DAUN, 23.09.2020 - 11:04 Uhr
Technik

ZVEI: EEG-Novelle muss Elektrifizierung als Kern der Energiewende mutiger vorgeben

„Die geplante Novellierung der EEG-Gesetzgebung listet viele sinnvolle Einzelmaßnahmen auf, ist aber noch nicht der große Wurf, den die Energiewende benötigt“, sagt Wolfgang Weber, Vorsitzender der Geschäftsführung des ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V.. Denn im Kern bedeute die Energiewende eine durchgängige Elektrifizierung von Wirtschaft und Gesellschaft.

„Die Verkehrswende mit mehr Elektromobilität beispielsweise, aber auch die Erzeugung von grünem Wasserstoff oder klimaschonender Kraftstoffe macht nur Sinn, wenn sie auf Basis von Strom aus erneuerbaren Quellen erfolgt.“ Vor dem Hintergrund des künftig um den Faktor 2 und mehr erhöhten Strombedarfs sei der vorgesehene Ausbaupfad auf 65 Prozent des heutigen Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Energien bis 2030 deshalb nicht ambitioniert genug.

Kritisch bewertet der ZVEI die trotz erster Korrekturen noch immer zu hohe EEG-Umlage auf den Stromeinsatz von 6,5 Cent pro Kilowattstunde für 2021. „Der politische Wunsch nach mehr Elektrifizierung und die politisch verursachte zu hohe EEG-Umlage und damit zu hohen Stromkosten passen nicht zusammen“, so Weber weiter. „Die EEG-Umlage sollte jetzt bei zwei Cent pro Kilowattstunde gedeckelt, perspektivisch dann abgeschafft werden.“

Der CO2-Preis solle im Gegenzug zu einer reduzierten EEG-Umlage deutlich anziehen – differenziert, aber über alle Sektoren hinweg und möglichst EU-weit. „Wenn wir in Deutschland Vorbild für digitale Elektrifizierung und Effizienz werden wollen, brauchen wir einen Rahmen, der Investitionen in CO2-arme Technologien fördert“, so der ZVEI-Vorsitzende der Geschäftsführung. Der CO2-Preis sei dafür das geeignetere Steuerungsinstrument.

Der ZVEI begrüßt ausdrücklich, dass die EEG-Novelle die Rolle der Prosumer stärken will. „Die Energiewende weiter zu dezentralisieren und dadurch auch mehr Bürgernähe herzustellen, ist so überfällig wie richtig“, betont Weber. Folglich dürfe der Eigenverbrauch von selbsterzeugter Energie aus Anlagen bis 30 KW nicht mit Abgaben und Umlagen belastet werden. Zugleich müsse die Energiewende schneller digitalisiert werden. „Die Digitalisierung ist der Schlüssel für die Systemintegration der erneuerbaren Energien und damit für mehr Wirtschaftlichkeit insgesamt.“


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