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DAUN, 27.05.2020 - 11:09 Uhr
Technik - Satellit

Vor 75 Jahren: Erfindung der geostationären Umlaufbahn

Kommunikationssatelliten versorgen uns seit 55 Jahren mit TV-Signalen aus dem All. Um dies auf der Erde zu ermöglichen, musste zuerst einmal die geostationäre Umlaufbahn erfunden werden. Doch das geschah bereits 20 Jahre zuvor. Über den Erfinder berichtet der Deutschlandfunk in seiner Dlf-Audiothek.

Denn am 25. Mai 1945, vor 75 Jahren verfasste der englische Science-Fiction-Schriftsteller und Physiker Arthur C. Clarke einen Aufsatz, der eine geostationäre Umlaufbahn für die Nutzung des Funkverkehrs aus dem All vorschlägt. Seine Vision seinerzeit war, wenn sich drei Satelliten in 120° Abstand in knapp 36.000 Kilometer Höhe von der Erde entfernt befinden, so ließen sich die Signale der Satelliten überall auf der Welt hin kommunizieren. In dieser Entfernung dauere der Umlauf des Satelliten genauso lange wie eine Umdrehung um die Erde. Sofern der Satellit genau über dem Äquator seine Bahn zieht, dreht dieser exakt mit der Erde mit, so dass der Satellit immer genau über demselben Punkt der Erdoberfläche steht. Ein solcher Satellit, der über dem Äquator „steht“, bewegt sich also nicht in Bezug auf die Erde, sondern ist „geostationär“.

20 Jahre später, 1965, erreichte der „Intelsat-1 F1“ als erster kommerzieller Kommunikationssatellit die geostationäre Umlaufbahn.

Der auch als „Early Bird“ bekannte erste kommerzielle Kommunikationssatellit wurde am 6. April 1965 mit einer Delta-D-Rakete vom Raketenstartplatz in Cape Canaveral in Florida in die geostationäre Umlaufbahn transportiert und sendete bereits einen knappen Monat später, am 2. Mai 1965, von seiner Position in 35.800 km Entfernung über dem Äquator, am 28° westlichen Längengrad am 2. Mai 1965 die TV-Unterhaltungssendung „Premiere im Weltraum“ auf beide Seiten des Atlantiks. Der mit zwei C-Band Transponder ausgestattete Orbiter brachte eine Leitung von insgesamt 40 Watt und wog gerade einmal 34,5 Kilogramm. Der Satellit funktionierte trotz einer geplanten Lebenserwartung von 18 Monaten mehr als drei Jahre, kam 1969 für die Apollo 11-Mission zum Einsatz und wurde sogar im Jahr 1984 zum 20-jährigen Jubiläum der ITSO kurz reaktiviert.

Der Erfinder der geostationären Umlaufbahn konnte die Premiere seiner Idee noch lange miterleben. Als er 2008 im Alter von 90 Jahren verstarb, befanden sich auf der geostationären Umlaufbahn nicht nur drei Satelliten, sondern mehr als 300 im All.

Lesen Sie hier mehr zu Arthur C. Clarke und der Idee der geostationären Umlaufbahn.


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