sichern wir noch bis spätestens 30. Juni dort den reibungslosen Weiterbetrieb, wo sich die eigentlichen Vertragsparteien, Sendernetzbetreiber, Antennenbesitzer und Radioveranstalter aktuell noch nicht geeinigt haben.“

Breuer fährt fort: „Mit dem Übergangsangebot bieten wir den beteiligten Parteien, Sendernetzbetreibern, Programmanbietern und Antennenbesitzern bis maximal zum 30. Juni genügend Zeit zur Einigung. Wir erwarten, dass die eigentlichen Vertragsparteien spätestens bis dahin ihrer Verantwortung für einen unterbrechungsfreien Sendebetrieb gerecht werden. Wir haben uns seit dem 31. März 2018 von dem Geschäft getrennt, weil es für uns keine Möglichkeit gab, das Geschäft wirtschaftlich zu gestalten, und wir uns auf andere Geschäftsfelder wie digitale Plattformen und Services fokussieren. Wir werden definitiv am 30. Juni das Übergangsangebot beenden. Alle Beteiligten haben bis dahin genügend Zeit, Lösungen zu finden.“

NDR begrüßt Abwendung einer Unterbrechung der UKW-Versorgung

Unterdessen ist im NDR die Nachricht mit Erleichterung aufgenommen worden, dass die drohende UKW-Abschaltung in Mecklenburg-Vorpommern vorerst abgewendet ist. Dies sei dadurch gelungen, dass der vom NDR für die UKW-Verbreitung seit dem 1. April 2018 beauftragte Dienstleister Uplink Network GmbH dem vom bisherigen Sendernetzbetreiber Media Broadcast vorgelegten Interimsvertrag zugestimmt hat. Dieser Vertrag habe eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2018, teilte der Norddeutsche Rundfunk mit.

Dr. Michael Rombach, NDR Produktionsdirektor: „Das ist eine gute Nachricht für unsere Hörerinnen und Hörer in Mecklenburg-Vorpommern. Ich appelliere an alle Beteiligten, die nun zur Verfügung stehende Zeit von knapp drei Monaten konstruktiv und mit dem Ziel einer dauerhaft stabilen Lösung zu nutzen.“


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